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Hoffnung

Die Hoffnung aufgeben? Nein! Das kommt für ihn nicht infrage. Zweifel hatte er schon, manchmal packte ihn auch die Verzweiflung, wenn die Schmerzen zu groß wurden, wenn der begeisterte Sportler ans Laufen und Turnen dachte und dann wieder gefüttert und gewaschen werden musste, wenn auch nichts, so gar nichts ohne fremde Hilfe ging – wenn er sich fragte: Warum? Doch nach dem Schock, der Verzweiflung, den Schmerzen, der Wut trifft er eine Entscheidung: Ich halte an meinem Glauben fest! Ich gebe die Hoffnung nicht auf!

Ein selbstständiges Leben führen, auf eigenen Füßen stehen, Sport treiben, tanzen gehen – für Samuel Koch, Student an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover, ist das normal. Er hat Spaß am Leben, liebt die Herausforderung, ist ein Arbeitstier. Dann kommt der Auftritt bei „Wetten, dass..?“ Mit Sprungfedern will der 23-Jährige per Salto über fünf fahrende Autos springen – bei den Proben hat das immer geklappt. Millionen von Zuschauern sitzen gebannt vor dem Fernseher, verfolgen im Dezember 2010 die akrobatische Wette – dann der Sturz. Samuel fällt, um ihn wird es Nacht. Die erste Zeit kämpft er ums Überleben, keiner weiß, wie es ausgeht, dann kommt die Diagnose: vom Hals ab gelähmt.

Die Familie gibt ihm Halt. Kraft schöpft er aus der Anteilnahme so vieler Menschen, die ihm schreiben, Mut machen. Das baut ihn auf. Die Unterstützung seiner Therapeuten, Ärzte und Pfleger stärkt ihn. Samuel gibt nicht auf, obwohl er nicht weiß, ob er sich je wieder selbstständig bewegen kann. Der begeisterte Turner ist hilflos auf andere angewiesen. „Aber ich kann allein denken und fühlen“, so seine Devise. Er kämpft, blickt positiv in die Zukunft, steckt sich Ziele. „Ich will mein Studium so bald wie möglich wieder aufnehmen.“

Statt aufzugeben, bewahrt er sich die Liebe zum Leben. Mit Energie und Ausdauer arbeitet er an sich und freut sich über jede kleine Verbesserung. Seine Zuversicht ist groß. Schon beim Sprung hatte er den Psalm 23 im Kopf, „… und so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir“. Das schenkt ihm Kraft bei allen Rückschlägen.
 
Heute ist Samuel 25 Jahre alt, er sitzt immer noch im Rollstuhl, ist immer noch gelähmt, aber er hat sein Studium wieder aufgenommen, eine Rolle als Schauspieler erhalten und im vergangenen Jahr seine Autobiografie veröffentlicht. Bewegend berichtet er in seinem Buch „Zwei Leben“ von seiner Zeit vor und nach dem Unfall.

Samuel und sein Buch sind Mutmacher für alle, die mit ihrem Schicksal hadern. Sie machen Mut, nicht aufzugeben. Sie zeigen: Es lohnt sich, an seinem Leben festzuhalten, auch wenn Perspektiven oder Wünsche zerstört werden.
 
Samuel Koch hat nicht nur Hoffnung, er schenkt auch welche und lehrt uns, die Kostbarkeit des Lebens neu zu schätzen. Der junge Mann hat sein Schicksal angenommen, nicht hoffnungslos, sondern voller Zuversicht. Als gläubiger Christ legt er sein Leben in Gottes Hände und besinnt sich auf den Urgedanken des christlichen Glaubens: „Dein Wille geschehe.“
 
Britta Jagusch

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Christus spricht:
Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich.

Lukas 10, 16

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/Andesign101

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