Bericht
Wertschätzung der Impulse für die Kinder- und Jugendarbeit
Preisverleihung von Projekten, Gespräch über Jugend und Bildung sowie Offener Brief zum Flughafenausbau während der Vollversammlung der Evangelischen Jugend
Evangelische Jugend in Hessen und Nassau e.V.
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Es sei ein Skandal, dass bundesweit 80.000 Schüler die Hauptschule ohne Schulabschluss verlassen, sagte Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der EKHN. Anlass war die Vollversammlung der Evangelischen Jungend in Hessen und Nassau e. V. (EJHN), die vom 20. bis 22. März 2009 in der Bildungsstätte Kloster Höchst / Odenwald tagte. Mit den beiden Vorsitzenden der EJHN, Bettina Reiss-Semmler und Matthias Roth, sprach der Kirchenpräsident über die Rolle der Kinder- und Jugendarbeit als zentrales Handlungsfeld der Kirche und das Verhältnis von Kirche, Evangelischer Jugend und Schule.
Des weiteren verabschiedetet die EJHN einen offenen Brief an die Hessische Landesregierung zum Ausbau des Frankfurter Flughafens. Darin beklagt sie, dass mit den jetzigen Arbeiten zum Bau der neuen Landebahn alle Anstrengungen zunichte gemacht werden, den Ausbau bürgerschaftlich und im Dialog zu entwickeln. Insbesondere zeigt sich die EJHN über die Infragestellung des Nachtflugverbotes beunruhigt.
Preise für Projekte der Kinder- und Jugendarbeit
Im Rahmen der Vollversammlung wurden zum ersten Mal drei beispielhafte und impulsgebende Projekte der Kinder- und Jugendarbeit in der EKHN gefördert, nachdem die Stiftung vor zwei Jahren am gleichen Ort gegründet wurde. Als Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung verlieh Präses Prof. Dr. Karl-Heinrich Schäfer die ersten Preise der Kinder- und Jugendstiftung. Präses Schäfer würdigte das besondere Engagement der Preisträger und lobte die Arbeit der Evangelischen Jugend.
- Gewinner von "Ideen für Kinder und Jugendliche" wurde der "blaue Bauwagen" der Evangelischen Jugend im Dekanat Wöllstein. Dieser mobile Jugendraum ist Treffpunkt, Aktions- und Kommunikationsraum für Kinder- und Jugendliche aus den Dörfern und der jeweiligen Umgebung. Seit 10 Jahren ist er im Dekanat unterwegs und sorgt dafür, dass die Kirche schon bei den Kleinen ankommt. Das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro ist für die Renovierung des Bauwagen bestimmt, nachdem der jahrelange Einsatz Spuren zeigt.
- Der zweite Preis, der mit 500 Euro dotiert war, ging an das Veranstaltungsradio "B46" der Evangelischen Jugend im Dekanat Odenwald. Dabei handelt es sich um ein medienpädagogische Projekt zum zehn Tage dauernden Bienenmarkt in Michelstadt. Es bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern seit vielen Jahren die Gelegenheit, gemeinsam in verschiedenen Workshops und Seminaren das Medium Radio und seine Technik kennen zu lernen, radiojournalistische Grundkenntnisse zu erwerben und das Gelernte dann "On Air" umzusetzen.
- Die Aktionstage gegen Rassismus und Gewalt der Evangelischen Gemeindejugendvertretung Frankfurt erhielten den dritten Preis, der mit 300 Euro dotiert war. Hiermit setzte die Evangelische Gemeindejugendvertretung Frankfurt ein Zeichen: Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 18 Jahren beziehen Jahr für Jahr Position für Toleranz und Weltoffenheit.
Volker Jung: "Kirche mit Kindern und Jugendlichen leben
und gestalten!"
Während seines Besuches am 21. März stellte Kirchenpräsident Jung fest, dass es in den
Dekanaten auch zukünftig Kinder- und Jugendarbeit als außerschulische Bildungsarbeit geben müsse. Die Ausbildung ehrenamtlicher Mitarbeiter im Rahmen der Jugendleitercard sei aus seiner Sicht eine der wichtigsten Aufgaben der Kinder- und Jugendarbeit. Er betonte die Bedeutung der Freizeitenarbeit, den Charakter des gegenseitigen Kennenlernens, das gemeinsam Gottesdienst feiern und das Sammeln von Eindrücken und Erfahrungen für die unterschiedlichsten Lebensbezüge.
Evangelische Jugend sei deshalb so wichtig, damit Menschen spüren, dass wir nicht nur an Kindern und Jugendlichen interessiert sind, sondern mit Kindern und Jugendlichen Kirche leben und gestalten.
Zur Tatsache, dass viele Jugendliche die Schule ohne Schulabschluss verlassen, betonte Jung, dass Kirche am gesamtgesellschaftlichen Bildungsauftrag teilnehme und dass Kirche sich an diesen Stellen auch positionieren müsse. Kirche selbst müsse darüber nachdenken, wie sie ihr Engagement an Schulen zukünftig ausgestalte und dass die schulische und außerschulische Bildungsarbeit nicht in Konkurrenz zueinander stehen dürfe.
Pfarrer Hans Genthe
zurück | letzte Aktualisierung: 24.03.2009 | copyright by EKHN