Kunst
"Musik geht unter die Haut - Bilder rücken uns auf den Pelz"
Ausstellung über die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz in der Kirchenverwaltung
„Die Musik gab mir die grundlegende Inspiration für meine Bilder. Beim Hören kamen mir dann ganz selbstverständlich Themen und Symbole aus dem Religionsunterricht wieder in den Sinn,“ berichtete der Künstler Hans-Peter Schmücker anlässlich einer Führung durch seine Ausstellung am 7. März 2008. Der Künstler stellt bis zum 20. März in der Kirchenverwaltung der EKHN am Paulusplatz 1 in Darmstadt seine Bildserie aus, die durch das musikalische Werk „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ Joseph Haydens geprägt wurde. Als spiritueller Mensch gehörten Tod und Auferstehung zu den Grundlagen seines Glaubens, erzählte Schmücker.
Der Malprozess
Nach der Begrüßung durch Kirchenrat Wolfgang Weinrich bedankte sich Schmücker: „Ich freue mich, dass meine Bilder in diesem tollen Ambiente hängen.“
Hans-Peter Schmücker, der in einer Bank arbeitet, hatte zunächst als Hobbykünstler zum Pinsel gegriffen. „Und nun erfüllt mich die Kunst“, berichtete er. Stilistisch habe er sich von der Holzschnittkunst Walter Habdanks anregen lassen.
Die Musik Haydens hatte ihm den Anstoß zu der Bildserie gegeben. „Während des Malprozesses habe ich mich allerdings von den musikalischen Eindrücken getrennt und geschaut, was für mich beginnt.“ So sei Raum für Zufälliges - und Raum für die individuelle Analyse des Betrachters entstanden.
Ästhetischer Zugang zu existenziellen Fragen
Eine Einführung in die Werke Schmückers gab der katholische Theologe und Hospizseelsorger Thomas Ruhl von der Künstlergruppe „Kunst in Rödermark“. „Die letzten Worte Jesu sind existenziell, sie sprechen in mein Leben hinein. Wer diesen `Code´ lebt, dem erschließt sich christliche Existenz“, so der Theologe. Die Bilder Schmückers machten diesen Code ästhetisch zugänglich.
Seine Bilder ließen sich nicht nur betrachten, sondern Elemente seiner Werke schauten auch den Betrachter an: „Musik geht unter die Haut – die Bilder rücken uns auf den Pelz.“ Zum Bild „Das Erdbeben“ erklärte Ruhl: „Die Antwort auf die Frage `wer bin ich?´ ist aus theologischer Sicht ein Erdbeben.“ Sie könne dazu führen, das eigene Leben zu ändern. So habe Martin Luther deutlich gemacht, dass alle Menschen durch das Vertrauen auf Gott gerechtfertigt seien. „Das Erdbeben hat einen Namen: Reformation“.
Die letzen Worte Jesu
- "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun" (Lukas 23,34)
- „Weib, siehe, das ist dein Sohn!" sprach Jesus zu seiner Mutter (Johannes 19,26)
“Siehe, das ist deine Mutter!“ sprach Jesus zu dem Jünger (Johannes 19,27)
- "Und er sprach zu ihm: 'Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein' " (Lukas 23,43)
- „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" (Matthäus 27,46)
- "Mich dürstet" (Johannes 19,28)
- "Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!" (Lukas 23,46)
- Es ist vollbracht!" (Johannes 19,30)
[Rita Deschner]
zurück | letzte Aktualisierung: 07.03.2008 | copyright by EKHN