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Festgottesdienst in Friedberg

„Frei von der Sorge, dass alles so bleiben muss, wie es ist“

Pfannemüller

In der Friedberger Stadtkirche fand am Abend des Reformationstags ein Festgottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde statt, an dem auch Landrat Joachim Arnold und politische Vertreter der Stadt teilnahmen.

PfannemüllerFriedberg: Dekan Guth im Gespräch mit dem kath. Dekan Stefan Wanske, dem Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender und Wolfram Jäger.

Der Gottesdienst war der feierliche Abschluss des Reformationsjubiläums in der Stadt. In seiner Predigt würdigte der Dekan des Evangelischen Dekanats Wetterau, Volkhard Guth, Martin Luther als Persönlichkeit, die mutig, unbeugsam und rebellisch gegen die Autoritäten seiner Zeit aufbegehrte. Luthers Antrieb seien Glaubensfragen gewesen, das reformatorische Denken habe aber letztlich das ganze damalige Gesellschaftssystem ins Wanken gebracht.

500 Jahre nach dem Beginn der Reformation dürfe die Kirche nicht nachlassen, sich zu reformieren, sagte Guth. „Wenn wir heute Kirche bei den Menschen sein wollen, können wir dies nicht mehr in Formen behaupten, die bestenfalls Antworten des 19. Jahrhunderts waren.“ Das evangelische Prinzip einer sich stets verändernden Kirche bedeute, sich den Sorgen, Ängsten und Fragen der Menschen unserer Zeit stellen. Dazu gehörten etwa die Folgen der Digitalisierung und der Verlust von Bindung und Familie. Guth betonte ausdrücklich, dass diese Ziele nur in einer ökumenischen Zusammenarbeit zu erreichen seien. Im Jubiläumsjahr könnten sich Christen eine wichtige Erkenntnis von Gott schenken lassen, sagte Guth. „Frei zu sein von der Sorge, dass alles so bleiben muss, wie es ist.“

Banner in der Kirche

Den Altarraum der Stadtkirche schmückten Banner, die seit September an verschiedenen Gebäuden in Friedberg angebracht waren. „Mit ihrem aktuellen Bezug zu den Aussagen der Reformation haben die Botschaften viele Menschen zum Nachdenken angeregt, sagte Pfarrerin Claudia Ginkel. „In der Nächsten Nähe“ hieß die Botschaft am Haus der Diakonie. Der Leiter des Diakonischen Werks Wetterau, Eckhard Sandrock, erklärte, die biblische Botschaft „Liebe Deinen Nächsten“ sei zu verstehen als schlichte Aufforderung, für einen Menschen da zu sein, der Hilfe benötige. Christen hätten die Aufgabe, zu ungerechten Verhältnissen nicht zu schweigen.

Stadträtin Ruth Mühlenbeck erklärte, das Banner „Die Freiheit des Glaubens ist unverletzlich,“ welches im Foyer des Friedberger Kreishauses zu sehen war, erinnere an die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit. „Derzeit erinnern uns die Flüchtlinge, die zu uns kommen, daran, dass Freiheit nichts Selbstverständliches ist,“ sagte Mühlenbeck.

Die Verbundenheit der Kirche mit der Politik kam auch durch das Grußwort von Landrat Joachim Arnold zum Ausdruck. Er nannte Martin Luther beispielhaft dafür, dass man mit Mut die Welt verändern könne. Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender erinnerte daran, dass Luther im Jahr 1521 auf dem Rückweg von Worms in Friedberg Station gemacht und zwei Briefe geschrieben habe. Die Friedberger Stadtkirche erfülle auch heute noch die Funktionen als Gotteshaus, Denkmal und öffentlicher Raum. „Dass die Stadtkirche nach wie vor ein kulturelles Zentrum ist, erfüllt mich mit Stolz und Freude,“ sagte Hollender.

Der katholische Dekan Stefan Wanske sprach in seinem Grußwort über seine Bedenken zu Beginn des Reformationsjubiläums: „Ich habe mich vor dem Jahr 2017 gefürchtet,“ gab er zu. Glücklicherweise habe das Jubiläum aber nicht zu mehr Abgrenzung zwischen den Kirchen geführt, sagte der katholische Geistliche. Das Jubiläumsjahr sei vielmehr der Anlass zu einem neuen ökumenischen Aufbruch gewesen und mache Mut, auch weiter auf dem Weg der Einheit zu gehen.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der Friedberger Kantorei unter der Leitung von Ulrich Seeger.

 

 

Dieser Artikel wurde automatisch von einer Website der regionalen Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau übernommen. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist der Autor/die Autorin dieses Artikels.

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

2. Korinther 5, 10

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/Pali Rao

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