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Begegnungen in der Rimbacher Begegnungsstätte

ChiK will Deutsch für alle

bbiewDeutschkenntnisse als Schlüssel zur Integration - Helmut Schmitt (l.) und Arno Kreh mit Sprachlehrerin Manina Döring

Integration braucht Räume der Begegnung. Einen solchen Raum hat der Helferkreis Christen in Kontakt (ChiK) mit der Begegnungsstätte in Rimbach geschaffen. Initiator Helmut Schmitt ist ein Jahr nach der Eröffnung dennoch nicht rundum zufrieden, wie er bei einem Besuch des Dekans des Evangelischen Dekanats Bergstraße, Arno Kreh erklärte.

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Von Montag bis Freitag werden in der Begegnungsstätte fünf Integrationskurse angeboten, die von hauptamtlichen Sprachlehrern geleitet werden. Eine von ihnen ist Manina Döring. Die gebürtige Georgierin hat Deutsch als Fremdsprache studiert und unterrichtet in Rimbach Frauen und Männer aus Syrien, Irak und Eritrea. „Noch immer dauert es fünf bis sieben Monate, bis das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) entscheidet, ob ein Flüchtling an einem Integrationskurs teilnehmen kann“, kritisiert Helmut Schmitt. Für den 78jährigen ist das verlorene Wartezeit. Noch schwerer wiegt für ihn, dass an den Integrationskursen nur Geflüchtete teilnehmen dürfen, die eine Bleibeperspektive haben oder deren Chancen als aussichtsreich gelten, Asyl zu erhalten. Für Afghanen beispielsweise gilt das aktuell nicht. „Aus diesem Grund haben wir Deutschkurse eingerichtet, die von Ehrenamtlichen - meist pensionierten Lehrern – geleitet werden. Dort können alle mitmachen, ganz gleich aus welchem Land jemand kommt“, betont Helmut Schmitt. Der Kurs habe die gleichen Inhalte und Anforderungen wie die staatlichen Integrationskurse, nämlich 600 Schulstunden Deutsch und 60 Schulstunden über Leben und Kultur in Deutschland.

Flüchtlinge reparieren in der Fahrrad-Werkstatt

Der Pensionär, der früher als selbstständiger Gas- und Wasserinstallateur tätig war, ist deshalb auch nicht amüsiert, wenn Flüchtlinge Deutsch-Stunden schwänzen. „Es kam vor, dass im Ramadan fast die Hälfte der Schüler fehlte. Das ist nicht zu akzeptieren.“ Geflüchtete Frauen konnten teilweise nicht zum Sprachkurs kommen, weil sie nicht wussten, wo sie ihre Kinder lassen können. Chik richtete in der Begegnungsstätte deshalb eine Kinderbetreuung ein. „Das war sehr hilfreich“, meint Helmut Schmitt.

Gut angenommen wird in der Begegnungsstätte die Fahrrad-Werkstatt. Dafür wurden gebrauchte Räder gespendet, die gemeinsam von einheimischen Helfern und Flüchtlingen repariert und wieder verkehrstauglich gemacht werden. Die Räder können nicht ausschließlich Flüchtlinge gegen eine Spende erwerben - je nach Zustand zwischen 15 und 100 Euro. Jedes zehnte Rad geht an einen Deutschen.

"Unser Projekt wird im Ort akzeptiert. Aber zu wenig aktiv unterstützt“

Schülerinnen und Schüler der benachbarten Martin-Luther-Schule betreuen Computerkurse. Dafür wurde eigens ein PC-Raum eingerichtet. In dem Café der Begegnungsstätte begegnen sich zwar Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern, aber immer noch zu wenig mit Deutschen, findet Helmut Schmitt. „Das ist mühsam. Wir müssen ständig rühren und bohren, dass einzelnen Bürger oder auch Gruppen kommen“.  In Rimbach leben zurzeit 170 Flüchtlinge. Auch für Flüchtlinge aus den Nachbarorten gehört die Begegnungsstätte zu einer gern und häufig besuchten Adresse. „Bei uns hat es noch nie Probleme mit Flüchtlingen gegeben. Unser Projekt wird im Ort akzeptiert. Aber zu wenig aktiv unterstützt“, meint Schmitt. Mit Handy- und Computerkursen für die Generation 60plus hofft er mehr Einheimische in die Begegnungsstätte zu locken. Begegnung ist auch ganz zwanglos möglich. Im Außenbereich des Cafés haben Flüchtlinge mithilfe eines ehemaligen Bauhofmitarbeiters aus Paletten Sitzgruppen geschaffen und ein öffentliches Bücherregal aufgestellt.

"Dranbleiben und hartnäckig sein"

„Was ChiK aufgebaut und entwickelt hat, ist hervorragend“ sagte Dekan Arno Kreh. „Hier wird das angeboten, was geflüchtete Menschen brauchen – allen voran die Sprachangebote. Deutschkenntnisse sind der Schlüssel zur Integration.“  Für die Begegnungsstätte hatte ChiK 82.000 Euro an Spenden gesammelt – davon kamen fast 20.000 Euro von der evangelischen Kirche und der Diakonie. Die Miete für das Gebäude zahlt die Kommune Rimbach.

Die Förderanträge an staatlichen Stellen hat Helmut Schmitt alle selbst geschrieben. „Ob Ausländeramt, Sozialamt oder Arbeitsamt – ich muss mich so oft mit Ämtern herumschlagen. Das ist häufig frustrierend“, klagt Helmut Schmitt, der aktuell Förderanträge in Höhe von 78.000 Euro gestellt hat. Bescheide liegen noch nicht vor. „Dranbleiben, hartnäckig sein, bei allen Widrigkeiten nicht aufgeben, das finde ich beeindruckend“, meinte der Bergsträßer Dekan.

Die Begegnungsstätte ist weiter auf Spenden angewiesen. Das Spendenkonto wird über die Kommune verwaltet:
Gemeinde Rimbach
IBAN: DE32 5096 1592 0000 0053 47
BIC: GENODE51FHO
Volksbank Weschnitztal
Verwendungszweck: ChiK Flüchtlingshilfe Rimbach

Dieser Artikel wurde automatisch von einer Website der regionalen Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau übernommen. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist der Autor/die Autorin dieses Artikels.

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern.

Lukas 12, 48

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/LPETTET

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