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Eine Ostergeschichte für Kinder

Johanna öffnete die Augenlider, das laute und fröhliche Zwitschern der Vögel hatte sie geweckt. Es passte so gar nicht zu der Stimmung zu Hause. Johanna sah, dass ihre Mutter Maria schon aufgestanden und dabei war, im Morgengrauen das Haus zu verlassen. Sie wollte das Grab von Jesus besuchen, ihre Familie war lange mit ihm befreundet gewesen. Erst vor drei Tagen ist er gestorben. Maria drehte sich kurz um, sie schenkte ihrer achtjährigen Tochter ein kleines Lächeln. Aber Johanna sah die Trauer in ihren Augen.

Jesus liebte die Kinder

Karsten FinkJesus segnet die KinderJesus hatte sein Herz für die Kindern geöffnet, auch für Johanna

Johanna rollte sich auf ihrer Schlafmatte zur Seite und hing ihren Gedanken nach. Sie erinnerte sich noch gut an den Tag vor einem Jahr, als ihre Mutter sie zu Jesus gebracht hatte, damit er sie segnet. Jesu Freunde wollten sie und die anderen Kinder verscheuchen: "Verschwindet!" Doch Jesus blieb ruhig und freundlich: "Lasst die Kinder zu mir zu kommen, denn ihnen gehört das Himmelreich." Ihr sollte das Himmelreich gehören? Johanna konnte sich darunter nichts Genaues vorstellen, aber es musste etwas ganz Wunderbares sein. Später begegnete sie Jesus immer wieder und er begrüßte sie mit einer segnenden Geste "Friede sei mit dir!" Über diese Augenblicke freute sich Johanna sehr, denn manchmal war der Alltag für sie und ihre Mutter nicht einfach, zwei Jahre nach Johannas Geburt war ihr Vater an einem Fieber gestorben. Dadurch gehörten ihre Mutter und sie nun zu den ärmeren Leuten im Dorf. Seitdem kam es vor, dass der Nachbarsjunge Matthias sich manchmal über ihre Kleider lustig machte.

Was würde Gott machen, wenn er ein Mensch wäre?

Karsten FinkJesu GrablegungJosef aus Arimathäa kümmerte sich um Jesus, nachdem er gestorben war. Er wickelte Jesus in ein Leintuch und legte ihn in ein neues Grab. Auch drei Frauen, die alle Maria hießen, nahmen Anteil, sie saßen dem Grab gegenüber.

Doch dann kam ihre Mutter mit bleichem Gesicht nach Hause und erzählte, dass Jesus verurteilt und am Kreuz gestorben sei. Johanna war sehr traurig. Sie fragte ihre Mutter: „Warum? Warum hat man ihm das angetan? Er hat doch niemandem etwas zuleide getan?“ Die Mutter erklärte, dass Jesus tatsächlich nichts Böses getan hatte. „Aber Jesus sagte immer frei heraus, was er dachte und manche kritisierte er auch. Einigen gefiel das nicht, deshalb beschuldigten sie Jesus, dass er über Gott gespottet hat.“ Johanna wusste aber, dass Jesus Gott sehr lieb hatte. Nach einer Weile fuhr ihre Mutter fort: „Weißt du Johanna, Jesus hat den Leuten gezeigt, was Gott machen würde, wenn er ein Mensch wäre. Deshalb weißt du, dass Gott dich und die anderen Kinder sehr lieb hat, Jesus hat es selbst gesagt. Und mit seinem Leiden hat Jesus gezeigt: Gott ist an der Seite der Menschen, die verspottet und misshandelt werden.“ Johanna war überrascht. Das bedeutete, dass Gott bei ihr war, wenn Matthias sie wieder ärgerte! Mit Zuversicht richtete sie sich von ihrer Schlafmatte auf.

Was geschah mit ihrem Vater?

Die Mutter hatte ihr eine Schale mit warmem, süßem Getreidebrei hingestellt. Sie liebte es, aus dieser Schale zu essen, denn einst hatte sie ihrem Vater gehört. Verträumt erinnerte sie sich daran, als sie als kleines Mädchen mit ihm in den Weinberg gegangen war. Schmunzelnd hatte er ihr die süßesten Trauben in die Hände gelegt. Doch plötzlich wurde er schwer krank, Fieber rüttelte an seinem Körper. Und eines Morgens hatte sein Herz aufgehört zu schlagen. Johanna hatte ihn schmerzlich vermisst. Vor allem in der ersten Zeit erschien er ihr im Traum und manchmal hatte sie den Eindruck, als würde er gleich um die Ecke kommen. Doch er kam nicht. War sein Leben nun komplett ausgelöscht? Oder musste er immer noch leiden?

Wer ist der Fremde?

Karsten FinkAuferstehungAuch Johanna und ihre Mutter begegneten Jesus

Das laute Gackern der Hühner riss Johanna aus ihren Gedanken. Es war längst Zeit zum Füttern! Sie eilte aus dem Haus, doch das Sonnenlicht warf den Schatten eines Mannes direkt vor ihre Füße. Abrupt blieb sie stehen. Er sagte: „Nach seinem Tod ist dein Vater nicht allein, denn Gott hat ihn so lieb, dass er ihn aufgefangen hat. Er leidet nun auch nicht mehr an seiner Krankheit.“ Wer war der Fremde, der genau auf ihre Gedanken zu antworten schien? Der Mann legte leicht seine Hand auf Johannas Kopf mit den Worten: „Friede sei mit dir!“ Diese Stimme! Diese Worte! Das konnte nur Jesus sein. Johanna kniff die Augen zusammen, aber durch das Gegenlicht konnte sie kaum das Gesicht des Mannes erkennen. Bevor sie ihn fragen konnte, hatte er sich schon umgedreht.

Mutter und Tochter freuen sich über Jesu Auferstehung

Der Abend brach schon an, als Johannas Mutter nach Hause kam. Sie war erhitzt und sie strahlte über das ganze Gesicht. „Johanna, du wirst nicht glauben, was ich erlebt habe“,  rief ihre Mutter Maria. „Doch“, brach es spontan aus Johanna heraus: „Jesus ist wieder da. Ich habe ihn selbst gehen!“ Erstaunt sah ihre Mutter sie an und Johanna erzählte, was sie erlebt hatte. Dann berichtete ihre Mutter: „Du weißt doch, dass ich mit den beiden anderen Frauen zum Grab gehen wollte. Doch es war leer! Ein Engel sagte zu uns, dass wir uns nicht fürchten sollen und dass Jesus auferstanden sei,“ fuhr die Mutter fort. Sie habe sogar gehört, was Jesus seinen Freunden gesagt habe, bevor er sich verabschiedete: „Er legte uns ans Herz, anderen Menschen von ihm zu erzählen und sie zu taufen. Und er versicherte uns, dass er uns niemals verlassen werde,“ berichtete die Mutter. Er sagte, dass er immer bei uns sei, wenn wir an seine Worte glauben und von ihnen berühren lassen.

Lebensfreude, Vertrauen und Zuversicht

Nach dem Abendessen lief Johanna hinaus. Schon lange war sie nicht so glücklich gewesen wie heute. Sie ging noch einmal zu den Hühnern. Erstaunt murmelte sie: „Früher ist mir nie aufgefallen, wie ihr Gefieder in der Abendsonne glänzt.“ Plötzlich landete ein Steinchen vor ihren Füßen. Matthias hatte es geworfen! Erst stieg ein mulmiges Gefühl in ihr auf, doch dann erinnerte sie sich: Das Himmelreich gehörte ihr! Stolz blickte sie ihn an. „Schickes Kleid,“ rief er spöttisch. „Ja, das ist jetzt die neue Mode in Rom,“ antwortete Johanna selbtbewusst. Matthias musste lachen. „Ich habe ein Säckchen mit Murmeln. Wollen wir eine Runde spielen?“ Johanna lächelte. 

[Rita Deschner]

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Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern.

Lukas 12, 48

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/LPETTET

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