Abendmahl

Was bedeutet das Abendmahl?

Es bringt sie zusammen, es treibt sie auseinander. Und es hat nicht einmal einen gemeinsamen Namen: Abendmahl nennen es die Evangelischen, Eucharistie sagen die Katholiken. Eigentlich ist das Abendmahl die zentrale Gemeinschaftsfeier des christlichen Glaubens. Und dennoch ist es unter Christen immer wieder Gegenstand erbitterter Streitigkeiten. Schon die ältesten christlichen Gemeinden waren nicht eins über die Form, in der das Mahl zu feiern sei.

Der Ursprung des Abendmahls

Das Abendmahl geht auf das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern zurück, das er am Vorabend seines Todes feierte. Biblisch belegt ist es im Markusevangelium, Kapitel 14, Verse 22 bis 25 sowie im 1. Korintherbrief, Kapitel 11,23 bis-27. Gesichert ist, dass es sich bei dem gemeinsamen Mahl ursprünglich um ein feierliches Essen anlässlich des jüdischen Passahfestes handelte.

Die Bedeutung

Im Teilen von Brot und Wein feiern Christen dabei die geheimnisvolle Gegenwart von Jesus Christus. In den biblischen Gleichnissen gebraucht Jesus das gemeinschaftliche Essen und Trinken als anschauliches Bild für die unmittelbare und heilende Nähe Gottes zu den Menschen. Deshalb wird das Mahl auch heute noch als heilige Handlung (Sakrament) begriffen, durch das die Gläubigen Gemeinschaft mit Gott und untereinander erfahren. Beim Abendmahl gedenken die Christen zudem des letzten Mahles Jesu mit seinen Jüngern vor seinem Tod am Kreuz.

Katholische Kirche verweigert gemeinsames Abendmahl mit Protestanten

Ein gemeinsames Abendmahl von Protestanten und Katholiken ist nach offizieller Auslegung derzeit nicht möglich. In seiner Abendmahls-Enzyklika von 2003 erinnerte Papst Johannes Paul II. die Katholiken noch einmal daran, dass sie nicht an evangelischen Abendmahlsfeiern teilnehmen dürfen. Evangelische und katholische Forschungsinstitute betonen dagegen immer wieder Gemeinsamkeiten und dass eine „eucharistische Gastfreundschaft“ sehr wohl möglich ist.

[Volker Rahn, Evangelische Sonntagszeitung]