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Fünf Jahre Fukushima

Journalistin: In Japan kaum kritische Debatte um Fukushima

Ken OshidoriBild: Mensch nimmt Radioaktivität in Körper aufDer Künstler Ken Oshidori verarbeitet die Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima, indem er Figuren aus Draht formt. Bereits der Reaktorunfall von Tschernobyl hat gezeigt, dass radioaktives Jod das Risiko erhöht, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken

In Japan wird nach den Worten der Journalistin Mako Oshidori fünf Jahre nach der Explosion des Atomkraftwerks Fukushima kaum noch über die Folgen diskutiert. Stattdessen wurde nach dem Unfall ein neues „Staatsgeheimnisgesetz” beschlossen, sagte sie bei einer internationalen Tagung.

Karte: BMZ/ Foto: Esther StoschAuf der Karte von Japan zeigt der Pin an welcher Stelle Fukushima liegt.Auf der Karte von Japan zeigt der Pin an welcher Stelle Fukushima liegt.

Die Regierung wolle die Meinung verbreiten, Atomkraft sei sicher, und lasse derzeit wieder die ersten Atommeiler hochfahren. Es sei schwierig, in Medien Kritik daran zu äußern, sagte die Journalistin.

Die gesundheitlichen Folgen der radioaktiven Strahlung in Fukushima seien bisher nur wenig untersucht worden, sagte Oshidori. Es habe eine Studie zu Erkrankungen von Kindern an Schilddrüsenkrebs gegeben, aber keine über Blutkrebs. Auch die direkt nach der Explosion im strahlenden Meiler eingesetzten Arbeiter seien nicht systematisch untersucht worden. Die medizinische Untersuchung von 360.000 Kindern in der Region habe 116 Fälle von operiertem Schilddrüsenkrebs ausgewiesen, ergänzte die Berliner Ärztin Dörte Siedentopf, Vorstandsmitglied der deutschen Sektion der Internationalen Ärzte zur Verhütung eines Atomkriegs. Allerdings sei die Studie wenig zuverlässig. Die Untersuchungen seien jeweils in wenigen Minuten vorgenommen worden, und Ärzten außerhalb der Region sei eine Zweituntersuchung verboten worden.

Anlässlich des fünften Jahrestags der Katastrophe von Fukushima am 11. März richtet das Zentrum Ökumene der evangelischen Landeskirchen in Hessen die dreitägige Konferenz aus, auf der sich Vertreter von Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie Juristen gegen die Nutzung der Atomkraft verbünden sollen. Ziel ist nach den Worten des Referenten für Friedensbildung des Zentrums, Wolfgang Buff, gegen die „atomare Kette” vom Uranabbau bis zur Endlagerung des Strahlenmülls vorzugehen.

Der ehemalige Programmdirektor des Ökumenischen Rats der Kirchen, Jonathan Frerichs, rief die Kirchen dazu auf, ihre Regierungen zu drängen, ein internationales Abkommen zur Ächtung der Atomwaffen zu unterzeichnen. „Wir können nicht mehr akzeptieren, dass Staaten für ihre Sicherheit Kapazitäten unterhalten, die die Erde zerstören können”, sagte er. Atomwaffen seien eine „Sünde” und müssten wie einst die Sklaverei für illegal erklärt werden. Bereits 1996 habe der Internationale Gerichtshof Atomwaffen als illegal bezeichnet, weil sie mehrere Vorschriften des Kriegsrechts verletzten, so die Unterscheidung zwischen Soldaten und Zivilisten, ergänzte der Jurist Becker.

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern.

Lukas 12, 48

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/Milena

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