Johannistag

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Johannes und das Christentum

Die Gemeinschaft um Johannes den Täufer entstand, bevor es Christen gab und bevor Jesus Menschen um sich versammelte. Johannes sah sich als Wegbereiter Jesu und anfangs gehörte dieser selbst zu den Anhängern des Johannes. Doch dann trennte sich Jesus von ihm und verkündete seine eigenen Botschaften, die sich zum Teil von denen des Johannes unterschieden. So lebte der Täufer beispielsweise sehr asketisch und predigte Enthaltsamkeit. Seine Anhänger warfen Jesus hingegen vor: „Siehe, dieser Mensch ist ein Fresser und Weinsäufer.“ (LK 7,33) Waren Johannes- und Jesusanhänger dabei, miteinander konkurrierende Gemeinschaften zu bilden?

Die Evangelisten berichten, dass sich auch später beide Persönlichkeiten sehr schätzten und miteinander verbunden blieben (Lukas 7, 18). Nach Johannes´ Tod hielten seine Anhänger zunächst jedoch weiter an dessen Lehre fest. Später, als sich bereits die ersten urchristlichen Gemeinden gründeten, trat beispielsweise in Ephesus der jüdische Täuferschüler Apollos auf, der seinen Zuhörern von der Taufe Jesu durch Johannes erzählte. Allerdings wusste er besser über Johannes den Täufer Bescheid, als über Jesus. Die ersten Christen nahmen Apollos in ihre Gemeinschaft auf und erläuterten ihm weitere theologische Inhalte (Apg18,24). Ehemalige Täuferanhänger wurden also zu Christen und die christlichen Gemeinden übernahmen die Taufe der Täuferbewegung als Aufnahmeritus in ihre Gemeinschaft.

[Rita Deschner]