Johannistag

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Die evangelische Tradition

Johannes der Täufer gehört in der evangelischen Kirche zu den Heiligen, der Johannistag wurde bereits im lutherischen liturgischen Kalender festgehalten. Für evangelische Christen können Heilige ein gutes Beispiel im Glauben und im Handeln sein. Im Gegensatz zur katholischen Kirche werden sie allerdings nicht im Gebet angerufen, um von ihnen Hilfe zu erbitten.

In der Evangelischen Kirche hat der Johannestag bis heute am 24. Juni seinen festen Platz im Kirchenkalender. In den letzten Jahren erinnern mehr und mehr Kirchengemeinden auch mit einem Gottesdienst an Johannes den Täufer. Die liturgische Farbe für diesen Tag ist weiß, was für die Farbe des Lichtes steht und einen Festtag kennzeichnet. Der Gottesdienstbesucher erkennt dies daran, dass Altar und Kanzel mit einem weißen, bestickten Tuch (Parament) geschmückt sind.

Orden und Kirchen

Die Figur des Johannes wurde jedoch nicht nur im Kirchenjahr aufgenommen. So weisen die Wurzeln der evangelischen Johanniter-Unfallhilfe zurück auf den Täufer. Der Träger dieser Hilfsorganisation, der Johanniterorden, wurde im 11. Jahrhundert gegründet. Danach sollen sich christliche Ritter einer Laienbruderschaft angeschlossen haben, die ein Hospital für arme und kranke Pilger in Jerusalem leiteten, das Johannes dem Täufer geweiht war. Später entwickelte sich aus dem alten Johanniterorden ein evangelischer Zweig; der übrige, katholische Orden wird heute als „Malteserorden“ bezeichnet.

Auch einige evangelische Kirchen erinnern mit ihrer Bezeichnung an Johannes den Täufer. So gibt es Johanneskirchen oder Johanniskirchen in Gießen, Langen, Neu-Isenburg, Offenbach, Bingen, Darmstadt, Beerfurth, Hofheim, Fischbach, Wiesbaden, Mainz, Frankfurt und Wolfsheim.

[Rita Deschner]