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Du bist wertvoll – sich selbst und anderen etwas zutrauen

Von Angela Stender, Öffentlichkeits-Beauftragte der Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg

© iStock skynesher

Da sitzen sie auf den Bänken rund um den Spielplatz und wachen über das Wertvollste, das sie haben: ihre Kinder. Doch einige Mamis und Papis wirken dabei alles andere als entspannt. Locker auf der Bank sitzen, mit andern Eltern ein Schwätzchen halten, während die lieben Kleinen Sandkasten und Spielgeräte erkunden, Laufradrennen fahren und sich um das neuesten Spielgerät raufen? Für viele Mütter und Väter ein unmöglicher Gedanke. Die Zeit auf dem Spielplatz ist für sie der reine Stress.

Die Kleinen eine Minute aus den Augen verlieren, unmöglich, ja unverantwortlich. Es könnte doch etwas… – da bewegt sich doch Mia tatsächlich auf das Klettergerüst zu! Da nähert sich ein fremdes Kind gefährlich Oskars neuem Bagger! Warum muss Linus nur immer Sand essen? Und Emma versucht schon wieder auf den Baum zu klettern! Viel zu gefährlich! Was alles passieren kann! Morgen sammelt der besorgte Papa Unterschriften, damit der Baum abgesägt wird oder wenigstens ein hoher Zaun drum herum kommt.

Kinder überwachen per Smartphone

© iStock runzelkorn

Die lückenlose Überwachung des Nachwuchses ist heute so perfekt möglich wie nie zuvor. Das Smartphone ist das digitale gute Gewissen besorgter Erziehungsberechtigter. Über die sozialen Medien Whatsapp und Facebook hacken sie sich zusätzlich ins Leben ihrer Kinder ein, denn: Überall drohen Gefahren! Und wenn es erst die Überwachungsdrohne gibt, dann ist die heile Elternwelt perfekt.

Ist das wirklich so? Schützen wir Kinder vor Gefahren, indem wir sie lückenlos überwachen? Bewahren wir sie vor Schmerz und Unbill, indem wir ihnen alles abnehmen? Machen wir sie stark, indem wir ihnen nichts zu zutrauen? Geben wir ihnen Selbstvertrauen, indem wir ihnen zeigen, wie sehr wir ihren Fähigkeiten, auf sich selbst aufzupassen, misstrauen? Zeigen wir ihnen, wie wertvoll sie für uns sind, indem wir ihnen alles abnehmen, jedes finanzielle Opfer bringen? Nehmen wir ihnen nicht vielmehr jeden eigenen Spielraum und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten?

„Mami macht das für dich!“, „Papi holt dich ab!“, „Nicht das Messer, du könntest dich schneiden!“ „Lass das, du kannst das noch nicht!“ Der Katalog der Kinderschutz-Standardsätze der besorgten Elternschaft ließe sich endlos verlängern. Ja, es gibt Gefahren, vor denen man Kinder schützen und bewahren muss. Aber kann das gelingen, wenn man sie mit Worten und Gesten kleinmacht und ihnen Tag für Tag signalisiert, dass man ihnen nichts zutraut? Und wie soll jemand, dem nichts zugetraut wird, sich selbst etwas zutrauen?

Zutrauen – der erste Weg zum Selbstbewusstsein

„Du kannst das!“ Diese Zusicherung hilft, wenn ich beim Klettern die Bodenhaftung verliere. „Probier es aus, ich weiß, du schaffst es!“ Mit dieser Aufmunterung gehen die ersten Meter auf dem Fahrrad fast von allein. „Ich glaube an dich!“ Vier Worte aus dem Mund des Vaters, der Mutter, einer Freundin, eines geschätzten Kollegen machen nicht nur Kinder stark, sie lassen auch Erwachsene spüren: „Du bist wertvoll!“ Das zu spüren macht selbstbewusst, das gibt Sicherheit und Ermutigung für den nächsten Schritt. Das gilt vor allem, wenn man weiß, dass der oder die Andere einen im Falle eines Scheiterns auffängt, tröstet und den nächsten Versuch mit ebenso viel Zuspruch begleitet.

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Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Lukas 21, 28

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von pixabay/comfreak

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