Weihnachten in den Partnerkirchen

Weihnachten in Indien


Weihnachten ist auch für die evangelischen Christen in Indien ein großes Fest. Mit einem Feuerwerk am Nachthimmel wird im Punjab die Geburt Jesu verkündet. Die Begeisterung für das Fest steckt an: Rund zehntausend Menschen ziehen zu einer Kirche, wie es in der Kathedrale „Zum Heiligen Kreuz“ in der Diözese Nanyal in Südindien geschieht. Auch Nicht-Christen sprechen an Weihnachten ihre Gebete in den christlichen Gotteshäusern. Erwartungsvolles Knistern ist bereits im Vorfeld zu spüren: da werden Wände neu gestrichen, Sänger üben bereits morgens um vier die Weihnachtslieder ein, neue Kleider und Geschenke werden gekauft.

Zwei evangelische Christinnen, die den Partnerkirchen der EKHN angehören, schildern hier, wie sie und ihre Familien das Fest feiern.

Weihnachten in Nordindien

Prita Samantaroy ist die Tochter des Bischofs der Diözese Amritsar der Kirche von Nordindien. Diese evangelische Kirche ist eine der Partnerkirchen der EKHN. Prita erzählt, was Weihnachten für sie bedeutet und wie die Menschen in ihrer Gemeinde das Fest feiern.
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Weihnachten in Südindien

Shoba Rani Gosa berichtet, wie sie und ihre Familie in der Diözese Nandyal der Kirche von Südindien Weihnachten feiern. Die evangelische Christin ist Mitarbeiterin am Henry Martyn Institute in Hyderabad, eine der Partnerorganisationen der EKHN.
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Jesus, das Licht für die Welt - auch für Angehörige anderer Religionen

St. Paul´s Church
Quelle:Samantaroy
St. Paul´s Church im nordindischen Amritsar mit weihnachtlicher Festbeleuchtung

In Indien leben rund zwei Prozent Christen. Allerdings gelingt es ihnen mit ihrer Begeisterung für Weihnachten, auch die Angehörigen aus anderen Religionen anzustecken. Die evangelische Christin Shoba Rani Gosa aus Hyderabad berichtet: „Wir beobachten, dass zu diesen Gebeten auch Menschen kommen, die anderen Religionen angehören als der christlichen. Weihnachten ist nicht nur etwas für Christen, sondern für alle, kleine und große Religionen. Weihnachten bringt uns zusammen – es gibt in unseren Aktivitäten an Weihnachten keine Grenzen.“

Das bestätigt auch Prita Samantaroy aus Shimla. Sie berichtet fast Unglaubliches: „In den Schulen und Universitäten werden für die Schüler und Studenten Weihnachtsprogramme organisiert – mit Singegottesdienst und Krippenspiel. Hier in Punjab gibt es einige Schulen, die nicht einen einzigen christlichen Schüler oder  Lehrer haben, und trotzdem enthusiastisch und aufwändig das christliche Weihnachten feiern.“

Höhepunkt für Zehntausende

Die EKHN hat in der Kirche von Indien drei evangelische Partnerdiöszesen:

  • Diözese Amritsar der Kirche von Nordindien
  • Diözese Krishna Godavari der Kirche von Südindien
  • Diözese East Kerala der Kirche von Südindien
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Weihnachten – in Indien wird es groß gefeiert. Shoba Rani Gosa: „Unsere übliche Gemeinde umfasst zweitausend Menschen. Zu Weihnachten werden annähernd zehntausend erwartet. Auf den vier Seiten der Kirche werden Großbildleinwände aufgestellt, dass alle dem Gottesdienst folgen können. Da freuen wir uns schon alle drauf – viele junge Leute nehmen sich extra frei, um am Weihnachtsliedersingen teilnehmen zu können. Weihnachten wird groß vorbereitet: Es gibt Komitees, die die Kirche dekorieren, manche kümmern sich ums Essen, auch für die Armen, andere organisieren das große Weihnachtsliedersingen, stellen Buden auf als Essenstheke oder auch für die Geschenke-Ecke.  In dieser Zeit ist die Kirche fast rund um die Uhr geöffnet – bis sie an Weihnachten mit bunten Lämpchen beleuchtet und mit Girlanden und Ballons geschmückt ist.”

Kirchentag in Berlin
Quelle:EKHN

Auch in Shimla lässt es die Gemeinde an Weihnachten richtig krachen. Nicht mit Großbildleinwänden – sondern buchstäblich. Prita Samantaroy: „Der Weihnachtstag beginnt mit einem Christnacht-Gottesdienst. Der dauert bis Mitternacht. Dann wird die Geburt von Jesus bekannt gegeben, indem ein Feuerwerk gezündet wird. Bei diesem Feuerwerk nehmen neben den Christen auch viele Nicht-Christen teil. Etliche Hindus, Sikhs und Menschen anderen Glaubens kommen in die Kirche, um dort ihre Gebete zu flüstern – im Vertrauen darauf, dass sie von Gott beantwortet werden, unabhängig davon, zu welcher Religion die Beter gehören.“

Weihnachten in Zeiten der Globalisierung

Ist Weihnachten in Indien also bloß eine große, multireligiöse Party? Prita Samantaroy wägt ab: „Durch die Globalisierung hat sich etwas in der Art, wie wir Weihnachten feiern, geändert: Grußkarten sind häufig durch eCards ersetzt worden und eine einfache SMS reicht aus, um Liebe und Weihnachtsgrüße zu übertragen.

Der veränderte Lebensstil der Leute hat die Art, wie Weihnachten gefeiert wird, auch marktwirtschaftlich beeinflusst. Wie auch immer: Wir versuchen, den sozialen Wert des Weihnachtsfestes mit seinen zwischenmenschlichen Beziehungen und den guten Beziehungen zwischen den Religionen beizubehalten.“


[Björn Raddatz / R. Deschner]