Bedeutung

Der Name "Pfingsten" entstand aus der Bezeichnung der griechisch sprechenden Juden für ihr Erntefest. Sie nannten es "pentekosté", was sinngmäß "am fünfzigsten Tag" bedeutet. Der griechische Name entwickelte sich über den gotischen Begriff "paintekuste" und den mittelhochdeutschen Ausdruck "pfingesten" schließlich zu seiner heutigen Bezeichnung.

Ursprünglich fand dieses jüdische Fest, mit dem die Weizenernte eingeläutet wurde, tatsächlich 50 Tage nach dem Pessah-Fest statt. Nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahre 70 n. Chr änderte sich die Bedeutung: An diesem Tag gedachten die Juden der alljährlichen Erneuerung des Bundes Israels mit Gott. Da die Apostelgeschichte ebenfalls in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts geschrieben wurde, ist es möglich, dass der Autor inhaltlich den neuen Sinngehalt des Festes mit aufgriff: Das Pfingstwunder weitet den Bund Gottes mit seinem Volk auf die gesamte Menschheit aus.

Der Evangelist Lukas beschreibt, dass an Pfingsten die Apostel vom heiligen Geist inspiriert wurden und sie die Fähigkeit erhielten, Menschen mit unterschiedlicher Muttersprache von den Taten Gottes zu berichten. Somit wurde der Grundstein für die Mission gelegt.

Petrus begeisterte die Zuhörer mit der Botschaft Jesu soweit, dass sich 3000 von ihnen taufen ließen. Somit gründete sich an Pfingsten die erste christliche Gemeinschaft; der Tag wurde zum Geburtstag der Kirche.
Die Christen feierten den fünfzigsten Tag nach Ostern als einen Abschluss der Osterzeit. Nachgewiesen ist, dass Pfingsten sich ab dem 4. Jahrhundert zu einem eigenen Fest entwickelte. Die frühe Kirche stellte die Aussendung des heiligen Geistes in den Mittelpunkt. Weltliche Bräuche, wie das Schmücken eines Pfingstochsen, begleiteten allerdings seit jeher dieses christliche Fest.

Pfingst-Flyer von Yvonne Heinrich, Pfarrerin für Gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat Marienberg (PDF, 63 KB)