Passahfest und Ostern
Das Passahfest wird im Judentum zur dankbaren Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten und mit der Hoffnung auf weitere Hilfe Jahwes gefeiert. Das Kernstück ist eine Mahlzeit (Sedermahl), zu der Segensworte und Gebete gesprochen und Geschichten vom Auszug aus Ägypten erzählt werden (vgl. 2. Mose 2).
Das Sedermahl
Es werden Speisen gereicht, die an die Befreiung aus Ägypten erinnern, wie zum Beispiel, braunes Fruchtmus, Bitterkräuter, gesalzenes Wasser und einen Lammknochen. Jede dieser Speisen symbolisiert etwas aus dem Geschehen beim Auszug aus Ägypten: Das braune Fruchtmus erinnert an den Lehm aus dem die Ziegel bestanden, mit dem die hebräischen Sklaven die ägyptischen Paläste bauten. Die Bitterkräuter und das Wasser erinnern an das Leid und die Tränen des Volkes Israel. Der Lammknochen erinnert an das Opfer, dass jede Familie kurz vor dem Auszug brachte. Das Blut des Lammes wurde an jede Haustür einer hebräischen Familie gemalt. So sollte Gott erkennen, dass hier Juden wohnten. Denn er bestrafte die Ägypter mit der Tötung der Erstgeburt in jeder Familie in der Nacht vor dem Auszug.
Passah zur Zeit Jesu
Zur Zeit Jesu zog man zum Passahfest nach Jerusalem. Die Opfertiere, meist ein Lamm, wurden im Vorhof des Tempels geschlachtet und in Hausgemeinschaften verzehrt; dazu gab es ungesäuertes Brot.
Christliche Umdeutung des Passahmahles
Nach den ersten drei Evangelien setzte Jesus beim letzten Passahmahl
vor seinem Tod das Abendmahl ein, indem er Brot und Wein umdeutete: "Das
ist mein Leib - das ist mein Blut" (Markus 4,22-24). Im Johannesevangelium
wird Jesus am Passahtag gekreuzigt und erscheint deshalb als das für
alle geopferte Passahlamm. Auch Paulus sieht das so (1. Korinther 5,7).
[Richard Birke, Christian Lechelt]
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN