Kirchensteuer & Finanzen
Zahlt eigentlich jedes evangelische Kirchenmitglied Kirchensteuer – oder sind auch einige Mitglieder davon befreit? Warum ziehen die Finanzämter die Kirchensteuer ein? Welche Vorteile hat die Kirchensteuer? Falls Sie Antworten zu diesen und weiteren Fragen suchen, erfahren Sie hier mehr:
Die Kirchensteuer wurde im 19. Jahrhundert als Reaktion auf dramatische gesellschaftliche Veränderungen eingeführt. Dies wurde nötig, da die mittelalterliche Praxis der Kirchenfinanzierung im Gefolge der Französischen Revolution zusammengebrochen war.
In jedem Gottesdienst, aber auch bei Andachten und Bibelstunden, wird eine Kollekte erbeten. Der Verwendungszweck und die Höhe der letzten Kollekte werden in den Abkündigungen bekanntgegeben. Es gibt drei Arten von Kollekten: Zweckgebundene Kollekten für ausgewählte Projekte, Kollekten für empfohlene Projekte und freie Kollekten.
Die EKHN erhält 82 Prozent, also mehr als vier Fünftel ihrer Mittel, aus der Kirchensteuer. Diese Einnahme ist ihre mit Abstand wichtigste Finanzierungsquelle. Daneben fließen der EKHN weitere Mittel zu, die von manchen Kritikern pauschal als „Subventionen“ oder „Staatsleistungen“ bezeichnet werden.
Diese Übersicht über den Haushalt 2010 informiert darüber, mit welchen zentralen Leistungen die Landeskirche die einzelnen Handlungsfelder unterstützt. Der landeskirchliche Haushalt erfasst dabei die Ausgaben und Dienstleistungen, die in den einzelnen Arbeitsbereichen auf Ebene der Landeskirche anfallen.
Rücklagen sind für eine kirchliche Großorganisation wie die EKHN existenziell. Nur mit ihrer Hilfe kann die EKHN kurzfristige Einnahmeausfälle ausgleichen. Rücklagen ermöglichen es zudem, mittelfristige Veränderungen ohne Zeitdruck zu planen und bei deren Umsetzung Härten für die Betroffenen zu verringern.
In der EKHN gelten seit dem Jahr 2000 ethische Anlagekriterien, denen zufolge kirchliches Vermögen nicht nur wertbeständig, sicher und wirtschaftlich anzulegen ist. Es soll auch Zielen dienen, die der Ökumenische Weltrat der Kirchen formuliert hat: Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.
Es werden immer weniger Kinder geboren, deswegen werden immer weniger getauft und dadurch gibt es später immer weniger Erwachsene, die evangelisch sind und Kirchensteuern zahlen. Die Bevölkerungsentwicklung ist der Grund, weshalb die Kirche den Gürtel enger schnallen muss.
Die Vergütungen und Besoldungen, die in der EKHN gezahlt werden, orientieren sich an vergleichbaren Bereichen wie etwa dem öffentlichen Dienst oder dem Sozialwesen. Die Bezüge für Leitungsaufgaben fallen in der EKHN im Vergleich zu Stellen in anderen Bereichen mit vergleichbarer Belastung und Verantwortlichkeit niedriger aus.
Wie viel Geld eine Gemeinde von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) erhält, errechnet sich aus der Anzahl der Gemeindemitglieder, der Gottesdienstorte und dem Bestand an Gebäuden. Hinzukommen können Zuweisungen für besondere Einrichtungen und Aufgaben, etwa für Kindertagesstätten. Ferner sind die Gemeinden an den Einnahmen des Pfarreivermögens beteiligt.
Das Finanz-Dezernat steuert die materiellen Ressourcen im gesamten Kirchengebiet. Es verteilt die kirchlichen Einnahmen, insbesondere die Kirchensteuern. Ziel ist größtmögliche Wirtschaftlichkeit und Sicherung der langfristigen finanziellen Handlungsfähigkeit.
amt
Die kirchlichen Finanzen werden offen, transparent und demokratisch verwaltet und geprüft.
Alle Haushaltspläne in der EKHN werden von gewählten Gremien beschlossen. Zudem gibt es ein kirchliches Rechnungsprüfungsamt, das unabhängig arbeitet.
Die Jahresberichte der EKHN enthalten Reportagen über die Arbeit mit pflegebedürftigen Menschen oder Kunstprojekte in einer Kirche. Sie geben somit einen Einblick in den Alltag unserer Kirche. Der Leser erfährt, was die kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Menschen und für die Gemeinschaft leisten. Statistiken und Zahlen über den kirchlichen Haushalt zeigen, wie die von den Kirchenmitgliedern gezahlte Kirchensteuer diese Arbeit ermöglicht.
zurück | letzte Aktualisierung: 20.09.2011 | copyright by EKHN