Weihnachten
Für die frühen Christen stand nicht Weihnachten, sondern Ostern, also die Auferstehung Jesu, im Mittelpunkt ihrer religiösen Praxis. Erst später kamen Feste hinzu, die an Ereignisse aus dem Leben Jesu erinnerten. Weihnachten feiern Christen seit Anfang des 4. Jahrhunderts. So gibt es einen Bericht aus dem Jahr 310, als die Christen in Mailand noch verfolgt wurden. Danach ließ der Herrscher während des Weihnachtsgottesdienstes die Türen der Kirche verschließen und Feuer legen - alle Gottesdienstbesucher verbrannten.
Wie es dazu kam, dass in der westlichen Kirche am 25. Dezember Weihnachten gefeiert wird, darüber gibt es unterschiedliche Erklärungen.
Die eine besagt, dass Weihnachten das Fest für den unbesiegbaren Sonnengott am 25. Dezember zur Wintersonnenwende in Rom ablöste. Die Christen setzten diesem heidnischen Gott nun das "wahre Licht der Welt", die "wahre Sonne der Gerechtigkeit" entgegen.
Nach der Wintersonnenwende am 25. Dezember werden die Tage wieder länger, die Dunkelheit wird zurückgedrängt. Für die Menschen der damaligen Zeit symbolisierte die Geburt Jesu an diesem Tag, dass Gott mit diesem Kind das Leben neu entstehen ließ, ein Licht im Dunkeln entzündete.
Andere Forscher nehmen an, dass die Geburt Jesu sich an der Sommersonnenwende, dem 24. Juni, orientiert. An diesem Tag wird die Geburt von Johannes dem Täufer gefeiert und die Bibel bietet Hinweise, dass Jesus sechs Monate später geboren wurde. (Lk 1,26 und Joh 3,28)
Das Fest setzte sich in der Kirche rasch durch, was möglicherweise auch dogmatische Gründe hatte. So vertrat Arius damals die Auffassung, dass Jesus nicht Gottes Sohn sein und ihm wesensgleich könne, wenn Gott doch einzigartig sei. Gott könne Jesus nur nachträglich "adoptiert" haben. Weihnachten als Feier der Menschwerdung Gottes war hervorragend geeignet, um dieser Lehre entgegenzutreten.
In den Ostkirchen wird Weihnachten am 6. Januar gefeiert. Dieser Termin geht auf eine christliche Gruppe in Alexandrien zurück, die an dem Tag die Taufe Jesu feierte. Nach deren Ansicht war dies die eigentliche Geburt Jesu, da er nun vom Heiligen Geist erfüllt war. In vorchristlicher Zeit soll an diesem Datum ein Fest für den alexandrinischen Stadtgott stattgefunden haben.
Mit "Weihnachten" wurde die Geburt Christi erst seit dem Jahr 1150 bezeichnet. Der Begriff stammt aus dem Mittelhochdeutschen "ze wihen nahten" und bedeutet "in den heiligen Nächten. Zuvor hieß das Fest unter anderem "Fest der Geburt des Heilandes", wobei die Bezeichnung an die biblische Weihnachtserzählung anlehnte, in der die Hirten "euch ist heute der Heiland geboren," verkünden.[RD]
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN