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Kräuter in der Bibel

edoneil/istockphoto.comViele Kräuter gedeihen nicht nur im Garten, sondern auch in Töpfen, Kübeln oder Balkonkästen.

Brennnessel gegen Rheuma, Minze gegen Kopfschmerz und Rosmarin bei zu niedrigem Blutdruck: Die Wirkung einiger heilenden Pflanzen war schon zu biblischen Zeiten bekannt. Heute finden sich viele Bibelkräuter in unseren Küchen wieder. Kräuterfrau Karin Geis erklärt, welche Wirkungen und Anwendungen es gibt.

„Wenn wir Kräuter zu uns nehmen, ernähren wir uns nicht nur, sondern tun unserem Körper im Ganzen etwas Gutes“, sagt Kräuterfrau Karin Geis. Die Expertin vom Frankfurter Lohrberg betont: „Kräuter sind mein Lebenselixier.“ Hier erklärt sie regelmäßig in Seminaren für das „MainÄppelHaus“ welche Pflanzen für was gut sind und ergänzt: „Fast zu jedem Kraut gibt es eine Geschichte.“

Zu biblischen Zeiten gehörten viele Kräuter zum Alltagswissen. In der Bibel selbst wird die heilende Wirkung eher indirekt beschrieben. Eine der expliziten Stellen, in der die Wirkung beschrieben wird, ist Jeremia 51,8: „Bringt Balsam für seine Wunden, ob es vielleicht geheilt werden könnte.“ Bei Balsam handelt es sich ein Harz, das teilweise zu Salböl verarbeitet wurde. Ansonsten erhalten Kräuter wie Ysop in den Texten bei Ritualen ihre Bedeutung. Heute steht vor allem der kulinarische und medizinische Nutzen im Vordergrund. 

Ausgewählte Bibelkräuter und ihre Wirkung

„Zu Bibelpflanzen zählen beispielsweise der Safran, Dill, Koriander oder Kreuzkümmel – sie sind nie verloren gegangen“, so Karin Geis. Auch Knoblauch, Lauch und Zwiebel seien über die Jahrtausende „nie vergessen worden“. „Das ist das Schöne: Sie kommen in der Bibel vor, waren vielleicht mal vergessen worden, aber letztendlich hat sie heute jeder täglich auf dem Tisch“, sagt die Kräuterfrau. Sie erzählt, dass vor allem die Römer und die Benediktiner-Mönche die verschiedenen Kräuter bis nach Deutschland getragen haben. „Ohne die Mönche und Hildegard von Bingen gäbe es heute wahrscheinlich viel weniger Wissen über die Kräuter und ihre heilenden Wirkungen“, sagt Karin Geis.

Vielfältiger Einsatz von Kräutern in Küche und Medizinschrank

„Mit Kräutern kann man fast alles machen: Sie mahlen, sie fotografieren, an ihnen riechen, zum Essen verwenden, zu Tees verarbeiten“, schwärmt Karin Geis. Sie schlägt vor, aus Kräutern Suppe zu kochen, Smoothies zu mixen, Kräuterbutter und Kräuterquark anzurühren oder die Kräuter einzeln als Gewürz zu nutzen.

Aber sie warnt auch: „Es gibt Pflanzen, die helfen, aber bei Übergenuss schaden sie.“ Außerdem sollten Allergiker, Kinder, Schwangere und ältere Personen sich vor der Einnahme genauestens informieren. Von Selbstmedikation wird dringend abgeraten!

Im Video zeigt Karin Geis, was Kräuter alles können.

Rezept: Herzwein nach Hildegard von Bingen

Brennnessel

(Urtica)

Es sollen Zypressen statt Dornen wachsen und Myrten statt Nesseln. Und dem HERRN soll es zum Ruhm geschehen und zum ewigen Zeichen, das nicht vergehen wird. (Jesaja 55,13)

In der Bibel spielt die Brennnessel eine strafende Rolle. Ähnlich wie Disteln werden sie als Peitschen genutzt. Der Botantiker Michael Zohary schreibt in seinem Buch „Pflanzen der Bibel“: „Die Brennnessel ist die einzige Pflanze, die die Haut so nachhaltig reizt, dass eine Entzündung entstehen kann.“ Das Gegenmittel für die Verbrennungen kennt Kräuterfrau Karin Geis: Spitzwegerich. Ein paar Blätter zerreiben und auf die betroffene Stelle geben.

Wirkung und Anwendung

Das Peitschen mit Brennnessel muss keine Strafe sein, sondern es kann sich tatsächlich eine heilende Wirkung entfalten. So helfe das Peitschen auf der entsprechenden Stelle bei Rheuma oder einem Hexenschuss, sagt Karin Geis.

Die Brennnessel hilft „das Blut zu reinigen“, erklärt die Kräuterfrau. Der Tee habe eine entwässernde Wirkung und helfe deswegen beim Detoxen und auch bei leichten Harnwegsinfekten. Der Brennnessel-Tee habe einen hohen Eisengehalt und mache wach und aktiv. Außerdem könne die Pflanze auch als Spinat oder als Suppe gekocht werden. Bei einem Brennnesselsalat warnt sie vor den Nesselhaaren. Sie empfiehlt vor allem junge Pflanzen zu verwenden. 

Lorbeer

(Laurus nobilis)

Er haut Zedern ab und nimmt Kiefern und Eichen und wählt unter den Bäumen des Waldes. Er hatte Fichten (Lorbeer, Anm. d. Red.) gepflanzt und der Regen ließ sie wachsen. (Jes 44,14)

Zu den Wettkämpfen im Altertum bekamen die Sieger Lorbeer-Kränze, zu biblischen Zeiten galt der Lorbeer als Symbol des Lebens. Botaniker Michael Zohary schreibt, dass es bei der Übersetzung des hebräischen Wortes „oren“ verschiedene Ansätze gibt. So übersetzte Luther das Wort beispielsweise mit Fichte. Der Autor vermutet, dass der Lorbeer wegen seines Ölgehaltes und seiner Beeren einen Platz in der Bibel hat. Karin Geis erklärt, dass der Lorbeer „in unserer Küche genutzt wird, um fette und unbekömmliche Speisen schmackhafter zu machen.“ 

Wirkung und Anwendung

Der Lorbeer sei besonders appetitanregend und verdauungsfördernd. In der Küche kommen vor allem seine Blätter zum Einsatz. Es gibt Rezepte für Suppen, Lorbeer dient zum Fleisch einlegen oder auch als Tee. Dabei ist der Einsatz vielfältig: etwa zu Soßen, Schmorgerichten, Gemüse oder Sülze.

Minze

(Mentha longifolia)

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen. (Matthäus 23,23)

Von der Minze-Familie gibt es unzählig viele Sorten. Kräuterfrau Karin Geis zitiert ein Sprichwort: „Sag mir, wie viele Sterne am Himmel stehen und ich sag dir, wie viele Minzsorten es gibt.“ Sie erklärt, wenn sich Minze vermehrt, vermische sie sich schnell. In Israel ist laut Michael Zohary die Rossminze am verbreitesten. 

Wirkung und Anwendung

Der Minze wird eine abführende und stimulierende Wirkung nachgesagt. Als Tee hilft sie „gegen Kopfschmerzen und allgemeine Beschwerden“. Er sei appetitanregend und gut für den Magen, erklärt die Kräuterfrau. Wegen der Bitter- und Gerbstoffe helfe sie bei Magen- und Darmbeschwerden. Zumindest solange der Minz-Tee in Maßen getrunken werde. 

Im Land der Bibel wird Minze bis heute als erfrischendes Gewürz für Fleischspeisen verwendet. „Minzesoßen lassen Fleisch frischer schmecken“, so Karin Geis. Minze könne außerdem auch zu Sirup, Kuchen oder Quark verarbeitet werden.

Besonders verbreitet sei das Minze-Öl, sagt die Kräuterfrau. Es soll die Leistung steigern, indem es klare Gedanken fördert und erfrischt. Karin Geis gibt den Tipp: „Bei Kopfweh einfach auf die Schläfe reiben.“

Ysop

(Origanum syriacum)

Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. 29 Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und hielten ihm den an den Mund. 30 Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied. (Johannes 19,28-30)

„Wegen ihrer Verwendung im Zusammenhang mit Reinigungshandlungen glaubte man, dass der Ysop-Pflanze besondere Kräfte innewohnten“, schreibt Michael Zohary in seinem Buch über Bibelpflanzen. Dabei sei die Übersetzung des biblischen „ezov“ mit Ysop nicht eindeutig belegbar, so der Fachmann. 

Der Ysop sieht dem Estragon ähnlich und ist ein Heil- und Küchenkraut. Er ist auch unter dem Namen Essigstrauch oder Essigkraut bekannt. In der Kirche kam er zusammen mit Weihrauch zum Einsatz. Zu biblischen Zeiten gehörte er zu reinigenden Ritualen dazu. Der herb-würzige bis scharfe Geschmack ist sehr intensiv. Bienen werden durch die violetten Blüten angezogen, erzählt Karin Geis.

Wirkung und Anwendung

„Wir nehmen den Ysop als Würze um Fett verdaulicher zu machen“, sagt die Kräuterfrau. Das Kraut passe gut zu Eierspeisen wie Omelett oder zu deftigen Eintöpfen. Die Blüten passen ihrer Meinung nach auch zu einem kräftigen Bauernsalat mit Schafskäse. Sie selbst mixt die Blätter in Kräutertees. Der Ysop-Tee soll beim Schleimlösen helfen. 

Rosmarin

(Rosmarinum officinalis)

Dem Rosmarin wird nachgesagt, er sei eine Bibelpflanze. Dies lässt sich mit keiner Bibelstelle belegen, aber der Legende nach hat Maria auf der Flucht nach Ägypten ihren blauen Mantel über einen Rosmarinstrauch gebreitet. Seitdem trägt die Pflanze marienblaue Blüten.

Diese Heiligen-Geschichte hat Karin Geis inspiriert, sich mit Bibelkräutern auseinanderzusetzen. Obwohl der Rosmarin eine sehr alte Pflanze ist, ist er erst im früheren Mittelalter als Heilkraut in die Klostergärten nördlich der Alpen gelangt.

Wirkung und Anwendung

In der Küche sei das bekannteste Gericht die Rosmarin-Kartoffel, so Karin Geis. Die Blätter können bei Verdauungsbeschwerden helfen, aber die Heilwirkung sei vielfältig. 

So könne er bei der Behandlung von niedrigem Blutdruck helfen: Beispielsweise mit morgendlichen Armbädern in Wasser mit Rosmarinöl. Das Öl unterstütze die Therapie von rheumatischen Erkrankungen sowie der Hautdurchblutung bei Quetschungen und Verstauchungen.

Karin Geis hat aber auch einen Tipp für Wanderer und Pilgerer: „Legen Sie in die Schuhe zwischen Fußsohle und Schuhsohle an die nackte Haut einen Zweig Rosmarin – das sorgt dafür, dass der Weg ohne Beschwerden gelaufen werden kann.“ Durch das Körpergewicht werden die ätherischen Öle zerquetscht, „gehen durch die Meridiane in die Beine und die Beine werden leicht“. Israelische Soldaten haben Karin Geis diesen Tipp bestätigt. 

Buch-Tipp: Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel. ISBN 3-7668-3397-9

Link-Tipp: Das Kräuter-Verzeichnis vom Naturheilkundeverlag Baumann

Bibelpflanzen live erleben: Ein Besuch im Bibelgarten

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Dies Gebot haben wir von ihm,
daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe.

1. Johannes 4, 21

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/Gorfer

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