Erntedank in Bibel und Tradition

Wir Christen begreifen die Erde und den Himmel als Schöpfung Gottes. Er trägt dafür Sorge, dass es uns Menschen an nichts, was das Leben erhält, mangeln wird. Das hat er versprochen: "solange die Erde besteht, sollen Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht nicht aufhören." (1. Mose 8, 22)

Der Dank für die Ernte ist Ausdruck unseres Schöpfungsglaubens: Wir Menschen können das Wachstum und den Erhalt der Natur beeinflussen – aber dass es überhaupt wächst, ist nicht unsere Leistung. Mit dem Erntedankfest bedanken wir Christen uns bewusst für das "tägliche Brot", für das wir im Vaterunser jeden Sonntag bitten.

Durch die Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft erhält das Erntedankfest zusätzlich zum Schöpferlob neue Akzente:

Quelle:VEM / Blauth
großes Bild: hungerndes Kind in TansaniaHungerndes Kind in Tansania.

 

Biblische Texte zum Erntedank

Die jüdische Bibel, das Alte Testament, beschreibt das Laubhüttenfest (Sukkoth), das zum Abschluss der Erntesaison gefeiert wird. Es erinnert auch an die Befreiung aus der Sklaverei und die unsichere Zeit von Israels Wüstenwanderung (3. Buch Mose 23, 39-40) Das Sukkoth hat sicher auch Jesus mit seinen Jüngern gefeiert, obwohl das Neue Testament dies nicht eigens berichtet. Das Erntedankfest im Kirchenkalender greift die verschiedenen Traditionen des Dankes auf und verknüpft sie mit den biblischen Schöpfungsthemen

Altes Testament
1. Mose 1 "Schöpfung"
1. Mose 9, 1 - 17 "Gottes Bund mit Noah"
Psalm 104 "Lob des Schöpfers"
Psalm 145 "Gottes ewige Güte"
Jesaja 58, 7 - 12

Neues Testament
Matthäus 6, 19 - 23 "Vom Schätze sammeln und Sorgen"
Lukas 12, 13 - 15 "Warnung vor Habgier"
Lukas 12, 16 - 21 "Der reiche Kornbauer"
2. Korinther 9,6 - 15 "Der Segen der Geldsammlung"
1. Timotheus 4,4 - 5
Hebräer 13, 15 - 16

Zur Tradition des Erntedanks in Rheinhessen