evangelisch - katholisch
Eines der zentralen Probleme aus evangelischer Sicht ist das Papstamt. Im katholischen Kirchenverständnis ist der Papst der legitime Nachfolger des Apostels Petrus und als solcher zum obersten Hirten der Kirche bestimmt. Diesen Anspruch lehnen die Evangelischen wegen der fehlenden biblischen Begründung strikt ab. Sie glauben an das Priestertum aller Gläubigen
Auch die katholische Kirche kennt ein gemeinsames Priestertum der Getauften. Allerdings betont sie deutlich den Unterschied zum geweihten Stand der Geistlichen. Sie hat dabei die Ämter von Diakonen, Priestern und Bischöfen unwiderruflich festgeschrieben.
Das Papstamt ist das ganz besondere Amt, dass die römisch-katholische
Kirche für sich beansprucht. Sie sieht in dem auf Petrus gründenden
Amt „das sichtbare Zeichen und den Garanten der Einheit“ des
Christentums. Doch von Beginn an wurde die Position des Papstes von den
Protestanten bestritten. Weder seine Überordnung über die Bibel
noch sein Rückbezug auf ein göttliches Recht könnten seine
herausgehobene Stellung begründen, so die Reformatoren.
Bis heute bleibt das Papstamt in der ökumenischen Diskussion eine
offene Frage.
[Volker Rahn, Evangelische
Sonntagszeitung]
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN