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Hubertus Heil

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Hubertus Heil; stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, kommentiert Luthers Ausspruch:

„Um größere Übel zu vermeiden, muss man kleinere auf sich nehmen.“

Heil: Das klingt sehr pessimistisch nach dem Motto: Wir haben immer nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.  Aber es gibt manchmal solche Situationen, die Luther zu Recht beschrieben hat, das man abzuwägen hat. Ein anderer großer Denker, auch von protestantischer Idee geprägt, Max Weber, hat das den Unterschied zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik genannt. Es gibt Situationen, wo wir uns im Leben oder auch in der Politik zu entscheiden haben. Und dann muss man erkennen, was sind kleinere Übel, die man auf sich nehmen muss. Das ist im Bundestag mit Händen und Füßen zu greifen gewesen,  zum Beispiel in bestimmten Fragen der internationalen Politik. Ich wurde als junger Abgeordneter gefragt, ob ich einem bewaffneten Einsatz der Bundeswehr im Kosovo zustimme?  Wissend, dass man Menschen in Lebensgefahr bringt, dass man Schuld auch auf sich lädt. Aber das andere Übel, die größere Alternative des Übels war damals zuzugucken, wie ein Diktator weiter Menschen massakriert. Ich glaube, dass Luther vielleicht nicht solche Situationen im Blick haben konnte, aber ein gutes Gespür dafür hatte, dass das eben auch zum Leben gehört. Deshalb ist Luthers Satz lebensnah.

9.11.16 Studio 9 (ab 12:05 Uhr)

 

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Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Jesaja 60,2

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von unsplash_tyssul-patel

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