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Ulrike Scherf würdigt Theologin

Zum Tode der theologischen Wissenschaftlerin Luise Schottroff

EKHN/Gütersloher VerlagshausLuise Schottroff (+). Foto aus 2005.

„Luise Schottroff wird der evangelischen Kirche, der Universitätstheologie und vielen Menschen fehlen, die ihr mit großem Gewinn zuhörten und ihr von Herzen verbunden waren“. Mit diesen Worten hat die Stellvetreterin des Kirchenpräsidenten die am 8. Februar verstorbene Theologin Luise Schottroff gewürdigt.

EKHN / Claudia JanssenLuise Schottroff im September 2014

Darmstadt, 9. Februar 2015. Die Stellvertreterin des hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten, Ulrike Scherf, hat die am Sonntag verstorbene Theologin Luise Schottroff als einen „Glücksfall für die theologische Wissenschaft und die evangelische Kirche“ bezeichnet. Es sei ihr bleibender Verdienst, dass sie „den Lebensbezug der Menschen in die Forschung eingebracht und damit ein rein akademisches Denken überwunden hat“. Sie gelte zudem „mit Recht als Pionieren der feministischen Theologie in Deutschland“, die wesentliche Impulse aus den USA geholt und für eine weltweite Vernetzung von Forschung und Lehre gesorgt habe. Darüber hinaus habe Schottroff durch ihre „außergewöhnliche Persönlichkeit und menschliche Zugewandtheit vor allem vielen Frauen den Weg in die evangelische Kirche und in die theologische Wissenschaft geebnet“. Scherf: „Luise Schottroff wird der evangelischen Kirche, der Universitätstheologie und vielen Menschen fehlen, die ihr mit großem Gewinn zuhörten und ihr von Herzen verbunden waren“.

Auftritte bei Kirchentagen begeisterten Tausende

Die von 1973 bis 1986 in Mainz lehrende Theologieprofessorin gilt unter anderem mit Dorothee Sölle (1929 bis 2003) als Mitbegründerin der feministischen Theologie in Deutschland. Sie wurde einem breiten Publikum durch zahlreiche Auftritte bei Deutschen Evangelischen Kirchentagen bekannt. Zuletzt war Schottroff Mitherausgeberin der 2006 erschienen „Bibel in gerechter Sprache“. In den Jahren 1973 bis 1985 war sie auch Mitglied der hessen-nassauischen Prüfungskommission für das Erste Theologische Examen. 2013 wurde sie für ihr Lebenswerk mit dem Leonore-Siegele-Wenschkewitz-Preis des Vereins zur Förderung der feministischen Theologie in Forschung und Lehre ausgezeichnet. Die Laudatio hielt damals die Stellvertreterin des hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten, Ulrike Scherf. Schottroff starb am 8. Februar im Alter von 80 Jahren nach langer und schwerer Krankheit in Kassel.

Zur Person Luise Schottroff

Luise Schottroff wurde 1934 in Berlin geboren. Nach ihrer theologischen Promotion in Göttingen 1960 wechselte sie nach Mainz und wurde dort 1973 als Hochschullehrerin berufen. Am Fachbereich Evangelische Theologie blieb die bei Studierenden sehr beliebte Dozentin bis 1986 „außerplanmäßige Professorin“ für das Fach Neues Testament. Von 1986 bis 1999 hatte sie danach einen Lehrstuhl für Neues Testament an der Universität Kassel inne. Von 2001 bis 2004 lehrte sie an der US-amerikanischen School of Religion der Berkeley University in Kalifornien. 2007 verlieh ihr der Marburger Fachbereich Evangelische Theologie die Ehrendoktorwürde. Schottroffs Arbeitsschwerpunkte waren die Sozialgeschichte des frühen Christentums, die feministische Theologie, die Befreiungstheologie sowie der jüdisch-christliche Dialog. Sie veröffentlichte fast 300 wissenschaftliche sowie allgemeinverständliche Publikationen zu theologischen und gesellschaftlichen Themen. Luise Schottroff war mit dem 1997 verstorbenen Frankfurter Bibelwissenschaftler Willy Schottroff verheiratet.

Die Trauerfeier für Luise Schottroff ist in Kassel geplant. Sie wird Samstag, 14. Februar 2015 um 11 Uhr in der Friedhofskapelle in Kassel Wehlheiden, Friedenstraße 53, stattfinden. Die Leitung des Gottesdienstes wird der hessen-nassauische Studierenden- und Stadionpfarrer Eugen Eckert übernehmen.

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern.

Lukas 12, 48

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/LPETTET

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