Weihnachtslieder und -gedichte
Lied
Liedtext "Lasset uns singen" (Wilhelm Wegner)
Gedichte
"Engel" (Wilhelm Wegner)
"Knecht Ruprecht" (Theodor Storm)
"Weihnachtszeit" (Heinrich Hoffmann von Fallersleben)
"Die heil'gen Drei Könige" (Heinrich Heine)
"Weihnachten" (Joseph von Eichendorff)
Lasset uns singen
Lasset uns singen,
frohgemut und munter sein,
lasset unsre Stimmen klingen,
alle, groß und klein.
Heute will uns Gott bescheren,
der uns Liebe gibt;
drum bezeugt mit Engels Chören,
dass er uns Menschen liebt!
Lasset uns singen,
frohgemut und munter sein,
lasset unsre Stimmen klingen,
alle, groß und klein.
der gesamte Liedtext (PDF, 8 KB)
(nach der Melodie von "Tochter Zion")
T: Wilhelm Wegner, 2005
M: Georg Friedrich Händel, 1747
Engel
Engel, komm, und bring mir Freude,
komm und mach das Herz mir leicht,
dass in Zukunft, so wie heute,
Hoffnung alle Welt erreicht.
Engel, komm, und bring uns Frieden,
komm, beende allen Streit,
lass uns dem die Freundschaft bieten,
dem wir feind in letzter Zeit.
Engel, komm, und bring uns Liebe,
Licht, das uns im Dunkeln scheint.
Hilf, dass ich versteh und übe,
dass nur Hingabe uns eint.
Wilhelm Wegner
Knecht Ruprecht
Von drauss' vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit grossen Augen das Christkind hervor;
Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann,
Da rief's mich mit heller Stimme an:
"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt' und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!"
Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo's eitel gute Kinder hat."
- "Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier:
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
essen fromme Kinder gern."
- "Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten."
Christkindlein sprach:" So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!"
Von drauss' vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hier innen find!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?
Theodor Storm (1817-1888)
Weihnachtszeit
O schöne, herrliche Weihnachtszeit!
Was bringst du Lust und Fröhlichkeit!
Wenn der heilige Christ in jedem Haus
teilt seine lieben Gaben aus.
Und ist das Häuschen noch so klein,
so kommt der heilige Christ hinein,
und alle sind ihm lieb wie die Seinen,
die Armen und Reichen, die Grossen und Kleinen.
Der heilige Christ an alle denkt,
ein jedes wird von ihm beschenkt.
Drum lasst uns freuen und dankbar sein!
Er denkt auch unser, mein und dein!
Heinrich Hoffmann von Fallersleben
(1798-1874)
Die heil'gen Drei Könige
Die heil'gen Drei Könige aus dem Morgenland,
sie frugen in jedem Städtchen:
"Wo geht der Weg nach Bethlehem,
ihr lieben Buben und Mädchen?"
Die Jungen und Alten, sie wussten es nicht,
die Könige zogen weiter,
sie folgten einem goldenen Stern,
der leuchtete lieblich und heiter.
Der Stern bleibt stehn über Josefs Haus,
da sind sie hineingegangen;
das Öchslein brüllt, das Kindlein schrie,
die heil'gen Drei Könige sangen.
Heinrich Heine (1797-1856)
Weihnachten
Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heilges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigts wie wunderbares Singen -
O du gnadenreiche Zeit!
Joseph von Eichendorff (1788 - 1857)
zurück | letzte Aktualisierung: 23.12.2009 | copyright by EKHN