Jesus

Was zeigt uns das Leben Jesu?

Das Leben des Mannes, an dessen Geburt sich unsere Zeitrechnung orientiert, verblüfft: Jesus nahm sich Zeit für Prostituierte (LK 7,8), aß und trank mit den gesellschaftlich unbeliebten Zöllnern (LK 5,27), rief dazu auf, seine Feinde zu lieben (Mt, 5,44), und empfahl seinen Zuhörern, so sorglos wie die Lilien auf dem Felde das Leben auf sich zukommen zu lassen (Mt 6,28).
Wir hören diese Geschichten etwas verunsichert, denn unsere vorausschauende Vorsorge ist spätestens dann gefragt, wenn die monatliche Miete und die Versicherungsbeiträge uns im Nacken sitzen. Unser Leben läuft offensichtlich nach anderen Gesetzen ab. Aber gerade für das tägliche Leben, in dem wir erfahren, dass der cleverste Bewerber die Arbeitsstelle bekommt und das hübscheste Mädchen die meisten Verehrer um sich schart, gibt uns Jesus einen unschätzbar wertvollen Hinweis. Mit seinem Leben und seinen Gleichnis-Erzählungen zeigt er: Das ist nicht alles.

Gottes Sitz im Leben

Jesus weist auf etwas hin, das selten, aber hin und wieder bis in unser Leben durchscheint. Für einen Moment durchbricht es die Gesetze des Lebens, wie wir sie kennen und zeigt etwas vom Wesen Gottes. Jesus als sein Sohn zeigt uns, wie es ist, wenn das Reich Gottes mitten unter uns Menschen aufblitzt. Aber das war vor rund 2000 Jahren? Vielleicht sensibilisieren uns diese Geschichten auch heute dieses Aufblitzen mitten im Leben, mitten in uns zu entdecken. Warum gelingt es beispielsweise einer Berufsschul-Lehrerin die Schülerinnen ihrer Floristik-Klasse zu motivieren, vernachlässigte Gräber zu pflegen? Das ist keine Unternehmung, die auf den ersten Blick einen Vorteil verspricht – aber das Leben unendlich bereichert und ihm Tiefe gibt.

Wir können Jesu Leben als Einladung verstehen, das Aufleuchten des Reiches Gottes zu entdecken und weiterzutragen. [RD]