Gustav Adolf II von Schweden
(1594-1632)
15.09.-16.11.2007
Entlang des Rheins: Veranstaltungsreihe "Wer das Schwert nimmt ..."
Der Schwedenkönig Gustav II. Adolf hatte als Urenkel Philipps des Großmütigen von Hessen enge Verbindungen mit dem deutschen Protestantismus. Und so griff Gustav Adolf in den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland ein, als sich abzeichnete, dass die evangelische Seite der katholischen zu unterliegen drohte.
Als die katholische kaiserlich-habsburgische Macht bereits bis an die Ostsee vorgedrungen war, sah der König dies als Gefahr für die Stellung Schwedens und landete 1630 mit seiner Armee in Pommern. Bei Breitenfeld in der Nähe von Leipzig bescherte er dem katholischen Heerführer Tilly 1631 die erste Niederlage und brach somit die Übermacht der katholischen Seite.
Im Winter des selben Jahres betrat er das Gebiet, das heute zur EKHN gehört. Er drang bis nach Erfelden im Hessischen Ried vor und überschritt dort den Rhein in Richtung Oppenheim. An dieses geschichtliche Ereignis erinnern bis heute eine Gedenktafel an dem Haus, in dem er in Erfelden übernachtete sowie die Schwedensäule in der Knoblochsaue.
Auf der anderen Rheinseite angelangt, marschierte er in Mainz ein und überwinterte dort. In der Stadt gestattete er der katholischen Bevölkerung, ihre religiöse Praxis weiterhin auszuüben. Auf der Mainspitze ließ der Schwedenkönig im Jahr 1632 dann eine sternförmige Festung bauen, die eine Bastion einer um Mainz angelegten Gesamtanlage bildete. Diese heute nicht mehr sichtbare Befestigung gab dem Ort "Gustavsburg" seinen Namen. Im folgenden Jahr gelang ihm ein zweiter Sieg gegen Tilly, im Herbst bereitete ihm allerdings Wallenstein eine blutige Niederlage. Am 16.11.1632 standen sich die beiden Feldherren bei Lützen wieder gegenüber. Die Schlacht endete mit einem schwedischen Sieg, aber Gustav Adolf kostete sie das Leben.
Der Dreißigjährige Krieg endete erst 1648 mit dem Westfälischen Frieden, der die konfessionelle Verschiedenheit Deutschlands für die folgenden Jahrhunderte festschrieb. In den folgenden Jahrhunderten stand die Person Gustav Adolfs im Spannungsfeld zwischen Wertschätzung und Kritik: Galt er den Katholiken als kriegerischer Eindringling aus dem Norden, so war er für die Evangelischen ein Retter des deutschen Protestantismus. Ihm zu Ehren wurde 1832 das Gustav-Adolf-Werk gegründet, so dass Evangelische Christen in Hessen-Nassau im Jahr 2007 nicht nur auf seinen 375. Todestag, sondern auch auf das 175-jährige Bestehen des Hilfswerks für evangelische Minderheiten in der Welt zurückblicken.
[Rita Deschner, Dr. Norbert Stieniczka]
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