Johannistag

zurück zu "Johannistag"

Bräuche und Feste

Aus der heidnischen Sonnenwendfeier leiten sich unterschiedliche Bräuche her, in denen das Feuer als reinigende Kraft im Mittelpunkt steht. Von Anhöhen ließ man beispielsweise brennende Räder ins Tal rollen, die eine gute Ernte versprechen sollten.

Heute ist in der Region Hessen-Nassau vor allem das Johannisfest in Mainz bekannt. Die Mainzer erinnern allerdings weniger an Johannes den Täufer, sondern vielmehr an den Katholiken Johannes Gutenberg, der den Buchdruck erfand. Dennoch gibt es Veranstaltungen auf diesem Volksfest, die das Ritual der „Taufe“ aufgenommen haben. So werden beim „Gautschen“ die neuen Gesellen aus dem grafischen Gewerbe in einen Wasserbottich getaucht, um die Sünden der Lehrzeit und den Bleistaub abzuwaschen. Anschließend werden sie sozusagen als Nachfolger Gutenbergs in die Gilde der "Jünger der Schwarzen Kunst" aufgenommen.
Gutenberg hat auch für Protestanten eine große Bedeutung, da sich durch seine Erfindung reformatorische Schriften schneller vervielfältigen ließen, sodass eine bedeutsamere Anzahl von Menschen von den neuen Ideen erfuhr.

[Rita Deschner]