Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der EKHN zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular und auf facebook sind wir offen für Ihre Anregungen.

Menümobile menu

Segen ist das Glück, bei dem der Himmel seine Finger im Spiel hat

Fast jeder nimmt die Segenskärtchen, die kirchlich Engagierte im Einkaufszentrum verteilen. „Darf ich Ihnen einen Segen geben?“ Ein freundlicher Blick: „Ja, danke“. Konfession und Religion, Glaube und Unglaube, spielen offenbar keine Rolle. Nach solchen und vielen anderen Erfahrungen mit dem Thema Segen hat Fabian Vogt zusammen mit anderen Autoren ein Segensbuch verfasst.

Segen fällt nicht einfach vom Himmel

Das Buch „Segen“ trägt den Untertitel „Eine kleine Gebrauchsanleitung“, denn Segen ist nicht einfach etwas, was vom Himmel fällt, sondern beim Segen gibt es auch etwas zu tun. Man kann ihn zwar weder machen, noch sich selbst zusprechen, denn Segen kann einem nur geschenkt werden.  Wenn nämlich Gott Menschen segnet, dann gehört ganz oft eine Aufgabe dazu. So wie Gott Abraham gesegnet hat und ihm im nächsten Moment eine große Aufgabe gegeben hat. In dieser Geschichte ist der Segen daran gebunden, dass ein Mensch mutig über sich hinausdenkt und sich auf Gottes Vorstellungen für sein Leben einlässt.

So beschreiben die Autoren Fabian Vogt, Christine Lungershausen und Sandra Matz wie der Segen ins eigene Leben eingreifen kann. Die Fotos im qualitativ hochwertig gestalteten Chrismon-Büchlein sind von Pietro Sutera. In Zwölf Kapiteln beschreiben sie die verschiedenen Erfahrungen des Segens in der Bibel, angefangen bei Jakob, der den väterlichen Segen seinem Bruder Esau in der Hoffnung abluchst, mit dem Segen hätte er automatisch Glück im Leben. Später ringt Jakob mit Gott und ruft: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“

Segen in der Umgangssprache

Auch wer nicht um den Segen kämpft, führt ihn fast täglich im Mund. Worte wie „Alles Gute“, „Viel Erfolg“ oder „Hals- und Beinbruch“ sind menschliche Segenswünsche. In der Umgangssprache ist der Segen allgegenwärtig: Da hängt der „Haussegen“ schief, da wartet ein Geldsegen oder da liegt auf etwas kein „Segen“. Und selbstverständlich muss das neue Konzept noch vom Chef „abgesegnet“ werden. „Schade“ finden die Autoren, dass kaum noch jemand weiß, dass in jedem „Grüß Gott, jedem „Adieu“ und jedem „Tschüss“ ursprünglich der wohltuende Segen „Gott befohlen“ steckt.

Zwölf Kapitel mit Segensthemen aus der Bibel

Gleich im zweiten Kapitel geht es um den Sonntag, den Gott auch sich selbst als Segenstag am Ende der Schöpfung verordnet. „Auf einem Leben, in dem Arbeit und Muße in einem gesunden Verhältnis stehen, liegt Gottes Segen“, schreiben die Autoren. Segen wahrnehmen kann eben nur, wer in seinem Alltag durchatmen kann. Und auch beim Sonntag ist der Segen mit einer Aufgabe verbunden, nämlich die Ruhe des Tages zu nutzen, um sich für Gottes Segen zu öffnen.

Weitere Themen sind der Regenbogen als Zeichen des Bundes, den Gott mit den Menschen nach der Sintflut macht. Im Buch heißt er dann „Segensbogen“. Die Seligpreisungen im Neuen Testament sind ein Beispiel dafür, dass der Segen das Leben verändert, auch umgekehrt gilt: ein verändertes Leben kann auch zum Segen werden. Segen kann auch ein wirksames Mittel der Deeskalation sein, wenn Jesus empfiehlt: „Segnet, die euch verfluchen“. Das Kapitel „Segen als Lebenseinstellung“ beschreibt den Segen des Speisungswunders gegen die Angst, dass es nicht reicht.

Segensworte und Übertragung in das tägliche Leben

Jedem Kapitel ist ein Segenswort vorangestellt, wie dieser altirische Segensspruch: „Mögest Du jeden Tag wieder dankbar mit dir zusammenleben“, so dass der Leser eine kleine  Sammlung von Segenswörtern hat. Nach jedem Kapitel übertragen die Autoren im Abschnitt „Segensperspektiven“ die biblischen Beispiele auf das gegenwärtige Leben. Ein schönes Beispiel ist der Hefeteig, den man gehen lassen muss. „Fertig wird etwas, wenn ich mich nicht fertig mache, sondern wenn ich die Vollendung einem andern überlasse.“

Erschienen ist das Buch „Segen“ im Chrismon-Verlag. Es hat 155 Seiten und kostet 12 Euro.

Text: Hans Genthe

Diese Seite:Download PDFDrucken

Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat.

Psalm 103, 2

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/Cecilia Bajic

Zurück zur Webseite >

to top