Berufe in der evangelischen Kirche

Kirchenmusikerin und Kirchenmusiker

Abends um 19 Uhr schnappt Arndt Müller seine Noten sowie den Probenplan und macht sich auf den Weg zur Generalprobe ins Gemeindezentrum. Dort wird er mit einer eingeflogenen Gospelsängerin und der eigenen kleinen Kirchenband als Band-Leader dem Keyboard Wohlklingendes entlocken.

Am Nachmittag hat er bereits zwei Orgelschüler unterrichtet. Jetzt überlegt er sich, wie er einen seiner Schützlinge besser motivieren kann, regelmäßiger zu üben. Ihm selbst macht es großen Spaß, in der Kirche regelmäßig sein eigenes Orgelspiel sowie seine Stimme zu perfektionieren. Das Dirigieren übt er vor dem Spiegel.
Dieser kleine Ausschnitt aus dem Alltag umreißt grob den Spagat, den ein Kirchenmusiker zwischen seinen vielfältigen Aufgabenbereichen macht.

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Kirchenmusik – das hat mit Gott zu tun. Wie alle Musik ist sie seine Schöpfungsgabe, dem Menschen geschickt, dass er sie recht gebrauche.

Carl-Gustav Naumann


Praxisluft schnuppern

„Am Besten er oder sie schaut einem Kollegen oder einer Kollegin eine Zeit lang `über die Schulter´, um den Spaßfaktor dieser Arbeit kennenzulernen, aber auch um zu erleben, wo die Frustanteile sein können“, rät Thomas Schwarz, Dekanatskirchenmusiker bei Wiesbaden denjenigen, die sich den Herausforderungen dieses Berufes stellen wollen.

Wer zunächst einmal nur die Orgel während des sonntäglichen Gottesdienstes spielen möchte, muss dazu kein umfangreiches Studium absolvieren. Wer bereits Klavier spielt, kann eine Orgelausbildung bei der EKHN beginnen. Interessierte wenden sich dazu am besten an den Gemeindepfarrer.
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Je nachdem ob ein Kirchenmusiker für eine haupt- oder nebenberufliche Stelle eingesetzt ist, stellt er sich unterschiedlichen Anforderungen. Bei nebenberuflich Aktiven setzt schon allein der Hauptberuf natürliche Grenzen an verfügbare Zeit und Arbeitskraft. Hauptberufliche Musiker und Musikerinnen sind vor allem an Kirchen, die für die Pflege der Kirchenmusik von überregionaler Bedeutung sind, beschäftigt.

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Aufgabenspektrum

Was unterscheidet Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker von den „weltlichen“ Kollegen und Kolleginnen? Sie möchten anderes bezwecken: Nicht Musik als Unterhaltung steht im Vordergrund, sondern Musik als Gebet. Carl-Gustav Naumann verdeutlicht: “Durch Wort und Ton lässt Gott von sich hören und er möchte mich und andere erreichen in den Tiefen meines Fühlens wie in der Klarheit meines Verstandes. Und durch Wort und Ton möchte ich ihm antworten.“
In diesem Grundverständnis wurzeln sämtliche Tätigkeiten des Kirchenmusikers und der Kirchenmusikerin:

Selbst ein Kirchenmusiker oder eine Kirchenmusikerin ist kein Übermensch, der all diesen Aufgaben gleichermaßen gerecht wird. Diejenigen, die diesen Beruf ausüben, setzen Schwerpunkte, die sie auf die Anforderungen der jeweiligen Stelle sowie auf ihre musikalischen Begabungen abstimmen.

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Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen

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Einsatzbereiche

Die Stellenbeschreibung eines Kirchenmusikers kann sich durchaus von der seiner Berufskolleginnen und -kollegen unterscheiden. In folgenden Berufsfeldern – oder einer Kombination aus mehreren – können er oder sie eingesetzt werden:

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Verdienst

Hauptamtliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in der EKHN werden je nach Tätigkeitsprofil und Qualifikation zwischen BAT IVb und IIa vergütet. Ein junger, 23-jähriger Kirchenmusiker erhält beispielsweise eine Grundvergütung zwischen 1.609 und 2094 Euro. Oft werden noch Zuschläge gezahlt, mit zunehmenden Lebensalter steigt der Lohn ebenfalls.

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Voraussetzungen

Wer später hauptberuflich arbeiten möchte und deswegen ein Kirchenmusikstudium beginnen will, muss bei den meisten Musikhochschulen zunächst einen Eignungstest ablegen. Der Prüfling beweist bei dieser Gelegenheit seine theoretischen Musikkenntnisse sowie seine musikalischen Fähigkeiten.

Folgende Leistungen werden in einer Eignungs- oder Aufnahmeprüfung beispielsweise für den Studiengang B verlangt:

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Ausbildung

Laut dem Amt für Kirchenmusik ist grundsätzlich zwischen haupt- und nebenamtlichen Kirchenmusikern zu unterscheiden.

Hauptamtliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker
Um dieses Berufsziel zu erreichen, gibt es bislang den acht-semestrigen Studiengang B, der quasi dem Fachhochschuldiplom entspricht. Das Ausbildungspensum ist auf ein möglichst gemeinde- und praxisnahes Studienkonzept zugeschnitten. Einige Hochschulen ersetzten bereits den B-Studiengang mit dem allgemeinen Studiengang „Diplom-Kirchenmusiker“. Außerdem qualifiziert der Studiengang A, der einem Hochschuldiplom gleichkommt, die Absolventen für die hauptamtliche Ausübung. Der mindestens zehn-semestrige Studiengang A bereitet auf die Tätigkeit als hauptamtlicher Kirchenmusiker an großen Stadtkirchen vor. Erreichbar ist dieser Abschluss an vielen Hochschulen auch durch ein viersemestriges Aufbaustudium.

In der Regel erkennen alle Gliedkirchen der Evangelischen Kirche Deutschlands abgelegte B-Püfungen an.

Nebenamtliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker
In der Regel sind hauptberufliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker mit der Ausbildung von Organistinnen oder Chorleitern betraut. Dies geschieht dezentral in den Dekanaten und kann bis zur C-Prüfung führen. Für einen C-Kurs werden diejenigen zugelassen, die eine Grundausbildung am Klavier besitzen, an der Orgel drei- und vierstimmige Kirchenlieder spielen können sowie Kenntnisse der Musiktheorie besitzen (beispielsweise Intervalle, Dur- und Molltonleitern, Violin- und Bassschlüssel, Taktarten, usw.).
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Stellenausschreibungen

Wer als Kirchenmusiker oder Kirchenmusiker nach einer Stelle sucht, wird bei den Stellenangeboten im Internet fündig.

Links

Weiterführend Links zum Thema finden Sie
hier

 

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