Volkstrauertag

Die Idee für den Volkstrauertag entstand nach dem Ersten Weltkrieg. Nicht staatlich angeordnete Trauer war dafür das Motiv, sondern das Setzen eines Zeichens der Solidarität und der Friedensbereitschaft.

Ein Komitee, dem neben den christlichen Kirchen oder dem Jüdischen Frauenbund vielerlei Organisationen angehörten, erreichte, dass der Volkstrauertag am Sonntag "Reminiscere", dem fünften Sonntag vor Ostern, begangen wurde. Die erste offizielle Feierstunde fand 1922 statt. 1934 machten die Nationalsozialisten aus dem Trauertag den "Heldengedenktag".

Nach Gründung der Bundesrepublik wurde der Volkstrauertag 1950 erstmals wieder mit einer Feierstunde im Bundestag begangen. Nach einer Übereinkunft mit den Kirchen wurde der Termin auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr festgesetzt. Heute umspannt die kirchliche "Friedensdekade" bewusst den Volkstrauertag sowie den Buß- und Bettag. Sie will auf Möglichkeiten der Friedensstiftung im eigenen Leben und in der Politik hinweisen.

[Evangelische Sonntagszeitung, 14.11.04]