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Vatertag oder Christi Himmelfahrt?

Stock photo © mediaphotosVater und SohnSchul- und arbeitsfrei! Endlich Zeit gemeinsam miteinander verbringen

An Christi Himmelfahrt, auch Vatertag genannt, treffen sich viele Männer, gehen mit einem Bollerwagen und einem Fass Bier in den Wald und kommen erst wieder zurück, wenn das Fass leer und der Vater voll ist, so das Klischee. Der Anlass für diesen arbeitsfreien Tag ist aber kirchlicher Natur, die Himmelfahrt Christi. Die Bibel berichtet darüber, dass Jesus vor den Augen seiner Anhänger emporgehoben wurde und eine Wolke ihn ihren Blicken entzog. Christ Himmelfahrt wird 40 Tage nach Ostern - also seiner Auferstehung - gefeiert.

Himmelfahrt als Symbol

Die Himmelfahrtsgeschichte ist eine symbolische Erzählung. Sie ist ein Bild für etwas, das sich nicht anders als im Bild ausdrücken lässt. Die Geschichte der Himmelfahrt Christi schildert den Weg zu Gott. Nicht nur den von Jesus, sondern den Weg für alle Menschen. Die Erzählung benutzt viele Symbole, um diesen Weg zu beschreiben.

Ein Symbol dafür, Gott nahe zu sein, ist der Himmel. Selbstverständlich sitzen weder Jesus noch Gott auf einer Wolke. Der Himmel, in den Jesus verschwindet, ist theologisch gesehen als Ort der Gottesnähe zu verstehen. Dieser Ort kann in jedem von uns sein. Im Englischen lässt sich diese Vorstellung leichter nachvollziehen, denn hier gibt es zwei Worte für Himmel: "heaven" steht für den religiösen Himmel, die unsichtbare Heimat Gottes - während "sky" den Himmel mit all seinen Wolken, Hoch- und Tiefdruckgebieten bezeichnet.

Neue Hoffnung

Laut biblischer Himmelfahrts-Erzählung ist Jesus nun bei Gott, er hat den Weg zu ihm gefunden. Gleichzeitig müssen die Menschen auf Erden ohne Jesus zurecht kommen. Sie müssen Abschied nehmen und ihn loslassen.

Jesus hat seine Anhänger jedoch nicht sich selbst überlassen. Er bittet sie vor seiner Abreise, seine neue Ordnung in der Welt zu verbreiten: die Regeln der Bergpredigt, die Feindesliebe. Die Jünger sollen alle Menschen von diesen Regeln überzeugen. Dabei gibt er ihnen auch die Hoffnung, dass er einst wieder kommen wird.

Die Himmelfahrt ist somit das Ende von Jesu Zusammensein mit den Menschen, aber auch Wendepunkt und Beginn von etwas Neuem, nämlich dem Beginn einer christlichen Gemeinschaft in der Welt ohne leiblich anwesenden Jesus.

Vatertag

Doch worauf geht der "Vatertag" zurück, der am selben Tag gefeiert wird? Seit geraumer Zeit waren Flurumgänge und -umritte am Himmelfahrtstag üblich. Der Grund dafür liegt im Dunklen: Möglicherweise haben die Eigentümer mit den Rundgängen ihren Besitzanspruch erneuert; bzw. haben in Erinnerung an die Aussendung der zwölf Jünger Jesu eine Prozession veranstaltet.  Doch bereits im Mittelalter hatten die Flurumgänge oft ihren eigentlichen Sinn verloren und waren zu Touren verkommen,  bei denen der Alkohol eine zunehmend große Rolle spielte. Daraus entwickelten sich im 19. Jahrhundert schließlich die „Herrenpartien" oder „Schinkentouren". Vor diesem Hintergrund kristallisierte er als Gegenstück zum „Muttertag" schließlich der „Vatertag" heraus.

Verbindendes zwischen Vatertag und Himmelfahrt: Selbständig werden und Verantwortung tragen

Pfarrer und Oberkirchenrat Stephan Krebs hat allerdings einen gemeinsamen Sinn von Vatertag und Christi Himmelfahrt entdeckt: Das berühmteste Gebet der Christenheit `Vater unser im Himmel´ bringe beides zusammen. Er erklärt: "Wenn aus jungen Männern Väter werden, dann passiert da ganz viel und sie müssen für sich klären: Wofür stehe ich eigentlich ein? Jetzt müssen sie Verantwortung für ihre Kinder übernehmen und diese Werte ihrem Kind vorleben. Und das ist genau der gleiche Effekt wie bei den Jüngern an Himmelfahrt: Kommt auf die eigenen Beine und klärt, wer ihr sein wollt.“

© Multimediaredaktion ekhn.de

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Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern.

Lukas 12, 48

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/LPETTET

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