Bericht
Unterrichtsfreier Dienstagnachmittag für den Konfirmandenunterricht
Dekanat Kronberg setzt sich für Planungssicherheit ein
Mit einem Brief an 20 Schulen, darunter 11 Gymnasien, bemühen sich die Pfarrerinnen und Pfarrer, Gemeindepädagoginnen sowie der Synodalvorstand des Evangelischen Dekanats Kronberg um eine einvernehmliche Klärung der Frage nach dem unterrichtsfreien Nachmittag für die Konfirmandenarbeit. In ihrem Schreiben nehmen sie die geltende Rechtslage auf und schlagen vor, den Dienstagnachmittag für den Konfirmandenunterricht von Unterricht freizuhalten. Damit wäre eine planerische Sicherheit für alle Beteiligten - für die Schulen und Kirchengemeinden - gegeben.
Durch verkürzte Schulzeit erstreckt sich der Unterreicht auch auf den Nachmittag
Allein im Dekanat Kronberg nehmen 750 Schüler des achten Schuljahres an den Dienstagnachmittagen am Konfirmandenunterricht in 30
Kirchengemeinden zwischen Main und Taunus teil. Die Verkürzung der
gymnasialen Schulzeit auf acht Schuljahre führt dazu, dass der
tägliche Unterricht sich häufig bis in den Nachmittag erstreckt und
auch die Dienstage belegt. Diesen nutzen bisher die einzelnen
Kirchengemeinden traditionell für ihren Konfirmandenunterricht.
Geregelt ist das durch einen Erlass des Kultusministeriums, der
besagt, dass an ganztägig arbeitenden Schulen in der 8. Klasse der
Nachmittag unterrichtsfrei bleiben soll.
Dekan Eberhard Kühn zeigt Verständnis für die "notwendigen und sicher nicht einfachen Umstellungen und Veränderungen der Stundenpläne" sowie die Aufteilung des Unterrichtsstoffes auf acht Schuljahre. "Die notwendige Einbeziehung der Nachmittagsstunden darf aber auf keinen Fall zu Lasten des Konfirmandenunterrichts gehen." Die Vermittlung von Werten an Kinder und Jugendliche brauche einen verbindlichen Zeitrahmen. Da die Jugendliche an unterschiedlichen Schulen unterrichtet würden, könne nur eine grundsätzliche Regelung sicherstellen, dass der Konfirmandenunterricht überhaupt stattfinden kann.
Zum mündigen Gläubigen durch den Konfirmandenunterricht
Wöchentliche Gruppentreffen, in denen Glaubenswissen, praktische Kenntnis der jeweiligen Ortskirchengemeinde und ihres Gottesdienstes sowie eigene spirituelle Erfahrungen vermittelt würden, seien unerlässlich, um Jugendliche auf dem Weg in einen mündigen und selbst verantworteten Glauben zu begleiten. Darauf weisen die Unterzeichner hin.
Alternativen kaum möglich
Den Konfirmandenunterricht zeitlich den neuen schulischen Verhältnissen lediglich anzupassen, etwa durch die Verlegung auf die Wochenenden, erscheine nicht sinnvoll, weil damit die Konkurrenz etwa zu den Aktivitäten der Sportvereine und zu anderen Freizeitangeboten vorprogrammiert sei. Außerdem sei bei der steigenden Zahl von Scheidungsfamilien zu berücksichtigen, dass viele Jugendliche an den Wochenenden regelmäßig nicht im Bereich ihrer Ortskirchengemeinde sind.
Jugendliche in der wichtigen Lebensphase des Konfirmandenalters zu
unterstützen, betrachten die Pfarrer, Pfarrerinnen und
Gemeindepädagoginnen des Dekanats als eine ihrer wichtigsten und
schönsten Aufgaben und erwarten deshalb eine einvernehmliche Regelung über einen unterrichtsfreien Dienstagnachmittag.
Hans Genthe / DB
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN