Aufbau und Leitung der EKHN

Der Paulusplatz und seine Geschichte

Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Kirchenverwaltung

Paulusplatz 1
64285 Darmstadt
Telefon: 06151 - 4050
Telefax: 06151 - 405220
ekhn@ekhn-kv.de
www.ekhn.de

Nicht immer stand die Verwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) am Darmstädter Paulusplatz. Bis 1944 hatte sich das ehemalige Landeskirchenamt in der Mackensenstraße (heute Adelungstraße) in der Stadtmitte befunden. Es wurde in der furchtbaren „Darmstädter Brandnacht" bei stundenlangen Fliegerangriffen ein Raub der Flammen - mitsamt allen Akten und Archivalien.

27 Menschen kamen dort ums Leben. Für die kirchliche Verwaltung begann eine fünfzehnjährige Odyssee durch unterschiedlichste Notquartiere in und um Darmstadt.
Nachdem 1947 Martin Niemöller (1892-1984) zum ersten Kirchenpräsidenten der EKHN gewählt worden war, ergab sich Mitte der 50er Jahre die Chance, das großzügige ehemalige Gebäude der Hessischen Landeshypothekenbank am Paulusplatz günstig zu erwerben. 1959 zogen die Kirchenverwaltung und die Kirchenleitung ein.

Tradition und Moderne

Zwei allegorische Figuren über dem Eingang symbolisieren heute noch die ursprüngliche Bestimmung des Hauses: Der Götterbote Hermes mit seinem Flügelstab gilt als Schutzgott der Kaufleute und ist eine Figur der griechischen Mythologie. Neben ihm wacht ein Kämmerer mit dem Geldsäckel. Die ursprünglich reiche Ausmalung des Gebäudes verschwand schon nach dem Krieg und wich einer klaren Gestaltung der Räume. Im Jahr 1980 verschaffte ein Anbau an der Wittmannstraße der stetig gewachsenen Verwaltung etwas Luft.
Schon immer war die EKHN der Kunst gegenüber aufgeschlossen. So finden sich in den Fluren, Sitzungsräumen und Büros Gemälde, Plastiken und Installationen vorwiegend aus der zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts. Im Jahr 1993 erfolgte im großen Treppenhaus der Einbau von drei Glasfenstern von Johannes Schreiter.
Nach einer Renovierung des gesamten Hauses von 2002 bis 2003 mit umfassenden Brandschutzmaßnahmen präsentiert sich der Paulusplatz 1 heute als Sitz einer modernen und leistungsfähigen Verwaltung.

Das architektonische Ensemble Paulusplatz

Der Entwurf für das Gebäude der Hessischen Landeshypothekenbank stammt aus dem Jahr 1905. Der junge Architekturprofessor Paul Meißner setzte entgegen dem damaligen Trend weniger auf architektonischen Schmuck und kostspielige Baustoffe, sondern mehr auf ausgewogene Proportionen im architektonischen Aufbau.
Meißner gelang es, mit seinem Gebäude in der vorhandenen Umgebung zwischen den damals noch fast unbebauten Straßenzügen der Ohly- und der Wittmannstraße und gegen-über der Pauluskirche als reiner Jugendstilkirche einen neuen und doch harmonischen Akzent hinzuzufügen. Während er die Ohlystraße als Höhenstraße konzipierte, legte er die Wittmannstraße und den dazugehörigen asymmetrisch angelegten Platz mit dem Wasserbecken drei Meter tiefer. Dadurch verstärkte sich noch die Wirkung des an der höchsten Stelle des Geländes befindlichen Kirchturms.

Im Ensemble Paulusplatz spiegelt sich auch die Architekturentwicklung Deutschlands jener Zeit, in der Darmstadt vor Beginn des ersten Weltkrieges eine herausragende Stellung hatte. Mit der Sezessionskunst und der Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe und den im sogenannten Heimatstil schaffenden Architekten der Technischen Hochschule
standen sich zwei gegensätzliche Architekturschulen gegenüber. Der aufgeschlossene Großherzog Ernst Ludwig förderte sie beide. So beeinflussten sich trotz aller Gegen-sätzlichkeiten die beiden Stilrichtungen gegenseitig.