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Eine kleine Kulturgeschichte des Bierdeckels

Von Jörg Brauer, Saulheim

Foto: © Tim Reckmann / pixelio.de (www.pixelio.de)

Vor 500 Jahren, am 23. April 1516, hat der bayerische Herzog Wilhelm IV. das Reinheitsgebot für die Herstellung des alkoholischen Getränks Bier erlassen. Er verfügte, dass allein Wasser, Hopfen, Hefe und Malz als Brauzutaten verwendet werden dürften. Für die deutschen Brauer gilt dieses Reinheitsgebot bis heute.

Das Bier selbst ist jedoch schon viel älter. Sumerer und Babylonier, Ägypter und Chinesen in vorchristlicher Zeit, Mönche und Nonnen im Mittelalter, Großkonzerne und Hobbybrauer in unserer Gegenwart waren und sind mit der Herstellung des Gerstensaftes beschäftigt.

Ende des 19. Jahrhunderts leisteten sich einige besserbetuchte Menschen einen persönlichen Bierkrug mit einem Zinn- oder Silberdeckel, durch den verhindert wurde, dass etwa Insekten ins Getränk fielen. Die ärmeren Leute benutzten einen Krug ohne Deckel. Sie bekamen vom Wirt oder von der Kellnerin ein Filzstück gereicht, das auf den Krug gelegt werden konnte, den sogenannten Bierfilz. Die Verwendung dieser Bierfilze, die über Nacht im Wirtshaus getrocknet wurden, war hygienisch natürlich nicht ganz einwandfrei.

Das änderte sich, als eine neuartige Methode zur Papierherstellung – der sogenannte Holzschliff – 1867 auf der Weltausstellung in Paris präsentiert wurde. Der Dresdner Fabrikant Robert Sputh war zwar nicht der erste Hersteller von Bier-deckeln in Deutschland, aber er verfeinerte diese neue Methode zur Herstellung von Papier. Für die Maschine, die Holzfilzplatten fabrizierte, aus denen runde oder eckige Bierdeckel ausgestanzt wurden, erhielt Sputh 1892 ein Patent.

Durch die erhöhte Saugfähigkeit der neuartigen Bierdeckel erweiterte sich das Aufgabengebiet der nun zu recht „Untersetzer“ genannten Pappstücke: Neben dem Abdecken und dem Schutz des Kruges saugte der Bierdeckel jetzt unter dem Krug die herunterlaufenden Wassertropfen auf.

Erst seit Beginn der 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts kam noch eine weitere Aufgabe für einen Bierdeckel hinzu, nämlich als Werbeträger. Im Laufe der Zeit wurde dies die Hauptaufgabe des Bierdeckels. Erst warb die Brauerei für sich und ihre verschiedenen Biere; dann erschien auf der Rückseite ein Restaurant, in dem das betreffende Bier ausgeschenkt wurde; schließlich gibt es heute Hunderte von Untersetzern, die ohne Brauerei- und Bierbezug für eine Autofirma, eine Partei, einen Hollywood-Film oder ein touristisches Reiseziel werben.

Tausende von neuen Untersetzern werden allein in Deutschland jährlich heraus-gebracht.

Einen ganz besonderen Bierdeckel halten Sie mit dieser Aktion Ihrer Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in den Händen.

 

Quellen:

  • Rolf Lohberg, Das große Lexikon vom Bier, Wiesbaden1982
  • Wikipedia-Internet-Lexikon, Artikel „Bier“, „Bierdeckel“ und „Rein-heitsgebot“
  • Wir und Bier, 50 Jahre IBV, Hrsg. IBV, Stuttgart 2008

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Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1. Petrus 1, 3

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto, shironosov

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