Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der EKHN zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular und auf facebook sind wir offen für Ihre Anregungen.

Menümobile menu

Olympische Winterspiele

Jung begrüßt Ausschluss russischer Sportler

EKHNPortraitDr. Volker Jung, Kirchenpräsident der EKHN

Russland darf nicht an den Olympischen Winterspielen in Südkorea teilnehmen. Das hat das Internationale Olympische Komitee entschieden. Der Grund ist jahrelanges, staatlich gedecktes Doping in Russland. Der Sportbeauftragte der EKD und Kirchenpräsident der EKHN, Volker Jung, begrüßt die Sanktionen – bezweifelt aber, dass die Dopingproblematik damit wirksam bekämpft werde.

Russische Sportler sollen bei den Winterspielen 2014 in Sotschi systematisch gedopt haben. Dabei soll ihnen der russische Staat geholfen haben – sogar Laborproben sollen manipuliert worden sein. Das berichten verschiedene Medien. Deshalb hat das IOC (Internationales Olympisches Komitee) nun russische Sportler von der Teilnahme an den Winterspielen in Südkorea ausgeschlossen. Mit einer Einschränkung: Russische Sportler dürfen mitmachen – aber unter neutraler Flagge. Darüber hat die Multimediaredaktion mit dem Sportbeauftragten der EKD und Kirchenpräsident der EKHN, Volker Jung, gesprochen.

Was halten Sie von der Entscheidung des IOC, Russland von den Winterspielen auszuschließen?

Volker Jung: Das IOC hat eine nachvollziehbare Entscheidung getroffen. Sie versucht vor allen Dingen, den Sportlerinnen und Sportlern gerecht zu werden, die sich dem System entzogen haben. Damit ist die Verpflichtung verbunden, dies jetzt auch zu beurteilen. Ob mit den gewählten Sanktionen allerdings dem systematischen, hier eindeutig an Staatsinteressen orientierten Doping eine Grenze gezogen wird, ist fraglich. Offenbar sollen die Sportler unter bestimmten Bedingungen ja schon an der Schlussfeier wieder unter russischer Fahne teilnehmen können.

Allein der Ausschluss der russischen Athleten geht Ihnen also nicht weit genug?

Volker Jung: Die schockierenden Erkenntnisse nach Sotschi 2014 zeigen, wie nötig es ist, an eine grundlegende Reform des Anti-Doping-Gesetzes zu gehen. Den Blick alleine auf Athletinnen und Athleten zu richten, reicht bei weitem nicht aus. In Russland sind nach dem derzeitigen Erkenntnisstand, nicht nur Sportler und Funktionäre, sondern Mediziner, Politiker und sogar der Geheimdienst in das Doping der Athleten verstrickt. Für mich ist irritierend, dass mit Witalij Mutko einer der Hauptverantwortlichen lebenslang für Olympia gesperrt ist, zugleich aber als Aufsichtsratsvorsitzender des Organisationskomittees für die Fußball-WM maßgebliche Verantwortung für die nächste sportliche Großveranstaltung in Russland trägt. Ich frage: Was sagt die FIFA dazu?

Doping ist nicht nur in Russland verbreitet, auch gegen Sportler aus anderen Nationen gibt es immer wieder Vorwürfe.  Zerstört Doping möglicherweise die Attraktivität des Spitzensportes?

Volker Jung: Doping ist ein klarer Verstoß gegen die Verpflichtung, Solidarität und Fairplay einzuhalten, die jedes NOK der Welt unterzeichnet hat. Weil Doping die Forderung nach Chancengleichheit unterläuft, ist es nicht nur ein Verlassen einer gemeinsamen sportlichen Basis, sondern auch Betrug, der strafrechtlich verfolgt werden muss. Wer eine olympische Medaille durch die Einnahme leistungsfördernder Substanzen gewinnt, hat nicht nur gegen das Gebot der Fairness verstoßen, sondern nimmt den im ungleichen Wettkampf Unterlegenen auch die Chance der Anerkennung und auch der späteren Vermarktung ihres möglichen Erfolges.

Was kann die Kirche für einen Beitrag in der Dopingdiskussion leisten?

Volker Jung: Aus einem christlichen Verständnis heraus ist es meines Erachtens dringend nötig, dass in Sport, Politik und Gesellschaft im Blick auf die einzelnen Sportlerinnen und Sportler eine an der Menschenwürde orientierte Debatte geführt wird, um der maßlosen Verzweckung eine Grenze zu setzen. Zu dieser Diskussion möchten wir in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im kommenden Jahr einen Beitrag leisten.


Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Lukas 21, 28

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von pixabay/comfreak

Zurück zur Webseite >

to top