60 Jahre EKHN - Jahresbericht 2006/2007
Gemeindebrief Neunkirchen im Odenwald
Nah dran
»dranbleiben« – so der Name des Gemeindebriefs der Evangelischen Kirchengemeinde Neunkirchen – wird in fast 1.000 Haushalten gelesen. – Und das gründlich und gern. Vor allem seit sich ein Kommunikationsdesigner um Gestaltung und Inhalt kümmert.
Medien
Auf dem Boulevard
Menschen entwerfen ihr Bild von der Wirklichkeit heute zu großen Teilen aufgrund von Medienkontakten. Die Kirche muss medial präsent sein, um bei
den Menschen als bedeutsamer Teil ihrer Realität noch wahrgenommen zu werden. Dabei muss sich die Kirche den Mechanismen der Mediengesellschaft stellen und sich auf dem Boulevard des postmodernen Lebens bewähren.
Medien allein reichen nicht
Menschen lassen sich nicht allein durch Medien an die Kirche binden. Medien können den persönlichen Kontakt nicht ersetzen. Aber sie sind für viele Menschen der einzige Kontakt, den sie zur Kirche haben.
Eigene und fremde Medien
Die EKHN muss über eigene Medien verfügen, die sie selbst gestalten kann. Und sie muss als eine die Gesellschaft mitprägende Kraft auch in den Medien der freien Presse vorkommen. Dort kann sie nur mit Qualität überzeugen.
Was macht ein Pfarrer, wenn der örtliche Schützenverein sein Jahrestreffen ausgerechnet am Ewigkeitssonntag durchführen will? Er übt im Gemeindebrief unter der Rubrik »Reizworte« harsche Kritik. In Neunkirchen hat das gewirkt. Zuerst hätten die Schützen heftig protestiert und auf ihren Tag gepocht, verrät Ottmar Arnd, sich nach einigem Hin und Her aber auf einen anderen Zeitpunkt geeinigt.
In einer über fünf Dörfer verstreuten Gemeinde ist die Quartalsschrift ein wichtiges Medium. Durch Markus Jöckel aber hat das Blatt vor sieben Jahren einen Riesensprung in Sachen Beliebtheit erlebt. Der Gemeindebrief trägt sich inzwischen selbst, obwohl das achtköpfige Redaktionsteam Anzeigen gegenüber skeptisch ist. Für Jöckel ist der Verzicht auf Werbung eine Frage der Überparteilichkeit. In der jüngsten Ausgabe mit dem Themenschwerpunkt »Geld« klärt man zum Beispiel über die Bedrängnis auf, in die arbeitslose Menschen aus der Umgebung geraten sind, und berichtet über das soziale Engagement von Unternehmen.
Von den jährlich vier Nummern kreisen jeweils zwei um ein soziokulturelles Thema, die beiden anderen Hefte konzentrieren sich auf das Leben in der Gemeinde. Die Mischung aus Information, Berichterstattung und Feuilleton kommt bei den meisten Lesern gut an. Jöckel kennt auch etliche Katholiken und kirchenferne Menschen, welche die anregende Art christlicher Wertevermittlung schätzen. Nur ein paar »Hardliner« täten sich mit den weltlichen Beiträgen und eingestreuten Karikaturen schwer, bedauert der 33-Jährige. Dabei seien sowohl die Gestaltung als auch die Texte moderat und wurden von der EKHN bereits mit einer Auszeichnung und einem Förderpreis bedacht.
Jede neue Ausgabe fordert von dem Redaktionsteam einen »Spagat zwischen konservativ und modern«. Dass er gelingt, führt Jöckel auf das breite Spektrum zurück. Vom Rentner über den Mediengestalter bis zum Konfi sind alle vertreten. Etwas zu locker halten es leider manche Konfirmanden mit der Zustellung, murrt Jöckel. Bei schwierigen Jahrgängen hat er schon ganze Stapel in der Papiertonne entdeckt. Die meisten verteilen den Gemeindebrief aber gewissenhaft in den Dörfern.
zurück | letzte Aktualisierung: 21.09.2007 | copyright by EKHN