Buß- und Bettag

Bedeutung

An diesem Tag steht eine Frage im Raum, die jeden Menschen angeht: Inwieweit sind wir selbst in die Unordnung dieser Welt verstrickt und an den Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft beteiligt?

Die Gewissensfrage, was Menschen Menschen - auch ungewollt - antun können, stellten sich die Menschen aus biblischer Zeit wie die Menschen heute. Das Alte Testament etwa fordert von den Gläubigen immer wieder Buße und Umkehr zum eigenen Wohl. Bußtage sind Jeremia bekannt (3,21). Und in Psalm 32 heißt es beispielsweise: "Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde." Im Neuen Testament ist bemerkenswert, dass der Vorläufer Jesu, Johannes der Täufer, als Bußprediger bezeichnet wird.

Im Charakter der Buße liegt neben der Selbstkritik außerdem die Aufforderung zur Umkehr mit unwiderruflicher Konsequenz. Diese Verpflichtung zur Umkehr bezieht sich jedoch nicht nur auf den einzelnen, sondern auch auf die Gesellschaft.
Ziel der Buße ist, Anteil am Reich Gottes zu bekommen. Folgende Bibelstelle lässt darauf schließen: "Seit dieser Zeit fing Jesus an zu predigen. Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!" (Matthäus 4,17)

[Volker Rahn - Evangelische Sonntagszeitung / RD]