Bräuche an Himmelfahrt
Himmelfahrt ist Vatertag! Das ist wahrscheinlich einer der gängigsten Vorstellung zu diesem Tag. Andere Bräuche fallen den Meisten erst einmal nicht ein. Bei näherem Hinsehen jedoch finden sich einige Bräuche, die eine lange Tradition haben.
Katholische Himmelfahrtsbräuche
Schon im Mittelalter verdeutlichte man die Himmelfahrt ganz realistisch. In der katholischen Kirche wurde eine Christusfigur mit einer Seilwinde in das Kirchengewölbe hinaufgezogen. Daraufhin regnete es aus dem sogenannten "Heilig-Geist-Loch" Blumen, Heiligenbildchen und teilweise auch "brennendes Werk", das die Feuerzungen des Heiligen Geistes darstellen sollte. Manchmal war es auch üblich, das bedrohliche Gegenstück zu veranschaulichen. Aus dem Gewölbehimmel wurde eine Teufelsfigur gestürzt, die dann von der Gemeinde geschlagen wurde. Mit diesem Himmelsturz oder Höllensturz beendete man synbolisch die Herrschaft des Bösen. Christus konnte damit den ihm zustehenden himmlischen Thron besteigen. Üblicherweise aß man an Christi Himmelfahrt nur Fleisch von Geflügel, also nur "fliegendes Fleisch."
Himmelfahrt als eigenständiges Fest
Zur Zeiten der Aufklärung wurde der Brauch beseitigt und durch andere Formen ersetzt. Himmelfahrt und Pfingsten feierte man zunächst zusammen, wobei an Pfingsten die Osterzeit nach 50 Tagen beendet war. Dies wurde im Gottesdienst durch das Löschen der Osterkerze verdeutlicht. Sei dem Jahr 370 ist Christi Himmelfahrt ein eigenständiges Fest, das 40 Tage nach Ostern, am Donnerstag nach dem 5. Sonntag nach Ostern gefeiert wird.
Woher kommt der "Vatertag"?
Seit geraumer Zeit wird in Deutschland
an Christi Himmelfahrt der sogenannte "Vatertag" gefeiert.
Es gibt Vermutungen, dass dieser Brauch seine Wurzeln entweder in der christlichen
oder der heidnischen Kultur hat.
Einige nehmen an, dass in der sogenannten "Apostelprozession" der
Gang der elf Jünger zum Ölberg zum Zweck ihrer Aussendung nachgeahmt
wird. Eine weitere Erklärung ist die Erinnerung an die von Papst Leo
III. eingerichteten Bittprozessionen. Bereits im Mittelalter waren diese
Umzüge häufig zu Touren verkommen, bei denen der Alkohol eine
große Rolle spielte. Ursprünglich beteten die Beteiligten der
Prozession, die durch Wald und Flur führte, in Feldkapellen für
eine gute Ernte drei Tage vor dem Himmelfahrtsfest.
Andere sehen die Wurzeln in einem germanischen Rechtsbrauch, bei dem der
Grundeigentümer einmal im Jahr seinen Besitz umschreiten musste, um
seinen Besitzanspruch aufrechtzuerhalten.
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN