DVD über Albert Schweizer sorgt für einen spannenden Religionsunterricht
Premiere am 133. Geburtstag Schweitzers im Frankfurter Medienhaus
„Mir hat gefallen, dass Albert Schweitzer als Junge ganz normal war, auch mal Mist gebaut hat, sich dann aber später umgestellt hat, und sogar den Friedensnobelpreis erhalten hat. Er war nicht von Anfang an ein abgehobener Heiliger“, so lautete der Kommentar eines Schülers. Der Junge bezog sich auf den neuen Film „Albert Schweitzer: Leben mit einer Vision“, der am 14. Januar im Medienhaus in Frankfurt der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Damit fiel die Filmpremiere mit dem 133. Geburtstag Schweitzers zusammen. Für Buch und Regie zeichnet sich Pfarrerin Ilona Nord verantwortlich. Herausgeber ist das Evangelische Medienhaus in Stuttgart, über das die DVD auch zu beziehen ist.
Film, Materialien und Unterrichtsentwürfe
„Die DVD enthält neben dem Film weitere Materialien und Unterrichtsentwürfe, die den Religionsunterricht spannend machen,“ erklärte Pfarrer Helwig Wegner-Nord, Geschäftsführer des Medienhauses in Frankfurt. Da Schülerinnen und Schüler die Zielgruppe des Films sind, hatte er gleich eine Lerngruppe zur Premiere eingeladen, die den evangelischen Religionsunterricht am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Offenbach, besucht.
Darum geht es
„Albert Schweitzer: Leben mit einer Vision“
Filmausschnitte und Bestellmöglichkeit
Der 20-minütige Film veranschaulicht die Bedeutung und das Wirken des Theologen, Arztes, Philosophen und Musikers, indem die Zeitzeugin Sonja Poteau lebendig aus seinem Leben erzählt. Sie hatte in Schweitzers Urwaldhospital Lambarene als Krankenschwester und Hebamme gearbeitet. Befragt wird sie von einem jungen Vespafahrer, der sich im elsässichen Gunsbach auf die Spuren Schweitzers begeben hat. Gemeinsam mit Madame Poteau schaut der junge Mann sich die Kirche an, in der Albert Schweitzer Orgel spielte und das Haus, in dem er lebte, welches heute ein kleines Museum für den berühmten Sohn des Städtchens beherbergt. Immer wieder fließen historische Aufnahmen, Filmausschnitte und Fotos ein, die das Erzählte illustrieren.
Kirchenpräsident erläuterte die Theologie Albert Schweitzers
Albert Schweitzers Ideen und Leistungen als Theologe vermittelte Prof. Peter Steinacker, der Kirchenpräsident der EKHN, vor der Filmpräsentation in seiner Gastrede. Neben Schweitzers herausragender Bedeutung für die wissenschaftliche Erforschung des historischen Jesus, hob der Kirchenpräsident Albert Schweitzes Ethik hervor. „Albert Schweitzer fragte sich, ob es etwas gibt, das alle Menschen verbindet und der Zeit enthoben ist, das aber kein Gesetz ist“, erläuterte Steinacker. Und Schweitzer stieß tatsächlich auf eine Erkenntnis: „Alle Menschen wollen leben. Den Lebenswillen haben die Menschen außerdem mit der ganzen Schöpfung gemeinsam.“ Dies bedeutet also: „Wenn du leben willst, bedenke, dass auch die anderen Menschen und Tiere leben wollen.“ Aus diesen Gedanken entwickelte Schweitzer die Formulierung der „Ehrfurcht vor dem Leben“. Wenn sich ein Mensch in einer bestimmten Situation entscheiden muss, wie er handeln soll, dann sollte er dies vor dem Hintergrund dieser Worte tun.
Stadtrat wies auf enge Verbindungen zum Rhein-Main-Gebiet hin
Der Frankfurter Stadtrat Warnke hob die enge Verbindung zwischen der Region des Rhein-Main-Gebietes und Albert Schweitzer hervor. So hatte Schweitzer auf der Orgel in der Oppenheimer Katharinenkirche gespielt, hat die Hohenau bei Trebur besucht und war rund 20 Mal in Frankfurt am Main zu Gast. In der Mainmetropole spielte er 1911 Orgel in der Matthäuskirche, 1928 erhielt er den Goethe-Preis und später die Goethe-Plakette, 1932 hatte er die Festrede anlässlich Goethes Geburtstag gehalten. 1951 nahm er schließlich in der Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in der Paulskirche entgegen. Nach ihm sind die Frankfurt die Albert-Schweitzer-Siedlung sowie die Albert-Schweitzer-Schule benannt.
Der Film:
DVD: „Albert Schweitzer: Leben mit einer Vision“, 2008
Produktion: picaso.de i.A. Evangelisches Medienhaus GmbH
Buch und Regie: Ilona Nord
Redaktion: Ina Hochreuther
Herausgeber: Evangelisches Medienhaus GmbH, Stuttgart
Gesamtleitung: Martin Delit
Kosten: 89,00 EUR mit dem Recht zur öffentlichen Aufführung
Internet
[Rita Deschner, PWS]
zurück | letzte Aktualisierung: 14.01.2008 | copyright by EKHN