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Weihnachtsmärkte

Diskussion um frühe Eröffnung der Weihnachtsmärkte

Esther StoschWeihnachtsbaumschmuckViele kaufen ihren Baumschmuck auf dem Weihnachtsmarkt

Bald ist es soweit: Dann geht es nach Büroschluss an manchen Abenden zum Glühweinstand auf den Weihnachtsmarkt. In diesem Jahr werden einige Märkte früher öffnen. Doch aus der evangelischen Kirche kommen dazu auch kritische Stimmen - und eine Idee zur Lösung.

Schlemmerfreunde genießen bereits jetzt heißen Apfelwein und Lachs-Waffeln auf dem Weihnachtsmarkt „Cityxmas“, der seine Stände auf dem Parkhaus Konstablerwache in Frankfurt aufgebaut hat. In Darmstadt sollen die Glühwein- und Verkaufsbuden am 20. November 2017 öffnen. Grundsätzlich finden Weihnachtsmärkte auch Anklang bei Vertreterinnen und Vertretern der evangelischen Kirche. „Die Evangelische Kirche will keine Spaßbremse sein. Es ist schön, wenn es in der Adventszeit Märkte gibt, auf denen Menschen zusammenkommen, essen, trinken und miteinander reden oder ihre Besorgungen für Weihnachten erledigen“, so Pfarrer Volker Rahn, Pressesprecher der EKHN (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau).

Zeit zum Innehalten rund um den Ewigkeitssonntag

Doch der frühe Start mancher Märkte im November weckt auch Kritik. „Vor dem Advent liegt eine stille Zeit im Jahreslauf mit Volkstrauertag, Buß- und Bettag und dem Ewigkeitssonntag“, erklärt Pfarrer Rahn. Er betont: „Als evangelische Kirche plädieren wir dafür, die Besonderheiten des kirchlichen Jahreskreises einzuhalten. Die besonderen Zeiten im Jahr sind auch kulturelle Errungenschaften und sollten entsprechend gewürdigt werden.“ Eine künstliche Ausweitung der Adventszeit beschädige diesen wichtigen Takt, der vielen Menschen und  dem Kirchenjahr Struktur gebe. Der EKHN-Pressesprecher erinnert: „Wir brauchen gemeinsame Zeiten des Gedenkens an die Opfer der vergangenen und jetzigen Kriege, des Nachdenkens über unseren persönlichen und gesellschaftlichen Lebensstil und des Gedenkens an verstorbene Angehörige und Freunde.“ Gerade rund um den Ewigkeitssonntag gehe es ums Innehalten und Nachdenken und „nicht um Remmidemmi und Budenzauber.“ 

Ein Schritt aus der Reihe der Veranstaltenden

Veranstalterin Jasmin Ziegler der Firma Decosie, die hinter dem Cityxmas-Markt in Frankfurt steht, hatte sich gegenüber dem Journal Frankfurt zu den Bedenken der Kirche geäußert. Jasmin Ziegler sagte, dass man aus Respekt vor dem Feiertag am Totensonntag, an Heiligabend und am ersten Weihnachtstag nicht öffnen werde. „Das ist ein positives Signal“, freut sich Pfarrer Rahn. Doch aus seiner Sicht sollten auch die anderen November-Tage vor dem Advent sowie der zweite Weihnachtsfeiertag besinnlich begangen werden. Zudem befürwortet Rahn, dass an Heiligabend die Geschäfte in Hessen und Rheinland-Pfalz geschlossen bleiben, das hätten die Landesregierungen bestätigt. 

Kirche erkennt das Anliegen der Händler

Aber auch die EKHN signalisiert Verständnis. Der Wunsch, die Weihnachtsmärkte früh zu öffnen, sei nicht neu, so Rahn. Die Händler wüssten, dass es zu Umsatzeinbußen kommen könne durch die bedauerlichen, aber durchaus planbaren, kürzeren Laufzeiten der Märkte.

Lösungsidee bezieht die Zeit zwischen den Jahren ein

Der EKHN-Pressesprecher macht deshalb einen Vorschlag: „Damit Schausteller und Marktstandbetreiber auch auf ihre Kosten kommen, könnten die Märkte auch nach Weihnachten zwischen den Jahren geöffnet werden.“ Aus dem Weihnachtsmarkt könne ein Wintermarkt werden. Dann würden eventuell weniger Weihnachtsgeschenke verkauft, aber viele Menschen hätten Zeit und würden sicher gerne manche Zeit dort verbringen, essen und trinken und auch manches kaufen – ganz ohne Vorweihnachtsstress.“ Rahn macht darauf aufmerksam, dass diese Idee bereits funktioniert: „Das Modell gibt es beispielsweise in Kassel, wo der Markt bis zum 30.12. läuft.“ Auch der Frankfurter Cityxmas-Markt soll bis Silvester offen bleiben.

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

2. Korinther 5, 10

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/Pali Rao

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