Pfingsten für die Jüngsten
Oft trafen sich die Freunde von Jesus in Jerusalem und dachten an ihn. So auch am jüdischen Erntefest, zu dem Menschen sogar aus Nordafrika und Rom angereist kamen. Die Jünger hörten die fröhlichen Stimmen und das Lachen der Leute gedämpft durch die kleinen Fenster dringen. Da sie Jesus vermissten, waren die Freunde jedoch sehr traurig. Er begleitete sie nicht mehr, da er in den Himmel hinaufgefahren war. Seine Gefährten wussten nicht, was sie jetzt tun sollten.

Plötzlich heulte und brauste ein Sturm durch das Haus. Erschrocken blickten die Männer und Frauen sich an. Dann sahen sie Feuerzungen, die sich auf sie setzten. Ihre Traurigkeit war wie verflogen. Die Flammen, in denen sich der Geist Gottes verbarg, gaben ihnen viel Kraft und Mut. Mit einem Mal ging ihnen ein Licht auf, sie wussten was ihre neue Aufgabe war. Sie sprangen auf und gingen hinaus auf die Straße. Dort begannen sie, den Menschen von Gott zu erzählen. Viele Männer, Frauen und Kinder blieben auf ihrem Weg zum Erntefest stehen und lauschten gespannt ihren Worten. Immer mehr Menschen kamen hinzu. Die Zuhörer waren verblüfft, denn die Freunde Jesu redeten nicht in ihrem aramäischen Dialekt, sondern in vielen verschiedenen Sprachen. Araber, Römer, Griechen und Ägypter verstanden die Geschichten über Gott und Jesus in ihrer eigenen Sprache. Ein ganz Vorwitziger machte sich gar über die Anhänger Jesu lustig: "Habt ihr etwa zuviel Wein getrunken?"

Das ließ Petrus, einer der Freude Jesu, natürlich nicht auf sich sitzen! Er erklärte: "Nein, keiner von uns ist betrunken. Gott hat uns durch seinen Geist das Talent gegeben, in vielen Sprachen von Gott zu reden. Bereits vor vielen hundert Jahren sagte dies der Prophet Joel voraus. Jeder soll wissen, dass Gott die Menschen liebt und dass der Tod nicht das Ende bedeutet, weil Jesus wieder auferstanden ist."

Vielen gefiel diese Botschaft. Eine Frau fragte: "Wir glauben, was du gesagt hast. Was sollen wir tun?" Petrus riet ihnen, dass sie sich taufen lassen sollten. 3.000 Männer und Frauen befolgten seinen Ratschlag. Damals tauchten die Jünger die erwachsenen Täuflinge noch vollständig unter Wasser. Von nun an lebten sie mit den Freunden Jesu zusammen. Es machte ihnen Spaß, mit den anderen gemeinsam zu essen und zu beten. Die erste christliche Gemeinschaft war entstanden. Aus diesem Grund feiert die Kirche an diesem Tag ihren Geburtstag.
Text: Rita Deschner
Illustration: Carsten C. Sommer
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN