Epiphanias - Die Anbetung der drei Weisen, Jesu Taufe und Wunder

Mit Abschluss der weihnachtlichen Festwoche, dem Jahreswechsel und die ersten Tage im neuen Jahr feiert die Kirche am 6. Januar ein weiteres wichtiges Fest: Die Epiphanie Jesu Christi. Epiphanie bedeutet auf Deutsch die Erscheinung: Gott tritt sichtbar in die Welt, er erscheint. An dem Erscheinungsfest denken Christen an drei Ereignisse aus dem Leben Jesu:

Das Epiphaniasfest ist das älteste, nichtjüdische Fest und zugleich das erste Fest der Christenheit, welches kalendarisch festgelegt wurde. Durch die unterschiedlichen Kalender feiert manche orthodoxe Kirche bis heute am 6. Januar ihr Weihnachtsfest. Bei den Katholiken wird an diesem Tag der drei Weisen aus dem Morgenland, den heiligen drei Königen, gedacht.
In der evangelischen Kirche haben die drei Weisen eine etwas geringere Bedeutung, da Martin Luther die Verehrung ablehnte, denn er bezweifelte die Legende. So ist beispielsweise in der biblischen Überlieferung die Anzahl der Männer nicht genannt. Die Zahl drei schloss man aus den drei Geschenken: Gold, Weihrauch und Myhrre. Auch die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar hat der Evangelist Matthäus nicht festgehalten. Für Martin Luther hatten die beiden anderen Themen des Epiphaniasfestes, Taufe und Wunder, größere Bedeutung.

Die liturgische Farbe in der Epiphaniaszeit ist am 6. Januar und am Letzten Sonntag nach Epiphanias Weiß, denn beide Tage gelten als "Herrenfeste", also Feste mit direktem Bezug zu Jesus Christus. Die Sonntage dazwischen haben Grün als eine Farbe des Wachsens und der Hoffnung.

Die Anzahl der Sonntage in der Epiphaniaszeit hängt vom Ostertermin ab. In jedem Fall aber hat der letzte Sonntag Vorrang vor allen anderen, die dann wegfallen können.

6. Januar Fest der Erscheinung des Herrn : Epiphanias

Der Wochenspruch gibt das Thema dieses Tages vor: "Die Finsternis vergeht, und das wahre Licht erscheint jetzt." (1. Johannesbrief 2, Vers 8). Das Tagesevangelium (Matthäus-Evangelium 2, Verse 1-12) berichtet von den drei Weisen aus dem Morgenland, die dem Stern gefolgt sind und Jesu in der Krippe liegend finden. Als Heiden, also Nicht-Christen, kommen sie und beten den Mensch gewordenen Gott an. Das soll zeigen: Gott ist für die ganze Welt, nicht allein die Christen, Mensch geworden.

[Torben Telder/RD]

EKD: Epiphanias - Ankunft der Weisen aus dem Morgenland