Die Bedeutung des Osterfestes
Zurück ins Leben - das zentrale Ereignis
Ostern ist das älteste und wichtigste Fest der Kirche. Christinnen und Christen feiern an diesem Fest den Grund ihres Glaubens: Das Gott seinen Sohn Jesus nicht dem Tod überließ, sondern zum Leben zurückbrachte.
Dieses Ereignis, geschehen in einem entlegenen Winkel der damaligen römischen Welt, ist im christlichen Glauben das zentrale Ereignis, um das sich alles dreht. Es ist mehr als nur der gewöhnliche Foltertod eines armselig daherkommenden galiläischen Wanderpredigers und der Zerschlagung seiner Anhängerschaft durch die römische Militärverwaltung im damaligen Palestina.
Für den christlichen Glauben ist der Tod und die Auferweckung sowohl eine Wende für die Welt, als auch die zentrale Hoffnung für das zeitliche und ewige Leben jedes einzelnen Christen und jeder einzelnen Christin. Nicht umsonst feierten die ersten Christen Ostern nicht nur einmal im Jahr, sondern als "Fest der Herrn" an jedem ersten Tag der Woche.
Die Liebe
Theologisch bedeutet Ostern im christlichen Glauben, dass Gott in seinem Sohn Jesus dem Tod die Macht über das Leben genommen hat. Am Lebensschicksal Jesu wird Gottes Macht deutlich, die er von Anbeginn auch in der Geschichte des Volkes Israel immer wieder gezeigt hat. Diese Macht ist aber keine, die auf einer besonderen Leistungs- oder Zauberkraft beruht. Gottes Macht zeigt sich am deutlichsten in der Kraft der Liebe. Nur durch die Liebe konnte die "Schande des Kreuzes" überwunden werden.
Die Liebe Gottes, besonders zu den Armen und Ausgestoßenen der Gesellschaft macht Ostern möglich. Sie ist in Jesus "durch den Tod hindurchgegangen". Diese Liebe ist die stärkste Kraft unter den Menschen, von Gott uns aufgetragen. Sie baut auch nicht auf irgendeine menschliche Gegenleistung, sondern allein auf Gottvertrauen. So wie auch Jesus bis in seinen Tod auf Gott vertraut hat.
Kritik an Tod und Auferstehung
Ostern als "Siegesfest über den ewigen Tod" ist im Laufe der Geschichte immer wieder stark von verschiedenen Seiten hinterfragt und angezweifelt worden. Die biblischen Auferweckungsberichte werden bis auf den heutigen Tag bezweifelt. Hinterfragt wird besonders auch die Vorstellung, Jesus habe mit seinem Tod ein Sühneopfer für die Sünden der Menschen gebracht. Trotzdem ist das Osterfest der wichtigste Bezugspunkt im Glauben und Leben der Christinnen und Christen.
Die Bedeutung im Alltag
In der Glaubens- und Feiertagspraxis droht Ostern heute oft in seiner
Bedeutung hinter dem traditionell-familiären Weihnachtsfest zu verschwinden.
Auch meinen manche, Karfreitag sei der höchste christliche Feiertag.
Demgegenüber ist festzuhalten, dass es theologisch ohne die Auferweckung
Jesu eigentlich gar keinen christlichen Glauben geben kann.
[Richard Birke, Christian Lechelt]
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN