Geschichte

Chronologische Geschichte der EKHN

Geschichte der EKHN

 

Gesellschaftliche Ereignisse

1945
Mitten im Elend
Neubeginn der Diakonie

Die Kirche wendet sich der alltäglichen Not der Menschen zu. Das 1945 gegründete Evangelische Hilfswerk unterstützt Gemeinden in ihrem diakonischen Engagement. Es steht bis 1954 unter der Leitung von Dr. Otto Fricke, gefolgt von Walther Ratgeber. Die im Dritten Reich unter staatliche Leitung gestellten Kindertagesstätten und Diakonischen Einrichtungen wie die Heime Scheuern und die Nieder-Ramstädter Diakonie nehmen ihre kirchliche Arbeit wieder auf. Das evangelische Profil wird dem Personal in Seminaren vermittelt. 1948 entsteht der Landesverein der Inneren Mission in der EKHN als Träger diakonischer Einrichtungen.

1945
Die Unerwünschten Integration der Flüchtlinge

Zahlreiche Flüchtlinge und Vertriebene aus Osteuropa werden im EKHN-Gebiet angesiedelt. So kommen in die überwiegend evangelisch geprägten Gebiete viele Katholiken. Insbesondere die Städte im Rhein-Main-Gebiet expandieren stark. Das Evangelische Hilfswerk errichtet 1946 mit dem Heilsberg im Süden Bad Vilbels einen eigenen Stadtteil für heimatlose Menschen, die zur bundesweit beachteten Modelleinrichtung wird.

1946
Geistliche Räume aus Trümmern
Das Notkirchenbauprogramm

Um den entwurzelten Menschen schnell geistlichen Halt und Raum bieten zu können, entwickelt der evangelische Architekt Otto Bartning fünf Kirchentypen, die schnell, preiswert und mit Eigenarbeit der Gemeinden errichtet werden können. Ein ohne Kran zusammen fügbares Holzgerüst gibt den Rahmen. Das Mauerwerk kann aus örtlichem Trümmermaterial erstellt werden.

1946
Auf der Suche nach Orientierung
Männerarbeit erfährt großen Zulauf

Die nach dem Tagungsort in der Wetterau benannten „Echzeller Richtlinien“ geben der Männerarbeit im Mai Deutschlandweit eine neue Basis. Propst Ernst zur Nieden leitet sowohl die Männerarbeit in der EKHN als auch in der EKD.

1946
Ort für junge Leute
Erstes Stadtjugendpfarramt

In Darmstadt nimmt das erste Stadtjugendpfarramt in der EKHN seine Arbeit auf. Weitere folgen in Frankfurt, Wiesbaden, Mainz und Gießen.

1946
Freiräume für den neuen politischen Geist
Gründung der Evangelischen Akademie

Im Februar 1946 wird in Echzell/Wetterau die Akademie als ein vom Evangelium geprägter Lern- und Diskussionsort für die junge Demokratie gegründet. Am 15. Juli 1954 wird das Haus in Schmitten-Arnoldshain im Taunus mit einem Seminar zum Thema „Die Wiedervereinigung Deutschlands“ in Betrieb genommen. Unter dem ersten Direktor Dr. Hans Kallenbach und seinem Studienleiter Heinz Renkewitz entwickelt sich die Akademie zum überregionalen Treffpunkt und Diskussionsforum. Erster Vorsitzender des Konvents ist der Propst für Südnassau Ernst zur Nieden.

1946
Endlich wieder freie Medien
Evangelische Publizistik und Pressedienst

Nach einer Zeit der Lügen und des Irrweges erscheint unter dem programmatischen Titel „Weg und Wahrheit“ im Mai eine Kirchenzeitung für die EKHN, deren Herausgeber der Leiter des Verfassungsausschusses der EKHN Prof. Dr. Martin Schmidt ist. Zeitgleich nimmt der Evangelische Pressverband Nassau-Hessen, aus dem später der Evangelische Pressedienst Hessen-Nassau wird, seine Arbeit wieder auf.

1946
Hunger nach Wissen
Gründung der Evangelisch-Theologischen Fakultät an der Uni Mainz

Der von den Landeskirchen des Rheinlands, Hessens und Nassaus sowie der Pfalz beauftragte Superintendent Reinhard Becker gewinnt im April 1946 den Berliner Dozenten Wilhelm Jannasch (1888-1966) als ersten Professor und Gründungsdekan der Evangelisch-theologischen Fakultät. Jannasch baut kontinuierlich die damals einzige Fakultät auf dem Gebiet der EKHN auf, indem er für die Berufung von Theologen nach Mainz sorgt.

1946 - 1960
Überlebens-Mittel
Care-Pakete lindern Not

Fast 10 Millionen Pakete der amerikanischen Hilfsorganisation CARE erreichen Deutschland, Österreich sowie andere Staaten und lindern die Not der Nachkriegsjahre. Martin Niemöller ist als Leiter des Außenamtes der EKD mitverantwortlich für die Organisation der CARE-Pakete und kann das Programm durch seine weltweiten ökumenischen Kontakt entscheidend fördern.

1946
Neue Länder
Hessen und Rheinland-Pfalz entstehen

Am 30. August 1946 wird auf Anordnung der französischen Militärregierung das Land Rheinland-Pfalz gebildet, in dem ein Drittel des EKHN-Gebiets liegt. Am 1. Dezember 1946 tritt die Verfassung des Landes Hessen in Kraft.

1947
Die Geburtsstunde
Gründungssynode in Friedberg

Vom 30.9.-1.10 treffen sich die Landeskirchentage Nassau, Hessen-Darmstadt und Frankfurt im Seminar Friedberg und erklären sich zur Verfassunggebenden Synode der EKHN. Am zweiten Tag wird Martin Niemöller als erster Kirchenpräsident gewählt. Bis 1949 erarbeiten sie die Kirchenordung.

1947
Bestandaufnahme Generalvisitation

Im Zuge einer Generalvisitation werden bis1949 alle Kirchengemeinden besucht, um eine Bestandsaufnahme der Situation machen zu können. Das EKHN-Gebiet wird in sechs Visitationsbereiche gegliedert , aus denen später die Propsteien hervorgehen. Die Visitationsvorsitze werden später den Pröpsten übertragen.

1947
Fromme Frauen
Marienschwesternschaft gegründet

In Darmstadt-Eberstadt gründet Basilea Schlink eine Schwesternschaft, die sich für Ökumene und als Beitrag zur Versöhnung den christlich-jüdischen Dialog einsetzt.

1947
Vertrauter Klang der Normalität
Glocken kehren zurück

Viele der zu Rüstungszwecken eingezogenen Kirchenglocken kehren von der zentralen Sammelstelle in Hamburg zurück. Wo keine mehr da sind unternehmen die Gemeinden trotz Armut und Not große Anstrengungen, um schnell neue Glocken – diesmal aus Stahl – gießen zu lassen. Der Glockenklang ist ihnen sehr wichtig.

1947
Schonungsloses Bekenntnis
„Darmstädter Wort“

Am 8. August treffen sich im Elisabethenstift Darmstadt die Brüderräte der Bekennenden Kirche. Eine Minderheit von ihnen verabschiedet das maßgeblich von Martin Niemöller mitformulierte „Wort des Bruderrates der Evangelischen Kirche in Deutschland zum politischen Weg unseres Volkes“ („Wir sind in die Irre gegangen, als wir begannen, den Traum einer besonderen deutschen Sendung zu träumen, als ob am deutschen Wesen die Welt genesen könne. Dadurch haben wir dem schrankenlosen Gebrauch der politischen Macht den Weg bereitet und unsere Nation auf den Thron Gottes gesetzt.... Wir haben es unterlassen, die Sache der Armen und Entrechteten gemäß dem Evangelium von Gottes kommendem Reich zur Sache der Christenheit zu machen......) Der Text geht über die Stuttgarter Schulderklärung von 1945 hinaus und benennt die eigene schuldhafte Verstrickung deutlich. Insbesondere in der späteren DDR entfaltet er eine erhebliche Wirkungsgeschichte.

1948
Zeit der Buße
Gemeinsamer Untersuchungsausschuss zur Entnazifizierung

Die Kirchen untersuchen ihre Pfarrer und Kirchenbeamten anhand eigener Kriterien selbstständig. Der französischen Besatzungsmacht genügt dies. Die amerikanische überprüft zusätzlich. Die drei Kirchenregionen der EKHN hatten dafür seit 1945 eigene Untersuchungskommissionen, die im November 1948 zusammengelegt werden. Kernpunkt der kirchlichen Überprüfung ist weniger die Feststellung und Bestrafung von Schuld, sondern ob sie reumütig bekannt wird und eine Neuorientierung glaubhaft ist.

1948
Vertrauen in die neue Kirche
Bruderrat löst Geschäftsstelle auf

Die Bekennende Kirche integriert sich voll in die EKHN und gibt mit der Geschäftsstelle ihre eigene Infrastruktur auf.

1948
Sozialpolitisches Gewicht
Innere Mission entsteht

Aus den drei Landesverbänden konstituiert sich der Landesverband für Innere Mission in Hessen und Nassau als einer der größten Träger diakonischer Einrichtungen.

1948
Pfarrer als Arbeiter
Gossner Mission entwickelt Industriearbeit

Die in Berlin beheimatete Gossner Mission eröffnet in Mainz-Kastel einen zweiten Sitz. Unter Leitung von Horst Symanowski wird er zur Brücke zwischen Kirche, Wirtschaft und ökumenischer Weltverantwortung. 1956 etabliert sich hier das Seminar für Kirchlichen Dienst in der Industriegesellschaft und weiterhin werden Industriepraktika für Theologiestudenten vermittelt. Aus dem Gossner Zentrum geht 1967 das Amt für Industrie- und Sozialarbeit, zu dem noch regionale Sozialsekretäre gehören, und das Amt für Mission und Ökumene der EKHN hervor.

1948
Frisches Geld
Währungsreform

Am 20. Juni 1948 wird die Mark Deutscher Länder in Westdeutschland eingeführt. Die neuen Münzen und Scheine werden heimlich in Frankfurt gelagert.

1949
Talar für Eva
Frauen im Pfarramt

Mit dem Vikarinnengesetz lässt die Kirchenleitung Frauen als Vikarinnen zum Pfarrdienst zu – auf bestimmten Planstellen, mit 80 Prozent des Gehaltes, im Angestelltenverhältnis und nur unverheiratet. Als erste werden 1950 Elisabeth Buchholz und Erica Küppers ordiniert. Erste Vikarin mit einem Gemeindeauftrag ist 1950 Katharina Staritz. Sie übernimmt auch die 1950 gegründete Stelle für die Frauenarbeit in Frankfurt, die das erste offizielle Amt für Frauen ist. Ab 1955 erhalten ordinierte Männer (Pfarrer) und Frauen (Vikarinnen) gleiches Gehalt

1949
Nach Schweigen und Schuld
Christlich-jüdische Zusammenarbeit

Vier ein halb Jahre nach Ende des Massenmordes an Juden wird im November unter maßgeblicher Mitarbeit des EKHN-Pfarrers Dr. Adolf Freudenberg in Bad Nauheim der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit gegründet, von denen es 88 in Deutschland geben wird, 12 davon in der EKHN. Freudenberg wird der evangelische Vorsitzende und später Ehrenpräsident. Er gründet im Oktober 1952 in Bad Vilbel auch den Arbeitskreis Kirche und Israel in Hessen und Nassau, der Pfarrer/innen und Religionslehrer/innen für ein neues theologisches Denken gewinnen will.

1949
Beten mit den Siegerinnen
Erster Weltgebetstag mit deutschen Frauen

Erstmals für Deutschland laden in Wiesbaden amerikanische Frauen deutsche Frauen zur gemeinsamen Feier des Weltgebetstags ein. Unter ihnen ist Elly von Kuhlmann, die Vorsitzende der Frauenhilfe in Nassau.

1949
Kalter Krieg
Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der DDR

Am 23. Mai wird die Bundesrepublik gegründet. Im Herbst folgt die Gründung der DDR. Der Kalte Krieg zwischen Ost und West eskaliert.

 

1950

 

1950
Neue Normalität
Erste ordentliche Kirchensynode

Am 11. April tritt in Mainz die erste ordentliche Kirchensynode der EKHN zusammen. Auf der Grundlage der neuen Kirchenordung, die die Amtszeit des Kirchenpräsidenten auf acht Jahre begrenzt, stellt sich Niemöller erneut zur Wahl und wird bestätigt. Auch alle andern Leitungsämter (Stellvertreter des KP, Kirchenleitung, Leitendes Geistliches Amt und Kirchensynodalvorstand) werden gewählt.

1950
Ost-West-Solidarität
Partnerschaft mit Kirchenprovinz Sachsen

Die EKHN geht, zusammen mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, eine Partnerschaft mit der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen mit Sitz in Magdeburg ein. Organisiert vom Evangelischen Hilfswerk nehmen innerhalb kurzer Zeit drei Viertel der 1000 EKHN-Gemeinden Kontakt zu einer Partnergemeinde auf, um zu helfen und Informationen auszutauschen.

1950
Leidenschaft für Frieden und Aussöhnung
Niemöller kritisiert Westorientierung und Wiederbewaffnungspläne des Bundeskanzlers

Kirchenpräsident Niemöller kritisiert wiederholt den politischen Kurs der Bundesregierung zu den Themen Westorientierung und Wiederbewaffnung. Damit löst er jeweils intensive Debatten aus. Statt des Kalten Krieges und einer Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschland tritt Niemöller für eine Aussöhnung mit dem Osten ein („Brücke zwischen Ost und West statt Brückenkopf des Westens“). Atomare Massenvernichtungswaffen, die alles Leben auslöschen können, sind für ihn nicht nur ein politisches Problem sondern auch eine Anfrage an den Glauben. Im Oktober 1950 wenden sich Niemöller und die Bruderschaften gegen das Angebot von Bundeskanzler Konrad Adenauer, Westdeutschland wieder zu bewaffnen.

1950
Gemeindekino
Filmdienst wird gegründet

Unter Leitung des Frankfurter Pfarrers Werner Hess, später Intendant des Hessischen Rundfunks, wird der Filmdienst der EKHN gegründet. Mobile Filmvorführer zeigen in den Gemeinden wertvolle Filme. 1952 finden 1.742 Vorführungen mit 165.285 Besuchern statt. Mit der Verbreitung des Fernsehens geht der Bedarf zurück. 1993 wird der Filmdienst in die Tonbildstelle integriert.

 

1951
Alarm um die Bibel
Entmythologisierungsprogramm

Die Thesen des Marburger Theologieprofessors Rudolf Bultmann führen zu heftigen Kontroversen unter Theologen und Laien. Bultmann sieht die Bibel mythologisch überformt und will durch eine Entmythologisierung ihren theologischen Kern herausarbeiten. Kritiker sehen darin einen Verrat an der Heiligen Schrift als unmittelbarem Gotteswort. Die Debatte zeigt, dass sich die wissenschaftliche Theologie von der Gemeindefrömmigkeit weit entfernt hat und deren Vermittlung durch die Pfarrer nicht genügend gelingt.

1951
Kirche macht Schule
Maßnahmen gegen Mangel an Religionslehrern

Am Ende der NS-Zeit gab es nur wenige einsatzfähige Lehrer für Religionsunterricht. Um den Mangel zu beheben werden Ausbildungskurse angeboten und sechs Katechetische Ämter (später Religionspädagogische Ämter) gebildet. 1967 wird das Religionspädagogische Studienzentrum in Kronberg-Schönberg fertig.

1951
Lesehunger
Verband Evangelischer Büchereien in Hessen und Nassau e.V.“ gegründet

Dem Verband gehören 150 Büchereien in Kirchengemeinden, Krankenhäusern und Heimen an, die zumeist ehrenamtlich geleitet werden.

 

1952
Was Recht ist
Kirchliches Verfassungs- und Verwaltungsgericht

Die Synode beschließt die Einrichtung eines eigenen kirchlichen Gerichts, bei dem gegen kirchliche Entscheidungen vor einem unabhängigen Gericht geklagt werden kann.

1952
Niemöllers Moskaureise

Auf Einladung des Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche reist Niemöller 1952 als Leiter des Kirchlichen Außenamtes der EKD als erster Westdeutscher nach Moskau. Die ökumenische Reise, die die Slawistin Hildegard Schaeder vorbereitet, löst heftige innenpolitische Kritik aus, denn mitten im Kalten Krieg wird sie als politische Anbiederung missverstanden. In der Folge entsteht der erste dauerhafte Gesprächskontakt der russischen Kirche mit einer evangelischen Kirche, der den Beitritt der orthodoxen Kirchen zum Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) 1961 anbahnt.

1952
Hort für Jugendträume
EKHN übernimmt die Burg Hohensolms

Die EKHN übernimmt die Trägerschaft der Jugendburg Hohensolms nördlich von Gießen. 1968 bewilligt die Kirchensynode den Kauf der Jugendburg. Sie wird gründlich modernisiert und zum Anziehungspunkt kirchlicher Jugendarbeit.

1952
Erster evangelischer Olympiapfarrer

Erstmals nach dem Krieg nimmt eine deutsche Mannschaft an Olympischen Spielen teil. Sie wird in Helsinki seelsorgerlich von dem Frankfurter Pfarrer Karl Zeiß begleitet, der damit auch erster Sportpfarrer der EKD wird. Zeiß nimmt diese Aufgabe auch 1960 in Rom und 1972 in München wahr.

1952
An leitender Stelle
Erste Frau in der Kirchenleitung

Mit der Medizinerin Dr. Hildegard Uhl aus Wallau sitzt von 1952 bis 1960 erstmals eine Frau in der Kirchenleitung.

 

1953
Verbunden Frauenhilfen vereinen sich

Die Frauenhilfen in Nassau, Frankfurt und Hessen schließen sich zur Evangelischen Frauenhilfe in Hessen und Nassau zusammen. Erste Vorsitzende wird Helene Storck.

 

1955
Verlässliche Praxis
Lebensordnung

Im Juni beginnt die Arbeit an der Lebensordnung, die die Praxis der Kirchengemeinden vereinheitlichen soll. Sie wird 1961 verabschiedet und macht Vorgaben, wie die Taufe, Abendmahl, Konfirmation, Trauung, Bestattung und anderes gestaltet werden sollen. Seit 1975 wird sie abschnittsweise aktualisiert.

1955
Wieder unter Waffen
Bundeswehr

Begleitet von heftigen politischen Kontroversen wird am 5. Mai die Bundeswehr gegründet. Führende Kritiker der „Remilitarisierung“ sind Gustav Heinemann und Martin Niemöller. Nach Kritik lutherischer Kirchen an seiner Haltung legt er die Leitung des Kirchlichen Außenamts der EKD nieder.

1956
Frankfurter Kreuz
Kirchentag in der EKHN

Erster Kirchentag im EKHN-Gebiet. Er findet unter einem großen Stahlkreuz auf dem Rebstockgelände statt und steht unter dem Eindruck der Wiederbewaffnung Westdeutschlands, die die Distanz zu Ostdeutschland vergrößerte. Deshalb kommt den 25.000 Teilnehmern, die von dort anreisen – unter ihnen der stellvertretende Ministerpräsident Otto Nuschke, besondere Aufmerksamkeit zu.

 

1957
Das Gleichgewicht des Schreckens Militärseelsorgevertrag und Atombombe

Bundeskanzler Adenauer fordert die atomare Bewaffnung der Bundeswehr und stürzt damit die EKD in eine jahrelang ergebnislose Debatte über die Zulässigkeit von Massenvernichtungswaffen im Angesicht des Kalten Krieges. Niemöller gehört zu den entschiedenen Kritikern. Zeitgleich verhandelt die EKD über einen Militärseelsorgevertrag. Trotz erheblicher Bedenken bezüglich der geistlichen Unabhängigkeit der Militärpfarrer von staatlicher Weisung schließt sich die EKHN dem Vertrag im Juni als letzte Gliedkirche der EKD an. Die DDR bricht daraufhin ihren Kontakt zur EKD ab.

1957
Friedensordnung für Europa
EWG gegründet

Nachdem Europa Jahrhunderte lang Kriegsschauplatz war, wird im März in Rom die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet, aus der später die EU mit 27 Mitgliedsstaaten erwächst. Deutschland ist kaum zwölf Jahre nach Kriegsende als eines der sechs Gründungsstaaten mit dabei.

1958
Am Paulusplatz
Kirchenverwaltung unter einem Dach

Die Synode folgt den Argumenten des Synodalen Ludwig Metzger, der auch Oberbürgermeister von Darmstadt und später Minister und MdB ist. Darmstadt wird Sitz der Kirchenverwaltung, die ab 1951 zunächst an verschiedenen Stellen der kriegszerstörten Stadt untergebracht ist. Im August 1958 bezieht die Verwaltung das ehemalige Gebäude der Hessischen Landeshypothekenbank am Paulusplatz und gibt diesem Platz im Stadtteil Bessungen seinen in Kirchenkreisen klangvollen Namen.

1958
Lernen mit Augen und Ohren
Tonbildstelle gegründet

Unter Leitung von Hermann Then wird in Frankfurt die Ton- und Bildstelle als eingetragener Verein gegründet. Sie produziert, verleiht und verkauft audiovisuelle Medien für die Gemeindearbeit und Unterricht. Sie hat ihren Sitz seit 1998 im Evangelischen Medienhaus.

1958
modernes Weltbild
Naturwissenschaften und Theologie

In Heidelberg nimmt die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) unter der Leitung von Georg Picht ihre Arbeit auf und fördert den Dialog der Theologie mit den Geistes- und Naturwissenschaften, deren Erkenntnisse zunehmend das moderne Weltbild sowie das politische Denken prägen.

1958
Ungeahnter Aufschwung
„Wirtschaftswunder“

Die Adam Opel AG stellt in Rüsselsheim das neue Modell „Kapitän“ vor. Die 80 PS starke Luxusversion für 11.000 DM steht symbolisch für die von Wirtschaftsminister Ludwig Erhard ausgegebene Parole „Wohlstand für alle“. Seit 1949 gibt es im Westen Deutschlands einen wirtschaftlichen Aufschwung, der bis 1966 unvermindert anhält und das reale Einkommen im Durchschnitt um 58% steigen lässt.

1959
Talar für Eva
Gemeindepfarrdienst und Titel

Pfarrerin für Frauen möglich - sofern sie unverheiratet sind. Erst Gemeindepfarrerin ist 1961 Waltraut Hübner in Frankfurt-Zeilsheim-Taunusblick.

1959
"Kasseler Rede"

1957 fordert Adenauer die atomare Bewaffnung der Bundeswehr und löst damit heftige innerkirchliche Debatten aus. Niemöller gehört zu den entschiedenen Kritikern, nachdem ihm 1954 führende Atomforscher (Otto Hahn, Werner Heisenberg und Carl Friedrich von Weizäcker) erläutert hatten, dass Atombomben alles Leben auslöschen können. In Bezug darauf betont Niemöller am 25. Januar 1959 auf einer christlichen Friedenversammlung in Kassel die Verantwortung der Soldaten im Kriegsfall. Dabei kritisiert er die Ausbildung von Kommandotrupps zum gezielten Töten von Gegnern als "Ausbildung zum Verbrechen und für das christliche Gewissen unvereinbar". Er wird in Zeitungen falsch ("Soldatenausbildung als hohe Schule für Berufsverbrecher") zitiert. Ein auch innerkirchlicher Sturm der Entrüstung beginnt. Verteidigungsminister Franz Josef Strauß stellt Strafanzeige, die allerdings im Mai eingestellt wird. Präses Wilhelmi, der zu diesem Zeitpunkt für die CDU im Bundestag sitzt, und Niemöller ringen vor der Synode um das Thema.

 

 

 

 

1960

 

1960
Anpassung Konfirmandenzeit wird verkürzt

Die Synode legt den Konfirmationstermin auf die Pfingstzeit fest und reduziert die Gesamtdauer des Unterrichts von zwei Jahren auf 15 Monate. Erstmals kommen in der Debatte auch nicht-religiöse Aspekte der Konfirmation in den Blick.

1960
Hilfsdach
Diakonisches Werk entsteht

Das 1945 gegründete Evangelische Hilfswerk und der Landesverein für Innere Mission unter Leitung von Otto Hahn werden zum Diakonischen Werk in Hessen und Nassau zusammengeführt. Der Leiter des Hilfswerks Walther Rathgeber wird erster Leiter des DWHN.

1960/1962
Balancierte Partnerschaft
Staatskirchenverträge mit den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz

In den von OKR Georg Krüger-Wittmarck ausgehandelten Verträgen wird die Zusammenarbeit mit dem Staat in den Bereichen Religionsunterricht, Seelsorge in Krankenhäusern und im Strafvollzug sowie Kirchensteuer, Denkmalspflege und historische Staatsleistungen geregelt

 

 

1961
Ein Herz für Kinder
Expansion der Kindertagesstätten, geburtenstarke Jahrgänge

Das Jugendwohlfahrtsgesetz schreibt den Vorrang freier Träger bei der Errichtung von Kindertagesstätten fest. Befördert durch den Bedarf durch die geburtenstarken Jahrgänge steigt die Zahl evangelischer Kitas rapide an.

 

1962
Kamera statt Kanzel
Pfarrer wird Intendant

Werner Hess, der zuvor elf Jahre lang Gemeindepfarrer in Frankfurt-Ginnheim, sowie Rundfunkbeauftragter der EKHN und Filmbeauftragter der EKD war, wird Intendant des Hessischen Rundfunks. Hess gehörte zu den Mitbegründern der Freiwilligen Filmselbstkontrolle (FSK).

 

1963
Stein auf Stein
Bauboom und personelle Expansion

Das Wirtschaftswunder verschafft auch der EKHN steigende Einnahmen. Sie lösen einen Bauboom für Kirchgebäude und Gemeindehäuser aus, der 1963 seinen Höhepunkt erreicht. Auch die Anzahl der Arbeitsbereiche und Stellen wird erheblich ausgeweitet.

1963
Bildschirmkonkurrenz
ZDF geht auf Sendung

Mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen bieten sich den Bürgern nun zwei TV-Pogramme an. Sitz des ZDF ist zunächst Eschborn, dann Wiesbaden, später Mainz. Sein am Sonntag um 11 Uhr beginnendes Kinderprogramm setzt dem Kindergottesdienstbesuch schwer zu.

 

1964
Wochenende, Sonnenschein ...
Fünf-Tage-Woche eingeführt

Mit dem neuen Arbeitsgesetz wird die Fünf-Tage-Woche eingeführt. Der Samstag, bis dahin regulärer Arbeitstag, wird frei. Eine Wochenendkultur mit vielen Freizeit-Aktivitäten und Reisen entsteht.

 

1965
Mutiger Schritt
EKD-Ost-Denkschrift

Mitten im Kalten Krieg und der antikommunistischen Stimmung zum Trotz fordert die Evangelische Kirche in Deutschland am 1. Oktober in ihrer „Ost-Denkschrift“ die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze und einen pragmatischen Dialog mit dem östlichen Nachbarländern. Die Denkschrift wird heftig kritisiert und bereitet einer neuen deutschen Ostpolitik den Weg.

1965
„Gott ist tot“
Klage gegen Schulgebet

Die voranschreitende Säkularisierung hat das theologische Nachdenken erreicht. Dorothee Sölles Buch „Stellvertretung – Ein Kapitel Theologie nach dem Tode Gottes“ löst eine Debatte um die sogenannte Gott-ist-tot-Theologie aus.
Im gleichen Jahr erheben Eltern beim Hessischen Staatsgerichtshof die erste Klage gegen das Schulgebet. Obwohl sie und weitere abgewiesen werden und die Gerichte die negative und die positive Religionsfreiheit betonen, schaffen immer mehr verunsicherte Schulleiter das Gebet ab.

1966
Ökumene
Erste Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen

Auf Initiative der EKHN entsteht im Rhein-Main-Gebiet die erste Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK). In ihr sind 1969, nach dem Beitritt der Bistümer Limburg und Mainz sowie der Freikirchen, nahezu alle Kirchen vertreten. Später entstehen nahezu überall solche ACKs, deren Bundeszentrale in Frankfurt ist.

 

1967
Ohne Scheuklappen
Sozialwissenschaften in der Theologischen Ausbildung

Prof. Karl-Wilhelm Dahm ergänzt die theologische Ausbildung in Herborn, die bis dahin ausschließlich an theologischen Kriterien orientiert ist, um empirische Studien und sozialwissenschaftliche Aspekte.

1967
Seniorenprogramm
„Ehrenamt in der Gemeinde“

Die EKHN nimmt die Ruheständler in den Blick. Friedrich Jordan leitet den Aufbau der neuen Initiative, die Lebensfragen von Ruheständlern aufgreifen und deren Kompetenzen in den Gemeinden fruchtbar machen soll. Dazu entsteht auch der Arbeitskreis der Ruheständler und erscheint 1968 die Zeitschrift „Die Ruheständler“. Aufgrund der Erfolge in der EKHN wird die Initiative auf die EKD ausgeweitet.

1967
Parlamentarisierung
Synodale Arbeit wird neu geordnet

Die Synode gibt sich im Dezember nach parlamentarischem Vorbild eine Geschäftsordnung. Dazu gehört die Bildung von Ausschüssen und die Zusammenarbeit mit der Kirchenleitung sowie dem Leitenden Geistlichen Amt. Die Verwaltung wird neu strukturiert. Ihre Leitung 1969 wird vom Kirchenpräsidenten auf einen Leitenden Juristen übertragen.

 

 

1968
Abwanderung
Gemeinden wechseln in die Nachbarkirche

Die Gemeinden in Bad Wimpfen und Hohnstadt, die nach althessischer Tradition zur EKHN gehörten, wechseln in die württembergische Kirche.

1968
Flugblätter von der Empore
Die Studentenbewegung erreicht die EKHN

In Frankfurt, Mainz und Gießen werden Gottesdienste durch Go Ins gestört. Durch den Sitzungssaal der Synode flattern erstmals Flugblätter. Innerkirchliche Kritiker gründen die außersynodale Opposition, aus der später die innersynodale Gruppe „Offene Kirche“ hervorgeht. Das von Wolfgang Kratz vorgetragene erste Lenin-Zitat „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ löst Empörung in der Synode aus.

Resolution gegen den Vietnam-Krieg
Im März findet eine „Entschließung zum Vietnam-Krieg“ in der Synode eine große Mehrheit, die damit die bisher als Befreiungs- und Schutzmacht empfundenen USA offen kritisiert. Angesichts der tief greifenden Differenz in den Grundsätzen dieser Zeit bekundet Kirchenpräsident Sucker im Dezember 1968 seinen Respekt vor dem „Feingefühl für Freiheit“ der revoltierenden Jugend und beschreibt zugleich treffend den Generationenriss: „Wir sind uns im Letzten uneins.“

Die erste Frau im KSV
Pfarrerin Marianne Queckbörner aus Kirch-Beerfurth ist die erste Frau, die in den Kirchensynodalvorstand (KSV) der EKHN gewählt wird.

1968
Freiheitsbewegung
Studentenrevolte

Über Ostern ereignen sich in Frankfurt, das neben Berlin zu einem Zentrum der 68-er Revolution wird, schwere Unruhen. Auslöser ist ein Attentat auf Studentenführer Rudi Dutschke. Seit einigen Jahren hat sich an den Universitäten eine sozial motivierte Protestbewegung etabliert, die sich als außerparlamentarische Opposition versteht. Sie kritisiert das Schweigen über die nationalsozialistische Vergangenheit, den Vietnamkrieg der USA, das Schah-Regime in Persien und fordert eine Erziehungs- und Hochschulreform. Die Proteste verändern Kultur und Gesellschaft nachhaltig.

1969
Blick in die Tiefe
Neue Methoden der Seelsorge

In der EKHN findet unter Leitung von Pfarrer Werner Becher der erste Ausbildungskurs in Klinischer Seelsorge (KSA) statt, in dem therapeutische und gruppendynamische Methoden integriert wurden. In der Folge setzt sich die Einsicht durch, dass für besondere Seelsorgedienste auch eine besondere Qualifikation nötig ist. 1972 wird in Frankfurt das Seminar für therapeutische Seelsorge - später Seminar für Seelsorge gegründet.

1969
Bete und arbeite
Jesusbruderschaft Gnadenthal

Am Rand des Taunus-Ortes Gnadenthal siedelt sich in einer Klosteranlage aus dem Jahr 1235 die ökumenische Jesusbruderschaft e.V: an und errichtet ein geistliches Zentrum für Einkehrtage und Seminare. Die zölibatär lebenden Mitglieder praktizieren die mönchischen Gebetszeiten und betreiben zudem einige Musterbetriebe.


 

1970

 

1970
Spitzenwerte
Maximale Mitgliederzahl und Austrittswelle

Insbesondere durch Zuzug ins Rhein-Main-Gebiet wird mit 2,4 Millionen die maximale Mitgliederzahl der EKHN erreicht. Gleichzeitig steigt die Zahl der Kirchenaustritte um ein Mehrfaches an und erreicht 1974 ihren vorläufigen Höhepunkt.

1970
Kirchengeld für Waffen?
Unterstützung für den Kampf gegen Rassismus

Der ÖRK verteilt in Arnoldshain die weltweiten Mittel ihres im Jahr zuvor aufgelegten Sonderfonds im „Programm zur Bekämpfung des Rassismus“. Die EKHN hatte als erste und einzige deutsche Landeskirche dafür Geld (100.000 DM) gegeben und damit bundesweite Debatten ausgelöst, da nicht alle Empfängerorganisationen, zu denen neben Sinti und Roma sowie Indianerstämmen auch afrikanische Befreiungsbewegungen gehören, militärische Mittel grundsätzlich ablehnen.

1970
Tanz vor dem Altar
Kindergottesdienst kreativ

Mit Spiel, Tanz und Bewegung setzt Wolfgang Longardt in der Gestaltung des Kindergottesdienstes neue Akzente. 1978 wird Paul Clotz der erste hauptamtliche Beauftragte für den Kindergottesdienst.

1970
Stimme der Jugend
Evangelische Jugendvertretung gegründet

Der Landesjugenddelegiertentag (LJDT) gründet sich als Evangelische Jugendvertretung in der Kirche sowie gegenüber Staat und Öffentlichkeit. Er geht 2001 in der „Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau (EJHN)“ auf, die ihren Sitz im Zentrum Bildung hat.

1970
Talar für Eva

Gleichstellung von Männern und Frauen im Pfarrdienst
Die Kirchensynode macht Pfarramt und Heirat auch für Frauen vereinbar. Als erste verheiratete Frau wird Gelind Schwöbel zur Pfarrerin ordiniert. Die volle rechtliche Gleichstellung folgt 1971.

1970
Ende der Ahnungslosigkeit
Umweltdebatte

Mit Werner Best wird in Hessen der erste Umweltminister Deutschlands ernannt - ein Ergebnis der immer brisanter werdenden Debatte um die Balance zwischen Ökonomie und Ökologie. Großes Thema in Hessen ist die Müllentsorgung. Die Worte „ökologisch“ und „umweltverträglich“ finden Eingang in die tägliche Umgangssprache. 1973 sorgt ein Unternehmer, der Sondermüll in die Kanalisation schütten lässt, für den ersten großen hessischen Umweltskandal.

1971
Vorreiter in mühsamer Versöhnung
Kontakte nach Polen

Mitten in der Beziehungslosigkeit des Kalten Krieges führt Kirchenpräsident Hild eine erste EKHN-Delegation nach Polen. Ihr folgt 1973 eine von Hild angeführte EKD-Delegation. Ein Jahr später wird unter Vorsitz Hilds der Kontaktausschuss der EKD mit dem polnischen Ökumenischen Rat gegründet.

1971
Ökumene zuhause
Konfessionsverbindende Ehen

Die konfessionelle Durchmischung der Bevölkerung bringt immer mehr konfessionsverbindende Ehen hervor. Trotz erheblicher theologischer Unterschiede (Sakrament oder Segenshandlung) ermöglichen katholische und evangelische Kirche sogenannte ökumenische Trauungen, bei denen jeweils eine Seite Gastweise mitwirken kann.

1971
Phantasie für den Sonntag
Gottesdienstberatungsstelle

Unter der Leitung von Friedrich Karl Barth richtet die EKHN in Frankfurt eine eigene Stelle ein, die Beratung und Materialien für die kreative, moderne und fundierte Gestaltung von Gottesdiensten anbietet.

1971
Mindestansprüche für Kindergärten
Evangelische Fachhochschule gegründet

Als erstes Bundesland stellt Rheinland-Pfalz in einem Kindergartengesetz Mindeststandards für Ausstattung und Ausbildung fest. Die EKHN reagiert mit einem intensiven Ausbau von Aus- und Fortbildung. Dazu gehört auch 1972 die Gründung der Evangelischen Fachhochschule mit einem Fachbereich Sozialpädagogik.

1971
Gebündelte Kompetenz
EMS wird gegründet

Die fünf südwestdeutschen Kirchen, die bislang ihre ökumenischen Kontakte in der Arbeitsgemeinschaft für Weltmission lose gebündelt hatten, gründen das Evangelische Missionswerk Südwestdeutschland (EMS), das ein Netz weltweiter Kontakte und Partnerschaften aufbaut.

 

1972
Stabiler als gedacht
Erste Umfrage über die Evangelische Kirche

Auf Veranlassung der EKHN und in Zusammenarbeit mit der EKD bringt Kirchenpräsident Hild unter dem Titel „Wie stabil ist die Kirche?“ die erste Umfrage zu Situation der Evangelischen Kirche heraus. Sie belegt ein Krisenbewusstsein und zeigt, dass der Kontakt der Mitglieder zur Kirche allmählich brüchiger wird aber immer noch stabil ist.

1972
Tauwetter im Kalten Krieg
Bundeskanzler Brandt erstmals in der DDR

Mit dem ersten Besuch eines westdeutschen Bundeskanzlers in der DDR beginnt Willy Brandt im März eine neue deutsch-deutsche Politik vorsichtiger Kontakte. Sie war maßgeblich von der 1965 erschienenen Ost-Denkschrift der EKD initiiert worden.

1972
Tod in München
Olympische Spiele enden tragisch

Die „heiteren“ olympischen Spiele in München, mit denen sich die Bundesrepublik als weltoffenes Land präsentieren wollte, werden durch ein Massaker an der israelischen Mannschaft überschattet. Westdeutschland bekommt die GSG 9.

1973
Raus aus dem Schneckenhaus
Kirchenvorstandswahlen

Erstmals setzt die EKHN mit Faltblättern, Plakaten, und einem Slogan („Ein Christ lebt nicht im Schneckenhaus. Er wählt und lässt sich wählen“) moderne Kommunikationsmittel ein, um mit der Wahlbeteiligung die demokratische Legitimation der Kirchenvorstände zu erhöhen.

1973
Politische Gratwanderung
„DKP-Pfarrer“-Krise

Obwohl die Synode 1973 die Unvereinbarkeit von Pfarramt und Mitgliedschaft in der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) erklärt hatte, treten acht Pfarrer in die DKP ein (und bis 1977 wieder aus). Kirchenpräsident Hild und die Synode setzen sich erfolgreich dafür ein, dass sie bei der EKHN bleiben konnten. Das vom Staat praktizierte „Berufsverbot“ wird damit in der EKHN nicht übernommen.

1973
Immer weniger Diakonissen
Diakoniestationen entstehen

In Mainz wird die erste evangelische Diakoniestation eröffnet. Mit der Ökumenischen Zentralstation in Schwalbach-Limesstadt 1974 und der Diakoniestation in Darmstadt 1975 geht der Ausbau eines flächendeckenden Netzes für häusliche Krankenpflege weiter. Es übernimmt die Aufgabe von Gemeindeschwestern und Diakonissen, denen der Nachwuchs fehlt.

1973
Kirchliche Diplomaten
Beauftragte bei den Landesregierungen

In Wiesbaden (Hessen) tritt Wilhelm Augustin als erster Beauftragter der evangelischen Kirchen in Hessen am Sitz der Landesregierung sein Amt an. Sein Kollege in Mainz (Rheinland-Pfalz) wird kurz drauf Wilhelm Kentmann. Ihre Aufgabe ist es, die Kontakte zu den Regierungen, Landtagen und Parteien zu pflegen und die politische Willensbildung der verschiedenen Landeskirchen zu koordinieren. Kirchlich-politischer Pragmatismus kehrt ein.

1973
Autofreie Sonntage
Erste Ölkrise

Als die Organisation der Erdöl exportierenden Länder die Fördermengen drosselt, um den Preis zu erhöhen, stehen auch in der EKHN im November und Dezember sonntags die Räder still. Die Bundesregierung verhängt vier Sonntagsfahrverbote in Deutschland und führt Tempolimits ein.

1973
Evangelische Medienfachleute
gep gegründet

Die EKD gründet das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (gep), in dem auf EKD-Ebene Medienfachdienste wie der epd gebündelt werden. Sein Sitz ist bis heute in Frankfurt und damit in der EKHN.

1974
Antwort auf Abtreibungsdebatte
Stiftung „Für das Leben“

Als Konsequenz der erbittert geführten Debatte um das Recht auf Schwangerschaftsabbruch richtet die EKHN eine Stiftung ein, die junge Mütter in schwierigen Lagen unterstützen soll. Erste Vorsitzende ist bis zu ihrem Tod 1989 Rosmarie Oerter. Ihr folgt Gründungsmitglied Ursula Merck.

 

1974
Ewiges Strahlen
AKW-Debatte

Block A des Kernkraftwerks Biblis geht am 19. Juli ans Netz. Mit 1200 Megawatt Leistung ist er weltweit einer der größten Reaktoren. Begleitet wird der Start von massiven Protesten einer neuen Bewegung: Atomkraftgegner fordern die Stilllegung aller Atomanlagen, da sie die Risiken und Folgen für nicht verantwortbar halten. Nach der Ölkrise plant die deutsche Bundesregierung einen schnellen Ausbau der Kernenergie.

1974
Erfolg für den „Kaiser“
Fußball-Weltmeisterschaft

Mit dem Spiel zwischen Brasilien und Jugoslawien beginnt am 13. Juni im modernisierten Frankfurter Waldstadion die Fußball Weltmeisterschaft. 62.000 Zuschauer sehen nach der offiziellen Eröffnungsfeier ein 0:0. Deutschland wird später mit dem Mannschaftskapitän Franz Beckenbauer Weltmeister.

1974
Christen und Juden
Martin-Buber-Haus in Heppenheim

Der Abriss des Hauses des großen jüdischen Gelehrten wird verhindert. 1978 zieht der in 33 Ländern tätige „Internationale Rat von Christen und Juden“ von London nach Heppenheim um und findet durch Vermittlung der EKHN seine Zentrale im ehemaligen Wohnhaus Martin-Bubers. Enge Kontakte hält auch der Arnoldshainer Akademiedirektor Martin Stöhr, der seit 1961 die Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen beim Kirchentag leitet.

1975
Bringschuld
Magazin „Im Gespräch“

Angesichts steigender Austrittszahlen will die EKHN ihre Kommunikation verbessern. Auf Veranlassung von Kirchenpräsident Hild entsteht das Mitgliedermagazin „+++ im Gespräch“. Es soll bis 1991 in ansprechender farbiger Aufmachung evangelische Themen zu möglichst vielen Mitgliedern bringen. Allerdings gelingt die Verteilung über die Kirchengemeinden nicht immer.

1975
Neue Lieder
Kirchentag bringt Popmusik in die Gemeinden

Auf dem Kirchentag in Frankfurt gibt es erstmals einen Markt der Möglichkeiten. Der Kirchentag öffnet die Gemeinden für neue geistliche Lieder im Stil der Popmusik (Sacropop). Prominenteste Vertreter in der EKHN sind Propst und Komponist Dieter Trautwein, die damals gegründete und bis heute bestehende Gruppe HABAKUK und der Liedermacher Clemens Bittlinger.

1975
Ende einer Ära
Männerarbeit in die EKHN integriert

Die bis dahin in einem Verein selbständig organisierte Männerarbeit wird unter der Leitung von Adam Bitsch in das Amt für missionarische Dienste der EKHN integriert.

 

1976
Konfliktmanagement
Gemeindeberatung

Mit Eva Renate Schmidt als erster Geschäftsführerin wird die Gemeindeberatung gegründet. Sie berät kirchliche Einrichtungen theologisch und organisationstheoretisch bei ihrer Entwicklung und in Krisen.

 

1977
Weltweit lernen
Ökumenische Werkstatt

Als Ort für internationale, interkonfessionelle und interreligiöse Begegnungen sowie für ökumenisches Lernen wird in Frankfurt nach Wuppertaler Vorbild unter der Leitung von Fritz Weisinger die Ökumenische Werkstatt gegründet. 1984 wird sie Teil des Amtes für Mission und Ökumene.

1977
Zeichen der Hoffnung
Aussöhnung mit Polen

Unter dem Vorsitz von Klaus Würmell, dem Vorsitzenden der Evangelischen Erwachsenenbildung in Frankfurt, wird der Verein „Zeichen der Hoffung“
gegründet, der eine Aussöhnung mit Polen fördert.

1977
Protest mit dem Einkaufskorb
Boykott gegen Apartheid

Nach einem Aufstand im Township Soweto geht die Evangelische Frauenarbeit in Deutschland mit der Kampagne „Kauft keine Früchte der Apartheid“ an die Öffentlichkeit. Die hessen-nassauische Frauenhilfe nimmt eine führende Rolle bei der Durchführung des Früchteboykotts ein. Ihre Zentrale ist in Frankfurt, wo in der Projektgruppe Ursula Merck, Margot Becker, Marieluise Stöhr, Ursula Trautwein und Hildegard Zumach, Edda Stelck und Lisel Michel aktiv sind. Der Boykott-Aufruf gegen die Rassendiskriminierung in Südafrika ist eine neue Form des Protestes in der Kirche. Die Debatte darum erfasst alle EKHN-Gremien.

1977
Standardwerk
Kirchengeschichte in Hessen

Das von Heinrich Steitz verfasste Standardwerk zur Kirchengeschichte in Hessen erscheint.

1977
Für Frieden und Versöhnung
Gründung Martin-Niemöller-Stiftung

In Wiesbaden wird eine Stiftung mit dem Namen des ersten Kirchenpräsidenten der EKHN gegründet. Die Vorsitzenden sind Heinz Kloppenburg, Eugen Kokon, Walter Jens und Martin Stöhr. Gefördert werden Initiativen, die auf Verständnis zielen sowie Frieden und Entspannung dienen. Die Stiftung vergibt seit 2000 den Julius-Rumpf-Preis, dessen Namensgeber die Bekennende Kirche in Hessen-Nassau leitete.

1977
Papierflut
Computer und Kopierer

Fotokopierer, die das Vervielfältigen von Texten auf normalem Papier ermöglichen, erobern die Büros und vervielfältigen den Papierverbrauch. Die ersten industriell hergestellten Computer für den privaten Gebrauch kommen auf den Markt. Sie verbreiteten sich unaufhaltsam und erobern die Schreibtische in Betrieben und Unternehmen. Im Jahr 2001 verfügen zwei Drittel der Haushalte im EKHN-Gebiet über einen eigenen Computer.

1977
Bluttaten
Terror in Deutschland

Der Terror erreicht im „Deutschen Herbst“ 1977 seinen Höhepunkt. Auch auf dem Gebiet der EKHN geschehen Morde. Am 30. Juli tötet die Rote Armee Fraktion (RAF) den Chef der Dresdner Bank Jürgen Ponto in seinem Haus in Oberursel. Am 30. November 1989 wird der Vorstandsprecher der Deutsche Bank Alfred Herrhausen in Bad Homburg ermordet.

1978
Standesvertretung
Pfarrerausschuss

Als erste Kirche hatte sich die EKHN bereits 1947 eine gesetzlich geregelte Vertretung der Pfarrschaft gegeben. Seit 1978 wird er direkt von den Betroffenen gewählt und tritt als Interessenvertretung dieser Berufsgruppe der Kirchenleitung gegenüber.

1978
Kritische Geister
Friedenwerkstatt im Kloster Höchst

In der Jugendbildungsstätte Kloster Höchst im Odenwald findet die Friedenswerkstatt statt. Sie verstetigt sich als „Jugendkulturwerkstatt“ und wird später ein wichtiger Teil der politischen Jugendarbeit in der EKHN.

 

1979
Christen und Muslime
Artikelserie über den Islam

In der EKHN-Zeitung „Weg und Wahrheit“ erscheint eine Serie, die sich mit dem Islam beschäftigt. Seitdem hat sich der interreligiöse Dialog beständig intensiviert. 1981 veranstaltet die Akademie in Arnoldshain das Seminar „Abrahams Kinder“. 1984 macht Paul Löffler als neuer Leiter das Thema zur Aufgabe des Amtes für Mission und Ökumene. Erster ehrenamtlicher Islambeauftragter wird 1987 Claus Jochen Braun.



 

1980

 

1980
„Schwerter zu Pflugscharen“
Friedensdekade beginnt

Die ersten Gemeinden in der EKHN organisieren Veranstaltungen zur „Friedensdekade“ jeweils vom drittletzten Sonntag des Kirchenjahres bis zum Buß- und Bettag. Die Idee stammt aus den Niederlanden und wird vor allem in der DDR unter dem vom Propheten Jesaja 2,4 abgeleiteten Slogan „Schwerter zu Pflugscharen“ praktiziert.

1980
Talar für Eva
Erste Dekanin in Deutschland

Mit Waltraud Frodien wird in Frankfurt Deutschlands erste Frau Dekanin

1980
Der dritte Weg
Arbeitsrechtliche Kommission konstituiert sich

Entsprechend Synodenbeschluss konstituiert sich die Arbeitsrechtliche Kommission (AK). Die paritätisch von Dienstgeber- und –nehmerseite besetzte AK regelt partnerschaftlich, am gemeinsamen Auftrag der Kirche orientiert, verbindlich und eigenverantwortlich das Arbeitsvertragsrecht in Kirche und Diakonie. Der Gedanke der Dienstgemeinschaft, der Ausschluss von Kampfmaßnahmen und der große Einfluss der Dienstnehmerseite kennzeichnen diesen „dritten Weg“ der Arbeitsrechtsregelung.

1980
Jobs oder Wald
Hüttenkirche im Kampf um Startbahn West

Wie stehen wirtschaftliche und ökologische Interessen, die für Christen zur Bewahrung der Schöpfung dringlich sind, zueinander? Diese Frage hat das Ringen um den Ausbau des Frankfurter Flughafens der Gesellschaft bis heute gestellt. Der Walldorfer Pfarrer Kurt Oeser wird zu einer zentralen Figur des friedlichen Protests und der Vermittlung. Auf dem Gelände der geplanten Startbahn West entsteht ein Hüttendorf, in dem Ausbaugegner monatelang leben. In ihrer „Hüttenkirche“ wird am 3. Advent 1980 der erste Gottesdienst gefeiert. Das evangelische Gemeindehaus wird Logistikzentrum dieses Dorfes, das am 3.11. 1981 geräumt wird. Die unzerstörte Kirche wird abgebaut, bei mehreren Kirchentagen genutzt und zuletzt 1986 bei Mörfelden legal wieder errichtet und dort bis heute genutzt. Die zunächst friedlichen Demonstrationen für den Erhalt der Natur/der Schöpfung werden nach der Räumung des Hüttendorfes gewalttätig. Am 10.11.87 werden zwei Polizisten erschossen.

 

1981
Spirale des Schreckens
Synode gegen Nachrüstungsbeschluss

Die Kirchensynode wendet sich in einer Resolution gegen den „Doppelbeschuss“ vom 12. Dezember 1979, in dem die NATO dem Warschauer Pakt Verhandlungen über eine Begrenzung atomarer Mittelstreckenraketen anbietet und gleichzeitig die Aufstellung neuer Raketen in Westeuropa ankündigt. Gegen den Beschluss formiert sich eine neue Bewegung, die Friedensbewegung. Sie blockiert 1983 In Frankfurt-Hausen mehrere Tage lang das US-amerikanische Militärdepot.

 

1983
„Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“
Friedenspfarramt in der EKHN

Der Ökumenische Rat der Kirchen, dem mehr als 340 christliche Kirchen aus über 100 Ländern angehören, beschließt auf seiner Vollversammlung in Vancouver den „Konziliaren Prozess“ und formuliert als Ziel „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.“ Die EKHN richtet daraufhin 1986 als erste Kirche ein Friedenspfarramt ein, das mit Kordelia Kopsch besetzt wird.

1983
Rüstung tötet
Militärflugzeug stürzt auf Pfarrfamilie Jürges

Am 22. Mai erschlägt ein abstürzender Starfighter während einer Flugschau am Frankfurter Flughafen Pfarrer Martin Jürges und seine Familie, die zufällig auf der benachbarten Autobahn vorbeifahren.

 

1983
Überfälliger Schritt
Abendmahlsgemeinschaft unter den EKD-Kirchen

Symbolträchtig - am 500. Geburtstag Martin Luthers und in Worms – vereinbaren die lutherischen, reformierten und unierten Kirchen in der EKD die volle Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Sie war bereits 1957 durch die von 20 Theologieprofessoren verfassten „ Arnoldshainer Abendmahlsthesen“ vorbereitet worden.

1984
Über 2 Millionen Arbeitslose
EKHN gründet Fonds

Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen übersteigt in Westdeutschland erstmals die Zwei-Millionen-Grenze. Vollbeschäftigung gehört der Vergangenheit an. Im März richtet die EKHN einen Arbeitslosenfonds ein, der in 20 Jahren zwölf Millionen Euro umsetzt und damit fast 2.000 Menschen fördert.

1984
Starke Jahrgänge
Theologischer Nachwuchs wird zum Problem

Die EKHN erkennt, dass erstmals in ihrer Geschichte der theologische Nachwuchs zahlreicher sein wird als der Bedarf. Personalchef Dr. Roman Rössler legt 1984 der Synode das „Erprobungsgesetz“ vor, das unter anderem Stellenteilungen ermöglicht. Seit 1999 übernimmt die EKHN nicht mehr alle Vikarinnen und Vikare.

 
 

1986
Der GAU
Tschernobyl-Unfall

Am 26. April 1986 schmilzt der vierte Reaktorblock des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl. Der größte anzunehmende Unfall (GAU) verstrahlt die gesamte Region und kostet vielen Menschen ihr Leben. Das Gefahrenpotenzial der zivilen Kernkraftnutzung wird deutlich. Die Kirchenleitung der EKHN hat darauf zum 15. Jahrestag mit einer Stellungnahme hingewiesen. Die EKHN fördert seit dem Unfall im Rahmen ihrer Hilfsaktion „Hoffnung für Osteuropa“ Gruppen, die strahlengeschädigte Kinder zur Erholung einladen.

1987
Frauenförderung
Gleichstellung von Männern und Frauen

Als Ergebnis der ersten Frauenanhörung in der EKHN im Jahr 1986 beruft die Kirchenleitung einen Beirat, der eine umfassende Bestandsaufnahme zur Situation von Frauen in der EKHN sowie Maßnahmen zur Förderung von Frauen erarbeitet. 1990 entsteht die Arbeitsstelle Frauen, die die Gleichstellung von Frauen und Männern fördern soll. Dazu zählt auch ein Gleichstellungsgesetz, das die Synode 1997 beschließt.

1987
Kein Geld für Apartheid
Kirchentag in Frankfurt

Eines der beherrschenden Themen des Kirchentags in Frankfurt ist Apartheid. Bereits im Vorfeld wird die Deutsche Bank heftig attackiert, da sie das Apartheidregime in Südafrika durch Kredite unterstützt. Das Kirchentagspräsidium macht sich Boykott-Forderungen zu eigen und kündigt seine Konten bei der Deutschen Bank.

1988
Geld und Moral
Ethische Anlagekriterien für kirchliche Rücklagen

Die EKHN-Synode übernimmt die im Vorjahr auf dem Kirchentag in Frankfurt geführte Debatte über Banken, die mit dem Apartheids-Regime in Südafrika Geschäftsbeziehungen pflegen. Die Synode entschiedet sich gegen eine Kündigung von Konten bei solchen Banken und für Gespräche mit den Banken sowie für ethische Anlagekriterien bei den eigenen Rücklagen.

1988
Erste Pröpstin
Frau übernimmt leitendes geistliches Amt

Helga Trösken wird Pröpstin in Frankfurt. Die Synode wählt sie damit als erste Frau Deutschlands in ein leitendes geistliches Amt

 

 

 

 

 

 

 


1989
Macht der Kerzen und Gebete
Die Mauer fällt

Nach anhaltenden Massendemonstrationen und Friedengebeten in Leipzig und vielen anderen Städten der DDR wird die Grenze geöffnet. Am 9.9.89 fallen die ersten Betonplatten der Mauer. Runde Tische unter maßgeblicher Beteiligung der evangelischen Kirchen bereiten die Vereinigung vor. Der erhoffte Zustrom zu den Kirchen bleibt aber aus.

1989
Flexibler beten
Wolfenbütteler Empfehlungen zum Kirchenbau

Die evangelischen Fachleute für den Kirchenbau empfehlen eine flexiblere Nutzung der Sakralbauten und die Aufnahme moderne Impulse bei Gestaltung des Raumes wie der Gottesdienste darin. Der Evangelische Kirchbautag nimmt sie 1991 an.

 

1990

 

1991
Bleibende Erwählung der Juden
Grundartikel ergänzt

Die Synode ergänzt den Grundartikel der EKHN um einen Satz, der „die bleibende Erwählung der Juden und Gottes Bund mit ihnen“ betont. „Das Bekenntnis zu Jesus Christus schließt dieses Zeugnis ein.“ Für die Änderung hatten sich jahrelang Bettina Kratz, Akademiedirektorin Eleonore Siegele-Wenschkewitz, Martin Stöhr und der Mainzer Theologieprofessor Gert Otto eingesetzt.

1991
Nur die Taufe zählt
Kinderabendmahl

Als einziges Kriterium für die Teilnahme am Abendmahl stellt die Synode die Taufe fest und lässt damit auch Kinder zum Abendmahl zu. In der Folge verliert die Konfirmation ihre Rolle als Initiationsritus für das Abendmahl.

1991
Mandela frei
Apartheidsysteme im südlichen Afrika enden

Nelson Mandela als Symbolfigur des Widerstands gegen das Apartheidsystem wird in Südafrika freigelassen. 1994 finden die ersten freien Wahlen statt.

1991
Desert Storm
Erster Golfkrieg

Flugzeuge mit verwundeten amerikanischen Soldaten landen im Februar auf der US-Airbase in Frankfurt. Anschließend werden die Männer in den US-Hospitälern in Wiesbaden und Frankfurt behandelt. 15.000 Menschen demonstrieren in der Stadt gegen den Golfkrieg, den 1990 der Irak mit dem Einmarsch nach Kuwait ausgelöst hatte.

1991
Du, Gott, Freundin der Menschen
Gebete aus weiblicher Sicht

Das Buch „Du, Gott, Freundin der Menschen“ kommt mit Gebeten und liturgischen Texten in feministisch reflektierter Sprache heraus. Es löst im deutschen Sprachraum Nachdenken über die männliche Prägung traditioneller liturgischer Sprache aus. Herausgeberinnen sind Heidi Rosenstock, Gemeindeberaterin und Mitglied der Kirchenleitung der EKHN, und die Leiterin der EKHN-Beratungsstelle für Gottesdienstgestaltung Hanne Köhler.

1992
Preis der Einheit
Höchster Stand bei Austritten

Nach Einführung des Solidaritätszuschlags zur Förderung der ostdeutschen Länder steigt die Zahl der Kirchenaustritte auf ihren historischen Höchststand. Seitdem ist sie bis zum Jahr 2006 um zwei Drittel gesunken.

1992
Perspektiven gesucht
Reformdebatte beginnt

Die Perspektivkommission eröffnet mit ihrem Buch „Person und Institution“ eine öffentliche Debatte um Reformen in der EKHN. Sie findet mit der Dekanatsstrukturreform 2004, die Aufgaben und Kompetenzen der Dekanate als mittlerer regionaler Handlungsebene stärkt, einen Höhepunkt, dauert aber an und wird zunehmend von Spardebatten beeinflusst.

1992
Abschied von der Karteikarte
Elektronische Mitgliederdatei

Die EKHN nimmt eine elektronische Datenbank in Betrieb, die Gemeinden die Pflege der Mitgliederdatei auf elektronischem Weg ermöglicht.

 

1993
Lebenszeichen
Mitgliedermagazin ECHT

Als einzige Kirche bringt die EKHN ein Magazin heraus, dass alle Mitglieder erreichen soll. Das von OKR Dr. Joachim Schmidt konzipierte Mitgliedermagazin ECHT wird vierteljährlich mit Hilfe einer EDV-gestützte Mitgliederdatei nahezu allen 1,8 Millionen Mitgliedern per Post zugestellt. ECHT soll insbesondere Kirchenmitglieder, die wenig Kontaktpunkte zu ihrer Kirche haben, erreichen und ihnen „ein regelmäßiges Lebenszeichen ihrer Kirche“ bieten.

1993
Spirituelle Suche
Haus der Stille

Um die Integration kontemplativer und meditativer Elemente in den Protestantismus zu fördern, entsteht im Waldhof Elgershausen/Westerwald unter maßgeblicher Förderung von Propst Wilhelm Stein das Haus der Stille.

1993
Singet dem Herrn
Evangelisches Gesangbuch (EG)

Das EG löst das Evangelische Kirchengesangbuch aus dem Jahr 1954 ab. Es bietet eine Fülle neuer geistlicher Lieder sowie liturgische Texte.

1993
Feste Quote
Gleichstellungsgesetz in Hessen

Das Gesetz ist Ergebnis eines seit Beginn der 80er-Jahre anhaltenden gesellschaftlichen Engagements für Gleichberechtung. So führten unter anderem die Grünen bei ihrer Parteigründung 1979 eine 50-Prozent-Frauenquote für Ämter und Mandate ein, die SPD folgte 1988 mit einer 40%-Regelung.

1994
Globalisierung Zu Hause
Shalom-Papier

Im EKHN-Gebiet leben mittlerweile Menschen mit vielen Kulturen und Religionen zusammen. Die Ökumene–Experten Paul Löffler und OKR Dr. Klaus-Martin Beckmann beziehen mit ihrem Shalom-Papier diese Ökumene vor Ort in die ökumenische Arbeit, die bislang auf internationale Kontakte ausgerichtet war, ein. Die EKHN gibt sich mit Jörg Bickelhaupt 2001 einen interkonfessionellen Beauftragen.

 

1995
Die Pflege kommt auf den Markt
Herausforderung für Diakoniestationen

Die Pflegeversicherung führt Mechanismen der Marktwirtschaft ein. Die Diakoniestationen müssen sich darauf einstellen und mit ihrem christlich geprägten diakonischen Profil in Einklang bringen.

1995
Evangelisch aus gutem Grund
Facettenkreuz wird Logo

Im zunehmenden Wirrwarr der Gesellschaft erscheint die evangelische Kirche zu unprofiliert und ist schwer zu finden. Um die visuelle (Wieder-)Erkennbarkeit zu steigern, wird das Facettenkreuz als schnell zu verstehendes Logo eingeführt. Neu sind in einer auf das gesprochene Wort hin orientierten Kirche auch Fahnen, Aufkleber und viele anderen Träger, die mit dem Logo angeboten werden. Dazu tritt der Slogan evangelisch aus gutem Grund, der zum Dialog darüber herausfordert, was Evangelisch-Sein genau meint. Existenz und Profil der evangelischen Kirche sind nicht mehr selbstverständlich vorauszusetzen.

 

1995
Bedeutungsverlust
Buß- und Bettag nicht mehr arbeitsfrei

Zur Mitfinanzierung der Pflegeversicherung wird der einzige evangelische Feiertag, der arbeitsfrei ist abgeschafft. Anderslautende Zusagen aus der Politik werden nicht eingehalten, der kirchliche Protest verhallt. Die Aufmerksamkeit für diesen Tag und der Gottesdienstbesuch steigen danach eher an.

1996
Kirche online
EKHN-Website startet

Die EKHN stellt ihre erste Internetseite ins weltweite Netz. Das Internet, ursprünglich aus einem Projekt des US-Verteidigungsministeriums hervorgegangen und zur Vernetzung von Universitäten und Forschungseinrichtungen benutzt, verbreitet sich im privaten wie geschäftlichen Bereich rasant. Im Jahre 2003 verfügt knapp die Hälfte aller Haushalte im EKHN-Gebiet über einen Internetzugang.

1996
Publizistisches Zentrum
Medienhaus entsteht

Die bislang verstreut untergebrachten Medienbereiche der EKHN werden im Medienhaus unter einem Dach vereint. In zentraler Frankfurter Lage entsteht auf Basis einer gGmbH ein moderner Dienstleister für die EKHN in den Bereichen Druck, Rundfunk und Internet.

 

1997
Strukturreform
Konzentration auf fünf Handlungsfelder

Die Synode beschließt eine Strukturreform, die die fünf Handlungsfelder Verkündigung, Seelsorge und Beratung, Ökumene, Bildung sowie gesellschaftliche Verantwortung definiert und die bisher selbstständigen Fachdienste entsprechend in fünf Zentren bündelt.

1997
Kontaktaufnahme
Projekt Mitgliederorientierung beschlossen

Viele Menschen haben kaum noch Kontakt zu ihrer Kirche. Auf Anregung der Projektgruppe „evangelisch aus gutem Grund“ und des Finanzreferenten Dr. Rudolf Kriszeleit beschließt die Kirchenleitung das Projekt Mitgliederorientierung, das die inneren Kreise der Kirche besser auf eine offene Kommunikation mit ihren Mitgliedern einstellen soll. Doch erst 2003 wird die Stelle mit Pfarrerin Ksenija Auksutat besetzt.

 

1998
LebensArt
EKHN beteiligt sich an Hessentag und Rheinland-Pfalz-Tag

Auf dem Hessentag in Erbach ist die EKHN erstmals mit einem professionell gestalteten Programm vertreten. Dafür entwickeln Öffentlichkeitsbeauftragte unter der Leitung von Wolfgang H. Weinrich die Kommunikationsidee „LebensArt Evangelische Kirche“, zu der auf vielfältige Weise ernste und heitere Themen des Lebens und des Glaubens gehören. Sie wird in Dietzenbach (2001), Idstein (2002), Heppenheim (2004), Weilburg 2005 und Butzbach 2007 fortgeführt und auch auf die Rheinland-Pfalztage in Nierstein / Oppenheim (2004) und Bad Ems (2005) übertragen. Damit dokumentiert die EKHN ihre enge Verflechtung mit der Gesellschaft und der jeweiligen Region.

 


2000

 

2000
gestärkte Regionen
Dekanatsstrukturreform beschlossen

Die Dekanate werden als regionale kirchliche Handlungsebene gestärkt. Sie erhalten dafür mehr Kompetenzen sowie mit den Profilstellen die Möglichkeit, die Bereiche Ökumene, Öffentlichkeitsarbeit und Bildung auszubauen. Seelsorgerliche und dienstaufsichtliche Funktionen werden zwischen Propstei und Dekanat klar aufgeteilt.

 

2001
Christen und Muslime
Experten für den Dialog

Um den Islam-Dialog zu fördern schickt die EKHN im April 2001 eine Pfarrerin und einen Pfarrer zu einem Studienaufenthalt nach Kairo. Das Programm wird seitdem im Libanon fortgesetzt.

2001
Kooperation mit Kurhessen-Waldeck
Kirchentag in Frankfurt

In der Bankenstadt findet die Debatte um Glauben (Feierabendmahl), Kunst (aufblasbare Segensfiguren) und Kommerz zusammen. Die gute Kooperation der EKHN mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, zu der Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim gehört, erweist sich als Startschuss für eine weiterführende Kooperation der beiden Kirchen.

2001
Stille Nacht
Flughafenerweiterung

In der Debatte um eine vierte Startbahn für den Frankfurter Flughafen fordert die Synode „Kein Ausbau ohne Nachtflugverbot“. Damit stellt sie sich hinter das Ergebnis eines erstmals praktizierten Mediationsverfahrens, in das alle Konfliktparteien einbezogen wurden, um Eskalationen wie beim Bau der Startbahn West zu vermeiden.

2001
EKHN international
Asiatische Gemeinden schließen sich an

Die koreanische evangelische Gemeinde im Rhein-Main-Gebiet schließt sich der EKHN an. Sie ist die erste Gemeinde ausländischer Sprache und Herkunft, die sich in eine evangelische Landeskirche integriert. 2006 folgt die christliche indonesische Gemeinde.

2001
Der Euro kommt
Europa im Zeichen der Globalisierung

Am 1. Januar ist die D-Mark Vergangenheit. Bereits 1998 hatte die Europäische Zentralbank ihre Arbeit aufgenommen. Wichtigstes Ziel ist die Stabilität des Euro und der Preise. Das Hochhaus am Frankfurter Willy-Brandt-Platz wird zu einem Symbol für die zunehmende internationale Verflechtung von Wirtschaft, Politik, Kultur und Kommunikation.

2001
Patchwork-Religionen
Frankfurter Kirchentag

Beim Frankfurter Kirchentag beten Christen in einem multireligiösen Gottesdienst gemeinsam mit Juden, Muslimen, Buddhisten und Hinduisten. Innerhalb der Kirche sorgt dies für heftige Diskussionen. Im Hintergrund steht ein von Jugendforschern aufgezeigter Trend zur Patchwork-Religiosität, bei der Elemente verschiedener Religionen und Kulte zu einer individuelle Glaubensvorstellung zusammen gestellt werden. Zugleich zeigt sich darin eine Renaissance der Religiosität, die die allgemeine Säkularisierung in Frage stellt.

2001
Islamismus
Flugzeug-Attentate in New York und Washington

Am 11. September entführen islamistische Selbstmordattentäter vier Flugzeuge in den USA und steuern sie in die beiden Türme des Welthandelszentrums und in das Pentagon. In zahlreichen Gottesdiensten gedenkt die EKHN der Opfer. Die USA erklären dem Terror den Krieg. Der Islam rückt in den Vordergrund des politischen Interesses und verschafft dem Thema Religion eine erhöhte Aufmerksamkeit.

 

2002
Seelsorgerliche Zuwendung
Segnung gleichgeschlechtlicher Paare möglich

Angestoßen durch ein entsprechendes Votum des Leitenden Geistlichen Amts macht die Synode Segnungshandlungen für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften im Rahmen seelsorgerlicher Zuwendung möglich. Sie reagiert damit auf das im Sommer 2001 in Kraft getretene Lebenspartnerschaftsgesetz. Seit 1993 hatte es in der EKHN über diese theologisch strittige Frage Konsultationsprozesse gegeben.

2002
Erster Jugendkirchentag
„go(o)d days and nights“

Im Mai versammeln sich 4500 junge Leute in Gießen zum ersten Jugendkirchentag der EKHN. Weitere folgen 2004 in Wiesbaden und 2006 in Friedberg/Nauheim.

2002
Pflegekatastrophe
Erstmals Plakat-Kampagne

Erstmals belegt die EKHN mit kostneloser Hilfe einer großen Werbeagentur große Plakatwände am Straßenrand. Damit machen EKHN und DWHN auf die für Patienten, Angehörige und Pflegekräfte dramatische Lage im Pflegebereich aufmerksam und versuchen das Thema in den Bundeswahlkampf zu tragen.

 

2003
Erlebnis Bibel
Museum in ehemaliger Kirche

Anlässlich des „Jahres mit der Bibel“ eröffnet die EKHN unter der Trägerschaft der Frankfurter Bibelgesellschaft ein Bibelmuseum. Unter der Leitung von Museumsdirektor Jürgen Schefzyk wird das Museum durch sein kreatives Konzept schnell zur festen Größe am Frankfurter Museumsufer.

2003
Schmerzhafte Einschnitte
Sparprogramm

Auf aktuelle Kirchensteuerrückgänge und entsprechende Prognosen für die Zukunft reagiert die EKHN mit Sparmaßnahmen mit einem Volumen von nahezu 50 Millionen Euro. Die Synode beschließt weitere Prüfaufträge für finanzielle und strukturelle Veränderungen.

2003
Geldnot droht
Erstes Fundraising Forum

Neue Finanzierungsmodelle werden wichtiger. Die EKHN ist Mitveranstalter beim ersten Fundraising Forum und bildet Fundraiser aus.

2003
Ehrenamt
Gesetz und Akademie beschlossen

Die Synode beschließt ein Gesetz, dass die Arbeit Ehrenamtlicher auf eine sichere Rechtsbasis stellt und stärkt. Gleichzeitig wird die Ehrenamtsakademie eingerichtet, die zunächst insbesondere Ehrenamtliche in Leitungsämtern unterstützen soll. Erste Leiterin ist Pfarrerin Helga Engler-Heidle.

2003
Historisch verstrickt
Zwangsarbeit in der Kirche

Nach gründlicher Recherche legt die EKHN zusammen mit dem DWHN und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) einen Bericht über die 249 Zwangsarbeiter/innen in ihren Einrichtungen während der NS-Zeit vor und lädt die noch Lebenden ein.

 

2005
Mäzene gesucht
Stiftungsinitiative startet

Am 12. Juni wird die neu gegründete EKHN-Stiftung öffentlich präsentiert. Mit einer Ausstellung, einem neuen Stiftungsrecht und Beratung fördert die EKHN bewusst diese neue Finanzierungsform kirchlicher Arbeit. Innerhalb der ersten zwei Jahre werden 30 neue Stiftungen in der EKHN gegründet.

2005
Unter einem Dach
Frauenverbände zusammen gefasst

Im „Verband evangelische Frauen in Hessen und Nassau“ vereinen sich Evangelische Frauenhilfe und Evangelische Frauenarbeit in Hessen und Nassau mit zusammen 700 Frauengruppen und -initiativen mit circa 30.000 Mitgliedern.

2005
Ausgezeichnete Baukultur
Architektur-Preis

Der Landesvorstand des Bundes Deutscher Architekten“ (BDA) verleiht der EKHN die „BDA-Auszeichnung für Baukultur in Hessen 2004/2005“ und würdigt damit ihr Engagement für die Baukultur.

2005
In einem Boot
Eigenes Arbeitsvertragsrecht

EKHN und DWHN koppeln sich von den bis dahin geltenden Tarifregelungen des Öffentlichen Dienstes ab und geben sich mit der Kirchlich-Diakonischen Arbeitsvertragsordnung (KDAVO) ein eigenes Arbeitsvertragsrecht.

2005
Bossa Nova
Erste Stellvertretende Kirchenpräsidentin

Mit Kordelia Kopsch wird das zweithöchste Amt in der EKHN erstmals weiblich besetzt.

2005
Sozialer Wandel
Erosion der Familien

In jeder fünften Familie gibt es nur ein Elternteil. In so genannten Patchwork-Familien bringen Elternteile ihre Kinder aus vorhergehenden Ehen oder Lebenspartnerschaften in neue Beziehungen ein. Expertenschätzungen zufolge entsprechen bundesweit zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Familien nicht mehr dem klassischen Modell.

2006
Kurzer Draht
Zentrale Service-Nummer

Die EKHN richtet eine zentrale Telefon-Service-Nummer ein, um Menschen die Kontaktaufnahme zu erleichtern. Erstmals nutzt sie in einem Testgebiet rund um Darmstadt Buswerbung, um die Nummer bekannt zu machen.

2006
20 Jahre nach Tschernobyl
Abkehr von der Atomkraft

Anlässlich des 20. Jahrestags des Atomreaktorunfalls von Tschernobyl am 26. April erinnert die Kirchenleitung an die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung und plädiert für eine nachhaltige Energieversorgung. Kritisiert wird, dass bei der Atomkraft der kurzfristige ökonomische Nutzen und der langfristige Verantwortungshorizont in keinem angemessenen Verhältnis stehen. [Umwelt > Seite 107]

2006
WM-Fieber
EKHN spielt mit

Mit dem Frankfurter Stadion liegt eine Spielstätte der Fußballweltmeisterschaft auf dem Gebiet der EKHN. Die EKHN spielt mit. Ein Auftakt-Gottesdienst zum Beginn der WM füllt den Frankfurter Römerberg. 300 Gemeinden in der EKHN haben sich eine Lizenz besorgt, um öffentlich die WM-Spiele übertragen zu können. Die Notfallseelsorge der EKHN ist in die WM-Notfallpläne einbezogen. Die EKHN beauftragt als einzige Landeskirche mit Hans-Jürgen Fischer einen hauptamtlichen WM-Pfarrer.

2006
Spendenrekord
Mehr Brot für die Welt

Die Aktion Brot für die Welt schließt im Gebiet der EKHN mit einem Rekordspendenergebnis von 3,7 Mio. Euro ab. Während die Spenden bundesweit zurückgehen, liegt die Steigerung in der EKHN bei 6,3 Prozent. Die größten Beiträge dazu kommen aus den Dekanaten Wetterau und Hochtaunus.

2006
Starkes Stück
Bibel in gerechter Sprache

Zur Buchmesse erscheint die »Bibel in gerechter Sprache«, welche die EKHN mit einer Projektstelle während ihrer fünfjährigen Entstehungszeit gefördert hatte. Zu ihrer Realisierung waren 400.000 Euro Spenden gesammelt worden. Das Projekt löst heftige Diskussionen aus und bringt die Texte der Bibel und die Frage ihrer angemessenen Übersetzung neu ins Gespräch. [Bibel > Seite 119]

2006
Grundstein für Bildung
Evangelisches Gymnasium Bad Marienberg

Das seit 2005 in provisorischen Räumen arbeitende erste Gymnasium der EKHN bekommt ein Haus. Der Spatenstich dafür ist im April 2006 in Bad Marienberg. Mit ihm und den Grundschulen in Freienseen und Weitengesäß sowie dem Laubach Kolleg in Lauterbach unterhält die EKHN nun in allen Schulstufen Modellschulen.


2006
Gesellschaftliche Verantwortung unter einem Dach
Zentrum in Mainz

Als letztes der fünf Arbeitszentren weiht das Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung ihr neues Domizil auf dem Gelände der Gossner Mission ein. In dem Niedrigenergiegebäude neben der Mainzer Universität arbeiten 20 Fachleute an gesellschaftlichen Fragen wie Arbeitslosigkeit und Ökonomie, Sozial- und Familienpolitik, Ökologie und ländlicher Raum, Jugend und Gesellschaft. Sie waren bislang an verschiedenen Standorten untergebracht.

2006
Besuchsdienst
Hessische Kirchen starten Kooperation

Erstmals besucht mit Prof. Dr. Martin Hein ein Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) die Kirchensynode der EKHN. Zuvor hatte Kirchenpräsident Steinacker die Synode der EKKW besucht – ein Auftakt für mehr Kooperation. Beide Kirchen arbeiten bereits unter anderem in Bildungseinrichtungen, in der Vertretung gegenüber staatlichen Organen, beim Datenschutz und im Evangelischen Pressedienst zusammen. Nun werden weitere gemeinsame Aufgaben angestrebt.

2006
Sichten und Lichten
Kirchenordnungskommission nimmt Arbeit auf

Nach der Reform der Handlungsfelder, der Dekanate und der Verwaltung beginnt die Reform der Leitungsstruktur. Dazu nimmt eine Kommission ihre Beratungen über die Novellierung der Kirchenordnung auf.

2006
Mehr Arme
Tafeln lindern größte Not

Eine neue Bewegung kümmert sich um die Armen, besonders im Winter. Unter maßgeblicher Beteiligung von Gemeinden und Dekanaten der EKHN entstehen in etlichen Städten »Tafeln«, die sich um die grundlegende Ernährung armer Menschen kümmern. Ihr reger Zulauf belegt die zunehmende soziale Schieflage. Darauf weist auch die Synode im November 2006 in einer Resolution hin. Sie beginnt mit dem Satz: »Mit großer Sorge beobachten wir in unserem Land zunehmende Armut inmitten von großem Reichtum.« Die Synode fordert Maßnahmen gegen die Erosion des Sozialstaates.

2006
Partyotismus
Fußball-WM in Deutschland

Deutschland lernt patriotisches Feiern. Die EKHN, zu deren Gebiet der Spielort Frankfurt gehört, bezieht ihre Notfallseelsorge in die WM ein und weist als einzige Landeskirche mit Hans-Jürgen Fischer einen WM-Pfarrer aus.

 

 

2006
Wetterextreme
Klimawandel

Zu heiße oder zu kalte Sommer und Winter. Das Jahr 2006 beginnt mit Schneemassen, die in Bad Reichenhall ein Hallendach zum Einsturz bringen, und endet mit einem nahezu frostfreien Winter. Wirbelstürme und Überflutungen folgen im Frühjahr. Der Juli ist der heißeste Monat, seit gemessen wird. Mit dem Klimawandel verbindet sich die Sorge um die ökologische Zukunft der Erde.

 

 

2006
Den Tod vor Augen
Anschläge und Entführungen im Irak

Nahezu tägliche Meldungen über Selbstmordanschläge islamistischer Extremisten halten die Welt in Atem. Im Irak werden im Januar zwei deutsche Ingenieure entführt. Sie kommen nach bangen Monaten wieder frei.

 

 

2006
Kaufen, kaufen, kaufen
Längere Ladenöffnungszeiten

In Hessen und Rheinland-Pfalz treten unterschiedliche neue Ladenöffnungszeiten in Kraft, nachdem die Kompetenz dafür den Ländern zugesprochen wurde. Die Läden können nun werktags öffnen, wann sie wollen. Hessen hält sie im Benehmen mit den Kirchen am Sonntag weitgehend geschlossen. Am weitesten geht Berlin bei der Öffnung der Läden. Die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz klagt vor Gericht dagegen.

 

 

2006
Aufgespritzt
Tour de France unter Doping-Verdacht

Einen Tag vor Beginn der Tour de France werden Jan Ulrich und Ivan Basso wegen Doping-Verdachts aus dem Rennen genommen. Ein Jahr später folgen nahezu im Tagesrhythmus die Doping-Schuldbekenntnisse von Radfahrern. Der gesamte Hochleistungssport gerät unter Generalverdacht.

2007
Die Ruhe vor dem Spiel
Kirche in der Arena

Die EKHN und das Bistum Limburg eröffnen eine kleine Kapelle in der Haupttribüne der Frankfurter Commerzbank-Arena. Sie steht ihnen für 20 Jahre kostenlos zur Verfügung. Den Raum hatte der Stuttgarter Künstler Werner Pokorny in Zusammenarbeit mit dem EKHN-Kunstbeauftragten Martin Benn gestaltet. Die Kapelle ist neben denen auf Schalke und in Berlin der dritte Andachtsraum in einem Sportstadion in Deutschland. Für die EKHN wird Pfarrer Eugen Eckert mit halber Stelle Arena-Pfarrer. Schnell kündigen sich Schulklassen, Taufen und Trauungen an. Eckert knüpft in der Saison 2007 eine Partnerschaft mit Frankfurt Galaxy, in dessen Rahmen Andachten gefeiert und erstmals in Deutschland eine Stadionkollekte für karitative Zwecke erbeten wird.

2007
Kick statt Knick
Perspektive 2025

Im Mai 2007 nimmt die Synode ein umfangreiches Papier unter dem Titel »Perspektive 2025« entgegen. Darin wird die Kirche von der Zukunft her gedacht, um mittelfristige Entwicklungsoptionen zu gewinnen. Zuvor waren dafür im Rahmen eines einjährigen offenen Diskussionsprozesses zahlreiche Ideen gesammelt worden. Eine zentrale Forderung des Papiers zielt auf einen »Mentalitätswandel« in der Kirche. Es ist nun die Basis für die Entwicklung tragfähiger Konzepte für die Zukunft, welche die evangelische Kirche in ihrem Auftrag stärken und ihr notwendige Einsparungen ermöglichen.

2007
Brot und Rosen
Elisabethjahr

Die EKHN und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) feiern das Elisabethjahr 2007, mit dem sie an den 800. Geburtstag der ungarischen Prinzessin erinnern. Elisabeth von Thüringen (1207 – 1231) wurde in Thüringen und Hessen zur Wohltäterin für viele Arme und Kranke und berührt bis heute Menschen auf der ganzen Welt.

2007
Erster Spatenstich
Raum für Studierende

Auf dem neuen Campus Westend der Frankfurter Universität errichten die EKHN und die katholische Kirche ein Studierendenwohnheim mit 425 Wohnheimplätzen sowie Räumen für die beiden Studierendengemeinden. Dafür gibt die EKHN ihr bisheriges Wohnheim Dietrich-Bonhoeffer-Haus auf.

2007
8 Minuten für Gerechtigkeit
Geistliche Begleitung für den G8-Gipfel

Anlässlich des G8-Gipfels im Juni in Heiligendamm läuten etwa 120 Gemeinden in der EKHN für acht Minuten ihre Glocken und laden zum Gebet ein. Damit beteiligen sie sich auf Anregung der Kirchenleitung an der bundesweiten Aktion »8 Minuten für Gerechtigkeit«. Der Evangelische Entwicklungsdienst und die Aktion Brot für die Welt hatten die Aktion initiiert, um den Gipfel der führenden Wirtschaftsnationen geistlich zu begleiten und auf die Probleme in der globalisierten Welt hinzuweisen.

2007
Blütenzauber
Rosenkirche auf dem Hessentag in Butzbach

Die mit 6.000 Rosen geschmückte Markuskirche wird auf dem Hessentag zum Publikumsmagneten. 125.000 Menschen nehmen zum Teil lange Wartezeiten in Kauf, um den ästhetischen und spirituellen Zauber dieser Kirche zu erleben. Das Programm der EKHN rund um das Thema Rosen umfasst 50 Veranstaltungen mit kulturellen, geistlichen und gesellschaftspolitischen Akzenten.

2007
Zusätzliches Geld
Erstmals Fundraisingpreis vergeben

Den mit acht mal 2.000 Euro dotierten Fundraisingpreis vergibt die EKHN im Juli zum ersten Mal. Sie zeichnet damit besonders gelungene Projekte der Kirchengemeinden in Gladenbach, Eibelshausen, Wehrheim, Bad Vilbel, Mainz, Jügesheim, Hainburg und Nieder-Ramstadt aus. Um den Preis, mit dem die EKHN zu dauerhaften Aktivitäten im Bereich Fundraising motivieren will, hatten sich 136 Gemeinden beworben. [Finanzen]

2007
Tannhäuser und Theologie
EKHN Stiftung präsentiert erstes Kultur-Projekt

Mit großem Erfolg tritt die neu konstituierte EKHN Stiftung mit ihrem ersten Projekt an die Öffentlichkeit. In Kooperation mit der Oper Frankfurt erfüllt sie ihren Stiftungszweck, den Dialog zwischen Kunst, Kultur und Kirche zu fördern, am Beispiel des Tannhäuser. Ergänzend zur Aufführung der Oper bietet die Stiftung zum Thema »Die Utopie der Liebe« einen Vortrag von Kirchenpräsident Steinacker und einen Gottesdienst an. Beide werden von jeweils 600 Menschen besucht.

2007
Go(o)d days ...
Jugendkirchentag

Die Wetterau-Städte Friedberg und Bad Nauheim teilen sich den dritten Jugendkirchentag der EKHN. Knapp 6.000 Jugendliche erleben friedliche Tage voller Anregungen, Spiritualität und Gemeinschaft. Die Kirchenleitung beschließt einen weiteren Jugendkirchentag 2009 in Rüsselsheim. [Jugend ]

2007
Auf Augenhöhe
Tag der Religionen

Bei einem »Tag der Religionen« im Juni in Darmstadt diskutieren Spitzenvertreter der evangelischen Kirchen in Hessen, der türkischen DITIB und der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen, wie es gelingen kann, Organisationsformen für Muslime zu finden, die mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik vereinbar sind. Der Tag kam auf Anregung Kirchenpräsident Steinackers zustande und hatte erstmals 2006 stattgefunden.
[ Christlich-islamischer Dialog ]

2007
Über den großen Teich
Partnerschaft mit einer Kirche in den USA

Die EKHN geht mit der United Church of Christ (UCC) in den USA eine Partnerschaft ein. Es ist die erste in Amerika. Die mit der EKHN partnerschaftlich verbundene New-York-Konferenz der UCC umfasst 296 Gemeinden mit etwa 43.000 Mitgliedern (regelmäßige Gottesdienstbesucher/-innen). In der Zentrale in Syracuse hat Konferenz-Minister Geoffrey Black seinen Sitz. Die UCC verknüpft Frömmigkeit mit gesellschaftlichem Engagement. Sie versteht sich als eine Kirche, die offen ist für verschiedene Kulturen, Hautfarben und Lebensformen. Aktiv tritt sie für ökologische Reformen ein und protestiert gegen den Irak-Krieg. [> www.ucc.org, Ökumene ]

2007
Kirche der Freiheit
Zukunftskongress der EKD

In der Lutherstadt Wittenberg veranstaltet die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) einen Zukunftskongress. Dort wird das wenige Monate zuvor präsentierte Positionspapier »Kirche der Freiheit« diskutiert. Die EKD will damit Impulse für weitreichendes Umdenken und Reformen setzen, welche die evangelischen Kirchen angesichts der vorhersehbar negativen demografischen Entwicklungen handlungsfähig machen und halten sollen.

 

 

2007
Wintermärchen statt Sommernachtstraum

Handballweltmeister
Was die Fußballer im Sommer 2006 nicht schafften, gelingt den deutschen Handballern wenige Monate später: Sie werden im Februar 2007 Weltmeister im eigenen Land und lassen die schwarz-rot-goldenen Fanfahnen noch einmal flattern.

 

 

2007
Ist Gucken schon Krieg?
Tornados für Afghanistan

Nach langem Zögern gibt der Bundestag im März dem Drängen der NATO-Partner nach und willigt in den Einsatz deutscher Aufklärungsflugzeuge über den Kriegsgebieten von Afghanistan ein, obwohl das die erfolgreiche Friedens- und Aufbauarbeit der Bundeswehr im Norden Afghanistans bedrohen kann. Bei einem Anschlag kommt ein junger Soldat aus Crumstadt, Mitglied der EKHN, ums Leben.

 

 

2007
Pulverfass Nahost
Krieg im Libanon

Die Entführung zweier israelischer Soldaten veranlasst israelische Truppen, gegen Hisbollah-Milizen im Libanon vorzugehen. Dadurch wird der sogenannte Sommerkrieg ausgelöst. Die Kampfhandlungen kosten etliche Tausend Menschen das Leben. Sie beschädigen wichtige Teile der Infrastruktur des Libanon und das Vertrauen in den Friedensprozess.

 

 

2007
Schöpfung oder Biologie
Kultusministerin Wolff löst Debatte aus

Mit ihrem Vorschlag, in den Schulen die Schöpfungslehre im Biologieunterricht zu behandeln, bringt die hessische Kultusministerin Karin Wolff, selbst Religionslehrerin und Mitglied der EKHN-Synode, das Verhältnis zwischen Naturwissenschaften und Theologie neu ins Gespräch.

Verantwortlich: Pfarrer Stephan Krebs