Aschermittwoch

„In Sack und Asche”

Der Aschermittwoch läutet für viele Christinnen und Christen die Fastenzeit ein. Seinen Namen hat dieser Tag von dem Brauch, sich in einem Bußgottesdienst mit einem Aschekreuz kennzeichnen zu lassen. „In Sack und Asche“ gekleidet gab man schon zu biblischen Zeiten seiner Buße Ausdruck. Das Kreuz auf der Stirn erinnert symbolisch daran. Das Fasten war jedoch ein wichtiger Streitpunkt in der Reformationszeit.

Wurstessen statt Verzicht

Mit einem Fastenbrechen wurde im Jahre 1522 in Zürich sogar die Reformation eingeleitet: ein Wurstessen im Haus des Buchdruckers Froschauer am ersten Sonntag der Passionszeit. Auch der Schweizer Reformator Zwingli hat sich daran beteiligt. Wie Luther vermisste er eine biblische Begründung für den Zwang in den katholischen Fastenregeln. Evangelische Christen verstehen Fasten als freiwillige geistliche Übung. Man stellt das nicht öffentlich zur Schau (Mt. 6, 16-18). Jedoch kann die Gemeinschaft eine wichtige Unterstützung sein.

Bewusstsein schärfen

Darum hat die bundesweite Fastenaktion „7 Wochen ohne“ in den letzten Jahren auch so viele Anhängerinnen und Anhänger gefunden. Es ist notwendig, sich immer mal wieder die Frage zu stellen: Was brauche ich wirklich? Das Bewußtsein dafür macht überhaupt erst fähig zu Genuß und Lebensfreude. Andernfalls droht der Überdruss im Überfluss oder Maßlosigkeit macht süchtig.

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Lebensmut entfalten

Fasten im evangelischen Sinne ist also eine Sache, die den eigenen Lebensmut fördert. Das läßt sich auch in einem evangelischen Buß- und Bittgottesdienst thematisieren. So gesehen ist das Fasten keine Konfessionsfrage mehr. Und hier und da werden sogar ökumenische Gottesdienste zum Aschermittwoch gefeiert.

[Pfarrer Dr. theol. Markus Zink]