Der Reformationstag

Die Reformation in Hessen

Nachdem Martin Luther im Jahr 1517 seine 95 Thesen veröffentlicht hatte, verbreiteten sie sich rasch auch in den Städten und Dörfern, die heute zu Hessen gehören. Dies war nur deshalb möglich, weil Johannes Gutenberg bereits im vorhergehenden Jahrhundert den Buchdruck erfunden hatte. Dadurch ließen sich die Schriften Luthers und seiner Gesinnungsgenossen schnell in hohen Auflagen vervielfältigen.

Nicht nur die Schriften verkündeten die neuen Lehren, sondern auch ehemalige Mönche und Prediger. In Alsfeld verkündete beispielsweise schon 1521 Tilemann Schnabel das Evangelium. Schnabel war ein von Luther promovierter Doktor der Theologie. Luther zeigte sich später über das Wirken Schnabels in Alsfeld begeistert: "Gott hat diese Stadt erleuchtet, dass sie die erste des Hessenlandes ist, welche das wahre Evangelium angenommen hat."
Der Landesherr Philipp von Hessen teilte diese Freude keinesfalls. Er stellte sich zunächst gegen die reformatorische Bewegung und ging gegen lutherisch predigende Priester vor: Der evangelische Prediger Schnabel musste Hessen verlassen. Doch bald änderte der Landgraf seine Haltung.

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