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Sinn des Fastens

Der Blick in die Auslage der Buchläden verrät, dass das Thema „Fasten“ ein Renner ist. Bücher wie „Mega-fit mit der Fastenwoche. Neue Power für Körper und Seele“ versprechen purzelnde Pfunde inklusive Wohlgefühl. Andere Folgen hat Fasten hingegen unter evangelischem Vorzeichen. Ziel des Fastens ist, sich leer zu machen, sich selbst zurückzunehmen. Wenn Gott sich meldet, findet er dann etwas vor, wo er einkehren kann. Nur so kann man darauf hinhören, was er von einem will.

Wenn jemand noch „voll“ von äußeren Reizen, Essen, oder zugedeckt mit Terminen ist, kann er kaum mehr etwas aufnehmen. Auf was man verzichtet, kann jeder selbst wählen. Pfarrer Lenz entscheidet sich neben dem Weglassen von Alkohol dafür, sich weniger von äußeren Reizen überfluten zu lassen. Er beschäftigt sich stattdessen intensiver mit biblischen Texten. Dabei gibt er sich die Zeit, auf die Einsicht zu warten, auf welche Weise er die Bibelstelle mit seinem Leben verknüpfen kann. Automatisch führt diese Praxis wiederum dazu, dass er weniger Fernsehen sieht.

Wie spricht Gott mit mir?

Wenn der Sinn das Fastens darin besteht, sich auf Gott zu konzentrieren, kann man weniger einen alten Mann mit langem weißen Bart erwarten, der mir mit dröhnender Stimme Anweisungen erteilt. Nach den Erfahrungen von Fastenden verhält es sich eher so, dass Einsichten allmählich in einem selbst wachsen. Wer während der Fastenzeit meditiert, beschäftigt sich intensiv mit einem biblischen Text oder einem Bild und lässt auf sich zukommen, was es in einem auslöst. Dabei geht es nicht so sehr um aktives Denken, sondern viel mehr um Empfangen.

Der Weg ist das Ziel

Oft heißt es, dass sich Christen während der Passionszeit für die Unterdrückten einsetzen oder sich zu einer Umkehr in ihrem Leben bereit machen sollen. Diese Beispiele können als Ergebnis während der Fastenzeit herauskommen, müssen aber nicht. Wohin die intensive Beschäftigung mit dem Lebensweg Jesu oder den Geschichten aus dem Alten Testament führt, weiß niemand.

Doch Vorsicht! Das Meditieren muss keine Angelegenheit für das stille Kämmerlein bleiben. Die Erkenntnis zur rechten Zeit stellt möglicherweise die Welt auf den Kopf. Ein berühmtes Beispiel ist Martin Luther, der mit seinen Gedanken zur Bibelstelle Römer 1,17 schließlich die Reformation ins Rollen brachte. Er handelte konsequent nach dem, was er aus seinem Glauben heraus als wahr und richtig erkannt hatte.

Achtung! Bitte beim Smartphone- / Handy-Fasten beachten

Tipp unseres Lesers Reinhard Bayer:
Bitte an eine aussagekräftige  Abwesenheitsnotiz denken, bevor das Handy ausgeschaltet wird. Sonst kann die Unerreichbarkeit zu Sorgen im Freundeskreis und  z.T. zu teuren Nachforschungen bis hin zu Polizei- und Rettungseinsätzen führen.

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Das Gesetz ist durch Mose gegeben;
die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden."

Johannes 1, 17

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStock-baona

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