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Buß- und Bettag

Quelle: EKHN, EKIBA, EKKW, ELKBTätowierter Mann betet„Um Gottes Willen!“ die drei Worte klingen wie ein Protestschrei, wie ein Hilferuf

Der Buß- und Bettag dient als ein rituelles Erinnern an das, was nicht so gut läuft, es geht darum zu schauen: Wo stehe ich? 
Aber auch: Inwieweit sind wir selbst in die Unordnung dieser Welt verstrickt und an den Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft beteiligt? Die Frage, was Menschen anderen Menschen - auch ungewollt - antun können, ist zeitlos aktuell.  Das Nachdenken darüber ist die Voraussetzung, um gegebenenfalls im persönlichen als auch im gesellschaftlichen Leben umzukehren. Allerdings kostet das intensive In-sich-gehen viel Kraft. Auch das Nachdenken über politisch relevante Themen wie zum Beispiel die Haltung zu Flüchtlingen oder Umweltschutz verlangt vom Einzelnen einiges ab. Doch an diesem Tag sollte es nicht nur beim Nachdenken bleiben. Auch das Beten hat seinen Platz, es dadurch kann Kraft geschöpft werden und es wirkt entlastend.

Buß- und Bettagsaktion 2017: „Um Gottes Willen“

Wenn etwas Unfassbares passiert, wenn die eigene Welt aus den Fugen gerät – dann sagen viele Menschen bestürzt: „Um Gottes willen!“ Auch Leuten, die sonst wenig von Religion halten, kommt dieser Satz wie ein Stoßgebet über die Lippen. „Um Gottes Willen!“ die drei Worte klingen wie ein Protestschrei, wie ein Hilferuf: Ist da keine Macht, die eingreift? Ist da keine Instanz, auf die man sich berufen?

Am Buß- und Bettag, in diesem Jahr am Mittwoch, 22. November 2017, fragen viele Kirchengemeinden in ihren Gottesdiensten nach dem Willen Gottes. Die gemeinsame Aktion der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) möchte den Buß- und Bettag als einen Tag der Besinnung und Neuorientierung im Leben herausstellen. Und hat dafür das Motto gewählt: „Um Gottes Willen“.

Mehr Informationen zur Aktion „Um Gottes willen“ gibt es ab Oktober unter:
www.busstag.de

Materialien für die Arbeit in den Gemeinden der EKHN 

Hintergrund

Der Buß- und Bettag wurde 1852 auf der Eisenacher Konferenz als gemeinsamer Landesbußtag in der damaligen Preußischen Union festgelegt. Damit wurden verschiedene regionale Bußtage auf einem Datum gebündelt. Seitdem hat das Kirchenjahr drei offizielle Bußtage:

  • den Aschermittwoch, der die persönliche Buße in den Vordergrund stellt,
  • den Karfreitag, der auf den Tod von Jesus Christus verweist,
  • und den Buß- und Bettag im November, der die gemeinschaftliche Selbstbesinnung der Gesellschaft anregen soll.

Der Buß- und Bettag war bis 1995 ein gesetzlich geschützter und damit arbeitsfreier Feiertag. Dann wurde sein arbeitsfreier Status - außer in Sachsen - als finanzieller Ausgleich für die Pflegeversicherung abgeschafft. Trotzdem wird er von den Kirchen mit Gottesdiensten, Konzerten und anderen ernsten Veranstaltungen, die nun meist abends stattfinden, weiterhin gestaltet und erhalten.

© Multimediaredaktion ekhn.de

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Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Lukas 21, 28

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von pixabay/comfreak

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