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Woche der Brüderlichkeit

Großes Lernfeld von Christen und Juden

EKHN/KoordinierungsratWoche der Brüderlichkeit wird 2017 in Frankfurter Paulskirche eröffnet.Woche der Brüderlichkeit wird 2017 in Frankfurter Paulskirche eröffnet.

In Frankfurt am Main ist am Sonntag die jüdisch-christliche "Woche der Brüderlichkeit" eröffnet worden. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm erinnerte dabei an die Schuld der Kirchen. Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung hatte am Abend zuvor bei einer gemeinsamen Sabbatfeier dazu aufgerufen, mehr voneinander zu lernen.

EKHNMoment der Geschwisterlichkeit in der Woche der Brüderlichkeit 2017 - v.l: Stadtdekan Achim Knecht, Bischof Georg Bätzing, Pfarrerin Susanna Faust, Rabbiner Andreas Nachama Kirchenpräsident Volker Jung, Petra Kunik von der  jüdischen Gemeinde und Stadtdekan Johannes zu EltzMoment der Geschwisterlichkeit in der Woche der Brüderlichkeit 2017 - v.l: Stadtdekan Achim Knecht, Bischof Georg Bätzing, Pfarrerin Susanna Faust, Rabbiner Andreas Nachama Kirchenpräsident Volker Jung, Petra Kunik von der jüdischen Gemeinde und Stadtdekan Johannes zu Eltz

Frankfurt, 5. März 2017. Vertreter aus Politik und Religionen, darunter der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, haben am Sonntag (5. März) in Frankfurt die christlich-jüdische „Woche der Brüderlichkeit 2017" eröffnet. Unter dem Motto „Nun gehe hin und lerne" ruft die Initiative in diesem Jahr zum ökumenischen und globalen Lernen durch Begegnungen auf. Bis zum 12. März sind deutschlandweit Veranstaltungen geplant.

An Schuld der Kirche erinnern

In seinem Grußwort bei der zentralen Eröffnungsfeier in der Frankfurter Paulskirche erinnerte Landesbischof Bedford-Strohm anlässlich des 500. Reformationsjubiläums auch an die Schuld, die die evangelische Kirche durch die judenfeindlichen Denkmuster und Schriften Martin Luthers und vieler anderer Reformatoren auf sich geladen hat. „Auf vielfache Weise ist die Kirche in ihrer Geschichte zutiefst schuldig geworden gegenüber dem Judentum und blieb verstrickt in die Geschichte von Judenfeindschaft und Antisemitismus“, so der Ratsvorsitzende.  Die Erinnerung daran erfülle die Kirche mit Trauer und Scham. „Ich bin überzeugt davon, dass wir im Sinne Martin Luthers handeln, wenn wir als Evangelische Kirche in Deutschland heute sagen: Wir bitten um Vergebung für das unermessliche Leid, dass, auch im Namen Martin Luthers, unseren jüdischen Schwestern und Brüdern angetan worden ist.“

Lehren an Jüngere weitergeben 

Die Vergangenheit nehme die EKD aber gleichsam in die Pflicht, die Anliegen des christlich-jüdischen Dialogs an eine nachwachsende Generation zu vermitteln. Bedford-Strohm kündigte in diesem Zusammenhang an, die EKD beabsichtige gemeinsam mit ihren Gliedkirchen eine neue Stiftungsprofessur zur Erforschung und Förderung des christlich-jüdischen Dialogs für die Dauer von zehn Jahren einzurichten. „Sie ist ein Angebot, den Weg des Dialogs und der Verbundenheit mit dem Judentum gemeinsam weiter zu gehen, im Vertrauen auf Gottes große Barmherzigkeit und unverbrüchliche Treue gegenüber dem biblischen Gottesvolk Israel“, so Landesbischof Bedford-Strohm.

Buber-Rosenzweig-Medaille für Arbeitskreise

In der zentralen Eröffnungsfeier zur Woche der Brüderlichkeit wurde außerdem die Buber-Rosenzweig-Medaille 2017 verliehen. Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr die Konferenz Landeskirchlicher Arbeitskreise Christen und Juden (KLAK) für ihre Verdienste im christlich-jüdischen Dialog. Der 1978 ins Leben gerufene Zusammenschluss aus Arbeitsgruppen, Ausschüssen und Beauftragten im Bereich Kirche und Judentum widmet sich der Aufarbeitung kirchlicher Judenfeindschaft und wirkt an der Erarbeitung kirchlicher Erklärungen zum Verhältnis von Theologie und Kirche zum Judentum mit. Die undotierte Auszeichnung des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit erinnert an die jüdischen Philosophen und Pädagogen Martin Buber (1878-1965) und Franz Rosenzweig (1886-1929). Sie wird an Personen oder Institutionen vergeben, die sich um die Verständigung zwischen Christen und Juden verdient gemacht haben. Preisträger waren neben anderen der deutsch-iranische Schriftsteller Navid Kermani, der Violinist Yehudi Menuhin, der niederländische Schriftsteller Leon de Winter, der Architekt Daniel Libeskind sowie der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider.

Sabbatgottesdienst mit Kirchenpräsident

Bereits am Vorabend hatte der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung bei einem Sabbatgottesdienst im Frankurter Römer dazu aufgefordert, mehr voneinander zu lernen. „Jesus steht mit dem, was er lehrt, ganz auf dem Boden des Judentums“, sagt er.  In seiner Ansprache ging er auf zentrale Punkte ein, die den jüdischen mit dem christlichen Glauben verbinden: die Liebe sowie die „goldene Regel“. Diese besagt: „Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest“ – oder anders ausgedrückt, wie im babylonischen Talmud, auf den der Kirchenpräsident eingehen wird: „Du sollst deinem Nächsten nichts Ärgeres tun, als du dir gern getan haben willst.“ An der Gemeinschaftsfeier nahmen unter anderem auch der Limburger Bischof Georg Bätzing sowie der Rabbiner Andreas Nachama teil.

Hintergund Woche der Brüderlichkeit

Die jährlich stattfindende bundesweite „Woche der Brüderlichkeit" wird seit 1952 jedes Jahr von den rund 85 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit veranstaltet. 

Die ARD überträgt am 5. März um 23:35 Uhr auch eine 30-minütige Zusammenfassung der Eröffnungsfeier in Frankfurt.

mehr über die Woche der Brüderlichkeit

Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!

2. Korinther 6, 2

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/Photolyric

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