Die Geschichte des Erntedankfestes
Die Religionen aller Zeiten und Kulturen kennen Feste, die ihren Göttern für den Ernteertrag danken oder um ein üppige Ernte bitten. Die Christen haben also das Erntedankfest nicht erfunden, sondern bestehende Kulte christlich umgedeutet. In vorchristlicher Zeit verehrten viele Religionen eine oder mehrere Gottheiten, die speziell für Fruchtbarkeit und Ernte zuständig waren. Die Römer zum Beispiel verehrten die Göttin Ceres als Göttin der Saat - daher kommt unser Wort Zerealien für Frühstückskörner. In der griechischen Mythologie hatte diese Göttin der Ernte und der Saat den Namen Demeter. Sie erfand die Methode Korn zu dreschen, zu mahlen und daraus Brot zu backen. Deshalb ist ihr Zeichen die Ähre.
Der Dank für die Ernte unter christlichen Vorzeichen
Das erste christliche Erntedankfest wurde wahrscheinlich bereits im 3. Jahrhundert in das Brauchtum der Kirche übernommen. Einen einheitlichen Termin für das Fest gab es aber nicht: schließlich war die Ernte nicht überall zur selben Zeit eingebracht.
Die heutige evangelische Kirche feiert Erntedank meistens am ersten Sonntag im Oktober. Allerdings haben die einzelnen Gemeinden freie Hand, auch andere Termine zu wählen: In Weinbaugebieten wie Rheinhessen liegt der Termin häufig erst Ende Oktober, nach Abschluss der Traubenlese.
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN