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Foto-Tipps für den Traugottesdienst

istockphoto, Allen WelschFotografieren bei der TrauungTaktvoll beim Fotografieren während eines Traugottesdienstes vorgehen

Für viele Brautpaare ist klar: Stimmungsvolle Fotos sollen die Erinnerung an die bewegendsten Momente der kirchlichen Trauung wach halten. Doch bei der Jagd nach dem besten Bild kann es zu Irritationen kommen. Mit den folgenden Tipps lassen sich diese Konflikte vermeiden.

Sie ist für viele einer der wichtigsten Momente im Leben: Die Hochzeit. Deshalb wollen die meisten Brautpaare, Brauteltern, Freunde und Gäste die besonderen Momente dieses Tages festhalten. Meist engagiert das Hochzeitspaar dafür einen professionellen Fotografen, aber auch Freunde oder Familienmitglieder drücken gerne bei Kamera oder Smartphone auf den Auslöser.
Doch es kommt vor, dass die Fotobegeisterten in ihrem Eifer unbeabsichtigt die Trauzeremonie in der Kirche stören. Um Missverständnissen vorzubeugen, gründeten Eberhard Frisch, Pfarrer der EKHN im Ruhestand, und Fotograf Franco Baroni das Projekt „Trauzone“. Im Blick haben sie Hobby- und Profifotografen. „Unser Ziel ist es, den Umgang zwischen Pfarrern und Fotografen zu verbessern“, erklärt Baroni. Gemeinsam haben sie die wesentlichen Tipps hier zusammengestellt. Zustimmung dafür erhalten sie von Matthias Pape, dem Pfarrer für Mitgliederorientierung in der EKHN: „Ich schätze an den Empfehlungen, dass die Beteiligten im Vorfeld möglichst intensiv kommunizieren und Absprachen treffen sollen.“ Von der EKHN gebe es allerdings keine „offiziellen“ Regelungen.

1. Termin vereinbaren: gegenseitiges Kennenlernen und Respekt

„Ein Vorab-Gespräch der Fotografin oder des Fotografen mit dem jeweiligen Pfarrer, der das Hochzeitspaar trauen wird, ist sehr empfehlenswert“, weiß Baroni aus eigener Erfahrung. Entweder vereinbaren die beiden einen gesonderten Termin oder treffen sich vor dem Traugottesdienst. Dadurch kann die Pfarrerin oder der Pfarrer den beauftragten Fotografen besser kennen lernen. Dabei ist ratsam, dass die Fotografin oder der Fotograf die Hinweise der Pfarrerin oder des Pfarrers respektiert.
Matthias Pape, EKHN-Pfarrer für Mitgliederorientierung, hat einen weiteren Tipp parat: „Da auch gerne von Kirchenmusikern Aufnahmen z.B. während des Orgelspiels gemacht werden, sollten auch diese vorab informiert und nach ihrem Einverständnis gefragt werden.“

2. Sich mit dem Ablauf des Gottesdienstes vertraut machen

Nichts ist störender als ein Fotograf, der während des Traugottesdienstes in der Kirche umherhetzt, um das perfekte Bild zu schießen. „Deshalb ist es wichtig, dass sich der Fotograf mit dem Ablauf des Gottesdienstes vertraut macht und gegebenenfalls mit dem Pfarrer darüber spricht, wann es sich anbietet, Fotos zu schießen“, erklärt Frisch.

3. Den Pfarrer die Fotografie-Pläne einweihen

„Es ist immer gut, wenn der Pfarrer die Ideen und Pläne des Fotografen kennt und weiß, wann und wo er gerne Fotos von dem Brautpaar machen möchte, z. B. beim Einzug, den Traufragen, dem Ringwechsel oder dem Auszug“, so Baroni. Erachtet es der Fotograf aufgrund schwieriger Lichtverhältnisse als notwendig Scheinwerfer aufzubauen, sollte er sich darüber auf jeden Fall mit dem Pfarrer austauschen.
Zudem kann die Pfarrerin oder der Pfarrer mitteilen, von welchen Standpunkten aus fotografiert werden kann. Weiterhin kann der Geistliche günstige Zeitpunkte im Gottesdienstablauf benennen, an denen die Fotografin oder der Fotograf den Standort wechseln kann, ohne zu stören – beispielsweise um während eines Liedes auf die Empore zu steigen.
Wenn der Pfarrer die Fotografiepläne kennt, verringert sich auch das Risiko, dass er durch den Fotografen abgelenkt wird.

4. Die Trau-Kirche kennen lernen

Wenn es möglich ist, sollte der Fotograf die Kirche, in der die Hochzeit stattfinden wird, vorab besuchen. Zudem erkennt er mögliche Störungspotentiale, auf die er sich vorbereiten kann, z.B. eine knarrende Holztreppe. Der Fotograf kann im Vorfeld die Laufwege planen, er kennt die Beleuchtung der Kirche und entdeckt gute Standpunkte mit Blick auf das Brautpaar.

5. Keine Bilder während religiöser Handlungen

Bei Gebeten oder Segenssprechungen sollten keine Aufnahmen gemacht werden. Gerade bei religiösen Handlungen sollte sich der Fotograf daran halten, nicht zu fotografieren. „Diese Momente erfordern eine hohe Konzentration von Seiten des Pfarrers. Ähnliches trifft auf das Brautpaar und die Hochzeitsgäste zu. Bei den Gebeten und Segenssprechungen handelt es sich für das Brautpaar um sehr wichtige, persönliche Momente, die nicht durch das Fotografieren gestört werden sollten“, erklärt Frisch.

6. Nicht den Ablauf des Gottesdienstes stören

„Der Fotograf ist während des Traugottesdienstes Gast in der Kirche und sollte sich entsprechend verhalten“, so Baroni. Der Fotograf sollte weder den Pastor, das Brautpaar noch die Hochzeitsgesellschaft während des Gottesdienstes stören und den persönlichen Freiraum der einzelnen Personen respektieren. „Oft sorgen sich die Pfarrer, dass sich das Brautpaar durch zu aufdringliche Fotografen gestört fühlt. Oder schlimmer noch: Sie lenken als Fotograf das Brautpaar so sehr ab, dass es den Worten des Pfarrers nicht mehr folgt“, weiß Frisch aus eigener Erfahrung.

7. Den Blitz ausschalten

Es ist nicht erwünscht, während des Gottesdienstes in der Kirche mit Blitzlicht zu fotografieren. Diesen Punkt sollte die Fotografin oder der Fotograf unbedingt beachten.

8. Rolle des zuständigen Fotografen und der Hochzeitsgäste kommunizieren

Das Brautpaar hat die Möglichkeit, für den Traugottesdienst einen zuständigen Fotografen auszuwählen. Die anderen fotobegeisterten Hochzeitsgäste können darum gebeten werden, während des Gottesdienstes nicht auf den Auslöser zu drücken. Dies hat den Vorteil, dass die Gäste dem Gottesdienst in aller Ruhe.

9. Rechtliche Aspekte

Sollen die Fotos nach der Feier in einem Fotobuch oder im Internet veröffentlicht werden? Um Auseinandersetzungen mit den Abgebildeten zu vermeiden, sollten rechtliche Aspekte berücksichtigt werden: Zu beachten ist, dass das Herstellen eines Fotos einen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht darstellen kann. Zudem besitzt der oder die Abgelichtete das Recht am eigenen Bild: Er kann drüber bestimmen, was mit einem Foto der eigenen Person in der Öffentlichkeit geschieht. Sinnvoll ist also, die Anwesenden im Vorfeld über die Pläne, die Art der Veröffentlichung zu informieren und um ihr Einverständnis zu bitten.

10. Empfehlungen unserer User:

Auf facebook berichtet Dr. Birgit Pfeiffer: "In unserer Gemeinde bieten wir an, die Trauzeremonie  nach dem Gottesdienst nachzustellen, damit sich vorher alle (!) auf das Geschehen konzentrieren können."

Projekt „Trauzone“ bietet auch Seminare mit Praxisbezug an

„Wir möchten den Dialog zwischen Geistlichen und Fotografen verbessern“, erklärt Baroni. Oft scheitere eine gute Zusammenarbeit an der nicht vorhandenen Kommunikation zwischen beiden Seiten. Deshalb sehen sich Baroni und Frisch mit ihrem Projekt „Trauzone“ als eine Art Vermittler zwischen Fotografen und Pfarrern. Für Interessierte, die taktvolles Auftreten beim Fotografieren trainieren wollen,  bieten sie auch Seminare an.  „Unsere Seminare bestehen aus einem Theorieteil in einem Gemeinde- oder Pfarrhaus und einem anschließenden Praxisteil in einer nahegelegenen Kirche. Hier versetzen sich die Fotografen z.B. durch Rollenspiele in die Situation des Pfarrers, des Fotografen oder des Hochzeitspaares“, erzählt Frisch. Dadurch nehmen die Fotografen die gleiche Situation aus unterschiedlichen Perspektiven wahr. „Sich in den Pfarrer oder das Brautpaar hinein zu versetzen, hilft uns als Fotografen ungemein. Gewisse Reaktionen oder Handlungen von Pfarrern, Brautpaaren oder Gästen können wir so besser nachvollziehen und verstehen“, erklärt Baroni. „Und das ist wichtig für das gemeinsame Miteinander.“

Weitere Informationen zum Projekt „Trauzone“ und Seminartermine:

www.trauzone.de

[Lea Biskup]

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Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt
und erstirbt, bleibt es allein;
wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Johannes 12, 24

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von istockphoto_ogri

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