Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der EKHN zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular und auf facebook sind wir offen für Ihre Anregungen.

Menümobile menu

Angemessen mit Trauernden umgehen

SolStock/istockphoto.comÜber Probleme sprechenEine Freundin, Nachbarin oder Kollegin hat einen Angehörigen verloren? Vielen Trauernden hilft es, wenn sie nicht allein gelassen werden.

Über den Tod sprechen ist schwer. Ein Trauerfall im Verwandten-, Freundes- Kollegenkreis oder in der Nachbarschaft stellt  Menschen vor Herausforderungen. Viele wissen oft nicht, was sie Trauernden sagen oder wie sie reagieren sollen. Die Erfahrungen eines Hospizseelsorgers, eines Pfarrers und  von Mitgliedern des Vereins der Bestatters sind hier zusammen gefasst.

Vielleicht ist es manchen Menschen unangenehm, dem Thema Tod zu begegnen. Möglicherweise weichen sie dem Kontakt zu Trauernden aus. Das ist menschlich. Doch manche Trauernde erleben, dass sie regelrecht gemieden werden und spüren  eine unausgesprochene Erwartung, doch bald wieder gut gelaunt  zu sein. Doch: Trauernden brauchen für ihre Trauer einen Schonraum.

Authentisch bleiben

Bevor Sie auf einen trauernden Menschen zugehen, ist es sinnvoll auf das eigene Bauchgefühl zu hören und sich selbst treu zu bleiben. Wenn Sie nicht wissen, was Sie sagen sollen – ein einfaches „Es tut mir leid“ kann reichen. 

Gespräch anbieten

Haben Sie sich entschieden auf den anderen zuzugehen, machen Sie sich bewusst, dass es vielen trauernden Menschen gut tut, zu reden. Sie verarbeiten ihre Gefühle, wenn sie erzählen können, wie alles geschah und wie es ihnen jetzt geht. Falls Sie einem Trauernden helfen möchten, dann ergreifen Sie ruhig die Initiative. Gehen Sie auf denjenigen zu und fragen ihn, wie es ihm geht. Bieten Sie ihre Zeit und Aufmerksamkeit an. Machen Sie zum Beispiel einen konkreten Vorschlag: „Hast du am Dienstag Zeit? Dann können wir uns zum Tee treffen und reden.“

Gefühle der Trauer aushalten

Während des Gespräches hören Sie vor allem zu. Fragen Sie nach, versuchen Sie, die Erinnerungen und Befürchtungen zu verstehen. Selbst wenn Sie einen Ratschlag geben möchten, der völlig richtig ist, gehen Sie  sparsam damit um. Der Spruch „Die Zeit heilt alle Wunden“ trifft zwar in den meisten Fällen tatsächlich zu, ist in diesem Moment für den Trauernden  aber unbrauchbar. Letztendlich kann man als Gesprächspartner nur mit dem oder der Trauernden zusammen die Gefühle angesichts des Verlustes eines geliebten Menschen aushalten. Wichtig ist, diesen Gefühlen Raum und Zeit zu geben, vielleicht auch mit dem Trauernden mitzuweinen.

Aktiv bleiben

Viele Trauernde vergessen zu essen oder haben keine Kraft zum Kochen. Das kann ein Anlass sein, dem Trauernden anzubieten,  mal für ihn zu kochen. Ein schönes Signal der Aufmerksamkeit ist es, an  die Jahrestage des Verstorbenen zu denken. Der Geburtstag des Verstorbenen und sein Todestag sind für Hinterbliebene oft eine große emotionale Herausforderung.

Das sollten Sie vermeiden:

  • Jeder trauert anders. Deshalb sind Sätze wie „ich weiß genau, wie Du dich fühlst“ fehl am Platz.
  • Der Trauernde braucht Ihre Hilfe direkt! Vermeiden Sie Floskeln wie „Wenn was ist, kannst Du mich immer anrufen“. Ein Trauernder wird Sie nicht anrufen, weil er denkt, er sei eine Belastung.
  • Auch diese Sätze wirken oft ungünstig: Die Zeit heilt alle Wunden. Es muss weitergehen. Du musst jetzt stark sein. Er/Sie hätte nicht gewollt, dass Du so traurig bist. Wenigstens hat er/sie nicht gelitten. Es war Gottes Wille.
  • Der größte Fehler aber ist, den Trauernden gar nicht auf den Todesfall anzusprechen.

 

 

Diese Seite:Download PDFDrucken

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt
und erstirbt, bleibt es allein;
wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Johannes 12, 24

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von istockphoto_ogri

Zurück zur Webseite >

to top